Unternehmen

SAP-Aktie auf Rekordhoch: Softwarekonzern begeistert mit Zahlen und Ausblick

Die SAP-Aktie hat am Mittwoch ihre Rekord-Rally fortgesetzt. Grund für die Euphorie beim Papier des größten Softwarekonzerns in Europa war ein starker Quartalsbericht samt Ausblick. Wie geht es weiter beim Softwarekonzern und wie sollten Anleger nun reagieren?
24.01.2024 18:28
Lesezeit: 2 min

Im Handelsverlauf stiegen die Papiere des Softwarekonzerns um 8,5 Prozent nach oben bis auf einen Höchststand von 161,98 Euro und schlossen als zweitstärkster Wert im Leitindex DAX 7,6 Prozent im Plus bei 160,76 Euro. Mit einem Zuwachs von mehr als 15 Prozent im noch jungen Börsenjahr 2024 gehört SAP zu den Top-Werten im DAX.

Die Walldorfer profitierten im Schlussquartal beim Umsatz erneut vom starken Wachstum ihrer Cloudangebote und verdienten im Tagesgeschäft mehr als gedacht. Im Jahr 2024 soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern währungsbereinigt um 17 bis 21 Prozent wachsen. Beim währungsbereinigten Umsatz peilt SAP ein Plus von 8 bis 10 Prozent an. Treiber soll erneut die Cloud-Sparte mit einem anvisierten Anstieg von 24 bis 27 Prozent sein. Die Ziele liegen höher als von Analysten erwartet.

Zudem will Europas größter Softwarehersteller für das Segment Künstliche Intelligenz (KI) viel Geld in die Hand nehmen. "Wir planen in diesem und dem kommenden Jahr in toto eine knappe Milliarde Euro in diesem Bereich zu investieren", sagte Finanzchef Dominik Asam der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Für den damit verbundenen Stellenabbau und Umstrukturierungen kalkuliert der Konzern mit Kosten von 2 Milliarden Euro, bis zu 8000 Stellen sind betroffen.

Ein Händler nannte den Quartalsbericht der Walldorfer stark. Ein Haar in der Suppe seien die Umsätze im Cloud-Geschäft, die etwas unter den Erwartungen lägen. Kompensiert werde dies aber von einem starken Ausblick. "Vor allem der Fokus auf das Trendthema Künstliche Intelligenz sorgt bei den Anlegern für gute Stimmung", schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Alles in allem sei das vierte Quartal "sehr solide" verlaufen und das Wachstum des Auftragsbestands sei bemerkenswert, betonte UBS-Analyst Michael Briest. Allerdings bemängelte er die unerwartet niedrigen Umsätze im Abo-Cloud-Geschäft und das Ziel für den Free Cashflow 2024. Nach Aussage von Andreas Wolf von Warburg Research decken sich die Ziele des Software-Entwicklers für das laufende Jahr in etwa mit den Erwartungen. Die Resultate zum vierten Quartal hätten die Erwartungen leicht übertroffen.

Jefferies-Analyst Charles Brennan sprach von einem "komplizierten" Zahlenwerk, in dem sich das Wachstum des Auftragsbestands im Cloud-Geschäft positiv hervorhebe. Skeptiker könnten aber auf die unter den Erwartungen liegenden Margen verweisen. Sein Kollege Knut Woller von der Baader Bank sieht den Anlegerfokus nun auf die neue Berechnung der operativen Gewinne und das angekündigte Umstrukturierungsprogramm gerichtet. (dpa)

Mehr zum Thema
article:fokus_txt

 

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsweise Malmendier warnt vor "Inflationsschock" in den USA
04.04.2025

Ökonominnen und Ökonomen sehen klar: Trumps Zölle treiben die Preise nach oben. Die Entwicklung könnte für den Präsidenten politische...

DWN
Politik
Politik Nato-Treffen: Ukrainischer Außenminister Sybiha fordert von Nato mehr Druck auf Russland
04.04.2025

Das Treffen der Außenminister der Nato-Staaten in Brüssel geht zu Ende. Im Fokus stehen Gespräche über die Ukraine. Kiew fordert dabei...

DWN
Panorama
Panorama Kalifornien: Mehr Elektro-Ladestationen als Tankstellen
04.04.2025

Während sich die USA unter der Regierung von Donald Trump zunehmend von Klimaschutzmaßnahmen entfernen, verzeichnet Kalifornien einen...

DWN
Politik
Politik Elon Musk: Rücktritt aus US-Regierung? Der Milliardär dementiert
04.04.2025

Elon Musk hat Berichte des US-Nachrichtenportals Politico zurückgewiesen, wonach er in den kommenden Wochen aus seiner Position als Leiter...

DWN
Politik
Politik „Machen Sie sich auf die Auswirkungen gefasst“: EU kündigt weitere Gegenmaßnahmen zu US-Zöllen an
03.04.2025

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat die Bürger der EU auf die bevorstehenden wirtschaftlichen Folgen...

DWN
Politik
Politik US-Finanzminister warnt vor Vergeltungszöllen: Eskalation könnte die Lage verschärfen
03.04.2025

US-Finanzminister Scott Bessent hat betroffene Länder vor einer schnellen Reaktion auf die jüngste Ankündigung von Präsident Donald...

DWN
Politik
Politik AfD-Kandidat erstmals ins Verfassungsgericht gewählt: Zweidrittelmehrheit im Thüringer Landtag
03.04.2025

Die AfD hat einen Kandidaten für den Thüringer Verfassungsgerichtshof durchgesetzt: Rechtsanwalt Bernd Falk Wittig wurde mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbercheck: Dürfen Arbeitgeber frühere Chefs kontaktieren?
03.04.2025

Referenzen von ehemaligen Arbeitgebern können wertvolle Einblicke bieten – aber ist es rechtlich erlaubt, ohne Zustimmung des Bewerbers...