Wirtschaft

Inflation auf dem Rückzug: Großhandelspreise fallen noch stärker als zuvor

Gute Neuigkeiten für Verbraucher: Die Großhandelspreise sinken weiter kräftig und sind nunmehr bereits elf Monate in Folge rückläufig. Die Inflationsrate dürfte damit nun bald unter die Zielmarke von zwei Prozent sinken.
13.03.2024 08:10
Aktualisiert: 13.03.2024 09:40
Lesezeit: 2 min
Inflation auf dem Rückzug: Großhandelspreise fallen noch stärker als zuvor
Die Großhandelspreise sind im Februar massiv gesunken, am höchsten war der Rückgang bei Ölerzeugnissen. (Foto: dpa) Foto: Stefan Sauer

Der seit knapp einem Jahr anhaltende Rückgang der deutschen Großhandelspreise hat sich im Februar beschleunigt. Diese sanken im Schnitt um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist bereits der elfte Rückgang in Folge, der zudem stärker ausfiel als im Januar mit 2,7 Prozent und im Dezember mit 2,6 Prozent. Auch im Vergleich zum Vormonat sanken die Preise, wenn auch nur um 0,1 Prozent.

Der Großhandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden, Preissenkungen kommen meist verzögert und zumindest teilweise auch bei den Verbrauchern an. Als Frühindikator deutet die jüngste Entwicklung der Großhandelspreise darauf hin, dass die Inflation in Deutschland bald unter die Zielmarle von 2,0 Prozent sinken wird. Im Februar ist die Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) mit 2,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren gefallen. Experten wie der Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnen jetzt schon die EZB vor zu frühen Zinssenkungen.

Ökonomen gehen davon aus, dass die Inflation in diesem Jahr deutlich nachlassen wird. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einer Teuerungsrate von 2,3 Prozent, nachdem die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr noch um durchschnittlich 5,9 Prozent gestiegen waren.

Benzin und Getreide wird deutlich billiger - Obst und Gemüse bleibt teuer

Den größten Einfluss auf die Abwärtsentwicklung auf Großhandelsebene hatten im Februar erneut Mineralölerzeugnisse wie Benzin, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vom Februar 2022 noch besonders kräftig gestiegen waren. Sie sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Erhebliche Preisrückgänge gab es im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (minus 20,8 Prozent), mit chemischen Erzeugnissen (minus 15,0 Prozent), mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (minus 14,4 Prozent) sowie mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten (minus 6,1 Prozent).

Höher als im Vorjahresmonat waren dagegen wieder die Preise im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln (minus 7,3 Prozent). Auch für Getränke (minus 5,1 Prozent) sowie für Tabakwaren (minus 5,0 Prozent) musste auf Großhandelsebene mehr bezahlt werden als vor einem Jahr.

(mit Material der Nachrichtenagentur Reuters)

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