Politik

EU-Kommission: Bürger erleiden beträchtliche Kaufkraftverluste

Der EU-Kommission zufolge haben die Bürger in EU-Staaten in den vergangenen Monaten herbe Wohlstandsverluste hinnehmen müssen.
10.12.2023 14:14
Aktualisiert: 10.12.2023 14:14
Lesezeit: 1 min
EU-Kommission: Bürger erleiden beträchtliche Kaufkraftverluste
Die Europäer müssen Kaufkraftverluste verkraften. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Die jüngsten Krisen machen sich bei Sparerinnen und Sparern in der Eurozone deutlich bemerkbar. Nach Schätzungen der EU-Kommission büßten die Spareinlagen privater Haushalte im Euro-Währungsgebiet von Anfang 2022 bis April 2023 durchschnittlich rund 11 Prozent an Kaufkraft ein. Das schreibt EU-Kommissarin Mairead McGuinness in der Antwort auf eine Anfrage des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner.

Die weiterhin hohen Inflationsraten führt die Kommissarin auf pandemiebedingte Lieferengpässe und auf weitere Beeinträchtigungen der Lieferkette nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zurück. Hinzu kämen hohe Energiepreise. "Zentralbanken weltweit, darunter auch die Europäische Zentralbank, reagierten mit einer Straffung der Geldpolitik."

Zwar sei die Inflation seit Ende 2022 insgesamt rückläufig, schrieb die Kommissarin in ihrer Antwort Anfang August. Aber: "Wegen der erwähnten makroökonomischen Entwicklungen sind die Inflationsraten aktuell tatsächlich höher als die Sparzinsen auf Bankeinlagen." Bei den meisten Waren und Dienstleistungen gehe dadurch zwar Kaufkraft verloren, doch könne es durchaus sein, dass dies beim Kauf von Immobilien oder Finanzanlagen anders aussieht.

FDP-Politiker Körner kritisiert das Handeln der Europäischen Zentralbank. "Mit dem Anwerfen der Druckerpresse während der Coronakrise und der zögerlichen Anhebung der Leitzinsen nach der Coronakrise trägt die EZB erhebliche Verantwortung für den signifikanten Wohlstandsverlust der europäischen Sparer", sagte er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht aus: Expertenrat warnt vor Scheitern deutscher Klimaziele
18.05.2026

Die Bundesregierung sieht Deutschland beim Klimaschutz auf Kurs. Doch ein aktuelles Gutachten des Expertenrats für Klimafragen zeichnet...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank of America sieht den Aktienmarkt reif für Gewinnmitnahmen
18.05.2026

Der Aktienmarkt hat seit Ende März kräftig zugelegt, doch die Bank of America sieht wachsende Risiken. Steigende Inflation, hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
18.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Politik
Politik Xi lockt Trump mit einem „großen Deal“. Im Hintergrund tickt die Bombe Taiwan
18.05.2026

Xi Jinping setzt auf Entspannung mit Donald Trump und lockt mit großen Handelsabkommen. Doch hinter den Milliardenversprechen steht der...

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens Energy-Aktie: Analysten sehen weiteres Potenzial nach Kursanstieg
18.05.2026

Nach einer kurzen Schwächephase nimmt die Siemens Energy-Aktie wieder Kurs auf höhere Bewertungen. Vor allem starke Auftragseingänge und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stromexporte steigen: Deutschland wieder Nettoexporteur von Strom
18.05.2026

Die deutsche Strombilanz hat sich überraschend gedreht: Im ersten Quartal überwogen die Exporte wieder die Importe. Besonders erneuerbare...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Anlageberatung im Test: Wie gut ist ChatGPT bei der Geldanlage – und was bringt es mir als Anleger?
18.05.2026

Der KI-Chatbot ChatGPT prüft im Selbsttest eine private Finanzlage und kommt schnell zu einem klaren Ergebnis: Zu viel Geld liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Ryanair-Aktie: Keine Gewinnprognose wegen Iran-Krieg
18.05.2026

Ryanair meldet starke Geschäftszahlen und steigende Umsätze, doch beim Ausblick bleibt die Fluggesellschaft überraschend vorsichtig –...