Politik

Bundesumweltamt will Auto-Fahrer für Haushaltskrise zahlen lassen

Die Ampel kann ihre Haushaltskrise sofort beheben, wenn sie verschiedene Subventionen für den Automobilsektor abschafft, sagt Bundesumweltamt-Präsident Messner.
Autor
05.12.2023 13:34
Aktualisiert: 05.12.2023 13:34
Lesezeit: 1 min

Deutschland kann sein massives Haushaltsloch sofort beheben, indem es mehr als 17 Milliarden Euro an Steuererleichterungen und Vergünstigungen vor allem für den Automobilsektor abschafft, so das Bundesumweltamt. "Wir würden zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Haushaltskrise lindern und den Klimaschutz auf Kurs halten", sagte der Präsident der Behörde, Dirk Messner, gegenüber Bloomberg.

Bei den vom Bundesumweltamt vorgeschlagenen Maßnahmen handelt es sich vorerst nur um Vorschläge, es wurden noch keine Entscheidungen getroffen, so Messner. Zu den Maßnahmen, die das Umweltbundesamt zur Behebung der Haushaltskrise vorschlägt, gehören:

  • eine Erhöhung der Steuern auf Dieselkraftstoff - bringt 6 Milliarden Euro
  • die Abschaffung von Entfernungspauschale/Pendlerpauschale - bringt 4 Milliarden Euro
  • Abschaffung von Subventionen etwa für Firmenwagen - bringt 5 Milliarden Euro

Indes versuchen Beamte mit Hochdruck, die Haushaltskrise zu lösen, nachdem das oberste Gericht im vergangenen Monat entschieden hat, dass ein Klimafonds mit rund 60 Milliarden Euro außerhalb des regulären Haushalts verfassungswidrig ist. Die Bundesregierung hat mit der Verabschiedung eines Nachtragshaushalts für dieses Jahr das vierte Jahr in Folge die verfassungsmäßigen Verschuldungsgrenzen ausgesetzt.

Darüber hinaus hat das Finanzministerium von Christian Lindner zusätzliche Ausgaben für neue Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, eingefroren. Die Ampel-Parteien müssen in dieser Woche eine Einigung über den Haushalt 2024 erzielen, wenn sie den ursprünglichen Zeitplan einhalten wollen, wonach der Bundestag den überarbeiteten Haushaltsplan noch vor Weihnachten verabschieden soll, sagte ein Sprecher von Bundeskanzler Olaf Scholz.

Andere Maßnahmen, die dazu beitragen könnten, die Hauhshaltslücke zu schließen, wären die Einführung einer Kerosinsteuer auf Inlandsflüge (bringt 300 Millionen Euro) und die Erhöhung der Steuern auf Fleisch und andere tierische Produkte (2,5 Milliarden Euro). Solche Maßnahmen könnten sofort und ohne Zustimmung der Europäischen Union umgesetzt werden, sagte Messner. Es steht jedoch zu erwarten, dass die Automobilbranche dagegen Sturm laufen wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...

DWN
Politik
Politik Olena Zelenska über den Krieg: Was die Ukraine heute zusammenhält
05.05.2026

Olena Zelenska steht im Ukraine-Krieg für eine Form von Widerstand, die weit über Politik hinausreicht und psychische Gesundheit,...