Wirtschaft

Ifo: Weltweite Inflationserwartungen deutlich gesunken

Weltweite Inflationserwartungen sinken. Eine Umfrage des Ifo-Instituts prognostiziert geringere Raten für die kommenden Jahre. Doch nur für einzelnen Regionen ist eine Verbesserung in Sicht.
19.10.2023 11:57
Aktualisiert: 19.10.2023 11:57
Lesezeit: 2 min

Die weltweite Inflation könnte im laufenden und den kommenden Jahren ein gutes Stück niedriger ausfallen als befürchtet. Darauf deutet eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Ifo-Instituts unter mehr als 1500 Experten in 128 Ländern hin. Im Mittel (Median) der Länder ergibt sie für das laufende Jahr nur noch 6,2 Prozent Inflation. Vor drei Monaten lag die Erwartung noch bei 7 Prozent.

„Die Inflationserwartungen sind zwar immer noch hoch, aber im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesunken“, sagte Ifo-Forscher Niklas Potrafke. Für das kommende Jahr liegt die mittlere Inflationserwartung bei 5,2 Prozent, für 2026 bei 4,5 Prozent. Das sind 0,8 beziehungsweise 0,4 Punkte weniger als vor drei Monaten.

Niedrigste Inflationsraten

Die niedrigsten Inflationsraten im laufenden Jahr erwarten die Experten in Nordamerika mit 4,1 Prozent, Westeuropa sowie Mittelamerika und Karibik mit 4,6 sowie Ostasien, zu dem China und Japan gehören, mit 4,7 Prozent. In Nordamerika ist das ein Rückgang um 0,4 Punkte, in Ostasien und Westeuropa um 0,3 Punkte. Für Mittelamerika und die Karibik hat sich die Erwartung dagegen mehr als halbiert.

Für 2024 erwarten die Experten die niedrigsten Werte in Westeuropa und Nordamerika mit je 3,3 Prozent. Beides sind leichte Rückgänge. 2026 liegt Westeuropa mit 2,4 Prozent in den Augen der Experten am besten, gefolgt von Nordamerika mit 2,7 sowie Nordeuropa mit 3,1 Prozent.

Regionale Erwartungen

Für einzelne Regionen haben sich die Erwartungen extrem verbessert. So fällt die Erwartung für Ostafrika um 73,4 Prozentpunkte niedriger aus. Es gibt aber auch Regionen, in denen sich die Lage verschlechtert hat: Im Jahr 2026 trifft das auch das wirtschaftlich sehr wichtige Ostasien, wo jetzt nicht mehr eine Verbesserung auf 4,5 Prozent, sondern eine Verschlechterung auf 5,2 erwartet wird. Basis der Berechnung war die Befragung von 1541 Wirtschaftsexperten vom 26. September bis 11. Oktober.

In den westlichen Industriestaaten kämpfen die Zentralbanken mit kräftigen Zinserhöhungen gegen die Teuerung an. Die Europäische Zentralbank (EZB) etwa hat im vergangenen Jahr ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet und ihren Leitzins auf 4,50 Prozent hochgefahren. Teure Zinsen dämpfen die Nachfrage nach Krediten - etwa in der Baubranche. Außerdem wird das Sparen dadurch attraktiver, weil es mehr Zinsen abwirft. Beide Effekte sollen den Preisauftrieb eindämmen helfen. (dpa/reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Post AG vor dem Aus: DHL übernimmt
05.05.2026

Ein Traditionsname verschwindet aus der deutschen Wirtschaftsgeschichte, während ein globaler Logistiker seine Marke endgültig...

DWN
Panorama
Panorama Ölfirmen machen sich die Taschen voll? Tankrabatt versickert an der Zapfsäule
05.05.2026

Zahlen des Münchner Ifo-Instituts zeigen eine gebremste Wirkung des Tankrabatts an den deutschen Zapfsäulen. Besonders beim Diesel...

DWN
Politik
Politik Iran greift VAE an: Waffenruhe steht vor dem Kollaps
05.05.2026

Die Spannungen verschärfen sich erneut: Die USA wollen die vom Iran blockierte Straße von Hormus für den Schiffsverkehr freimachen....

DWN
Finanzen
Finanzen Palantir-Aktie im Höhenflug: KI-Boom beschleunigt Umsatz
05.05.2026

Mit Überwachungstechnologie zum Erfolg: Die Palantir-Aktie profitiert von einem massiven Wachstumsschub in den USA. Doch die Nachfrage ist...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise steigen trotz Tankrabatt weiter an: Woran das liegt
05.05.2026

Nach kurzer Entspannung ziehen die Spritpreise erneut an und sorgen für Unmut bei Verbrauchern. Der Tankrabatt sollte helfen, doch Zweifel...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kriegskosten explodieren: USA geben bereits 25 Milliarden Dollar im Iran-Konflikt aus
05.05.2026

Der Iran-Krieg wird für die USA zunehmend zur finanziellen Belastung. Erste offizielle Zahlen zeigen das Ausmaß der Kosten und deren...

DWN
Panorama
Panorama Leipzig Amokfahrt: Mutmaßlicher Amokfahrer tötet und verletzt mehrere Menschen
04.05.2026

In der Leipziger Innenstadt ist ein Auto in mehrere Menschen gefahren. Menschen kommen dabei ums Leben. Mindestens drei weitere werden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mehr Wagniskapital: KI-Boom stärkt deutsche Start-ups
04.05.2026

Deutsche Start-ups ziehen wieder mehr Wagniskapital an, angetrieben vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Internationale Investoren...