Politik

Umfrage: Mehrheit sieht Deutschland nicht vorbereitet auf Spionage

Die Mehrheit der Bürger ist in Sorge, dass Deutschland vermehrt Ziel geheimdienstlicher Aktionen Russlands wird – zugleich aber nicht auf russische Spionageversuche vorbereitet ist.
09.03.2024 10:26
Aktualisiert: 09.03.2024 13:53
Lesezeit: 1 min
Umfrage: Mehrheit sieht Deutschland nicht vorbereitet auf Spionage
Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, steigt aus einem Airbus A400M der Luftwaffe (Foto: dpa). Foto: Kay Nietfeld

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Instituts Infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend hervor. Demnach sorgen sich 70 Prozent vor zunehmenden Spionageaktionen und 67 Prozent befürchten eine mangelnde Vorbereitung. Einer Mehrheit von 62 Prozent bereitet zudem Sorge, dass Deutschland direkt in den Krieg hineingezogen werden könnte.

Am vergangenen Freitag hatte Russland eine mitgeschnittene Schaltkonferenz von vier hohen Offizieren veröffentlicht. Darin wurden Einsatzszenarien für die Taurus-Marschflugkörper für den Fall erörtert, dass sie doch noch an die Ukraine geliefert werden sollten.

Unverändert offen zeigen sich der Umfrage zufolge die Deutschen gegenüber größeren Anstrengungen im Verteidigungsbereich. Die Entscheidung der Bundesregierung, dauerhaft mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung und damit deutlich mehr als in früheren Zeiten auszugeben, halten drei von vier (74 Prozent) für richtig.

Die höheren Verteidigungsausgaben sollen nach Ansicht von 43 Prozent der Bundesbürger durch Einsparungen in anderen Bereichen finanziert werden. 34 Prozent sprechen sich der Umfrage zufolge für eine Aussetzung der Schuldenbremse und die Aufnahme von Krediten auf. Eine Anhebung von Steuern und Abgaben wollen nur 9 Prozent der Wahlberechtigten.

Laut Umfrage stellt sich die Mehrheit der Menschen hinter das Nein von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Lieferung der Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine. 61 Prozent der Befragten äußerten sich in der Umfrage von Infratest dimap entsprechend. Ähnlich hoch ist die Ablehnung laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach sind 58 Prozent gegen die Lieferung dieses Waffensystems und nur 28 Prozent dafür.

Der Bundeskanzler hatte einer Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern in der vergangenen Woche eine klare Absage erteilt. Dahinter steckt die Befürchtung, dass Deutschland in den Krieg verwickelt werden könnte, sollten die Marschflugkörper russisches Territorium treffen. (dpa)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie: Milliardenmarkt für Adipositas treibt Ausbau in Irland voran
19.03.2026

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk investiert 432 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktion in Irland und stärkt damit seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ZF schreibt Milliardenverlust: Schulden bleiben hoch, Nachfrage stagniert – wie geht es weiter?
19.03.2026

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen kämpft weiter mit den Folgen von Umbau und Marktschwäche. Trotz Verbesserungen im operativen...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IMK warnt: Neue Inflation in Deutschland durch Ölpreisschock
19.03.2026

Die Inflation könnte schneller zurückkehren als viele erwarten. Der Iran-Krieg treibt Energiepreise nach oben und setzt Haushalte unter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft CDU-Wirtschaftsrat fordert Fracking in Deutschland – Risiken für Umwelt und Klima
19.03.2026

Deutschlands Rohstoffstrategie steht unter Druck: Der Ruf nach mehr Eigenförderung wird lauter. Fracking rückt dabei wieder in den Fokus...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis im Aufwind: Nordseesorte Brent reagiert auf Eskalation im Irankrieg
19.03.2026

Ein Raketenangriff auf Katars Gasinfrastruktur sorgt für Turbulenzen am Energiemarkt und lässt den Ölpreis steigen. Während der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BDI warnt vor Eingriffen bei Spritpreisen: Streit um Kartellrecht eskaliert
19.03.2026

Steigende Spritpreise setzen Politik und Wirtschaft unter Druck. Während die Bundesregierung das Kartellrecht verschärfen will, wächst...

DWN
Panorama
Panorama Forsa-Umfrage: Deutsche fordern mehr Förderung für grüne Technologien
19.03.2026

Nachhaltige Technologien gewinnen für Deutschlands Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Viele Bürger sehen darin große Chancen für die...