Wirtschaft

China: Unsere Elektroauto-Industrie ist nicht auf Subventionen angewiesen

Der chinesische Handelsminister weist Vorwürfe des Westens zurück, wonach es auf dem Elektroauto-Markt eine absichtliche Wettbewerbsverzerrung durch Subventionen an die heimischen Autohersteller gibt. Unstrittig ist hingegen, dass Chinas E-Autobauer massiv in Europa expandieren - und diese Entwicklung steht erst am Anfang.
09.04.2024 06:39
Aktualisiert: 09.04.2024 07:03
Lesezeit: 1 min

Chinesische Autobauer sind nach den Worten von Handelsminister Wang Wentao nicht auf Subventionen angewiesen, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Zudem seien Anschuldigungen der USA und der EU, es gebe Überkapazitäten, unbegründet, sagte der Wang einer Mitteilung des Ministeriums vom Montag zufolge. Der Minister äußerte sich bei einer Gesprächsrunde mit chinesischen Unternehmen in Paris, bei dem er unter anderem Chinas Exporte von Elektrofahrzeugen auf den europäischen Markt erörtern wollte.

„Chinas Elektrofahrzeugunternehmen setzen auf kontinuierliche technologische Innovation, ein perfektes Produktions- und Lieferkettensystem und den vollen Wettbewerb auf dem Markt, um sich schnell zu entwickeln, und verlassen sich nicht auf Subventionen, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen“, sagte Wang.

Vertreter von mehr als zehn Unternehmen nahmen an dem Treffen teil, darunter die Elektroauto-Hersteller BYD und Geely, sowie der Batterieproduzent CATL. Im Mittelpunkt der Diskussionen wird die Untersuchung der Europäischen Kommission stehen, ob Chinas Elektroautoindustrie von Subventionen profitiert hat. Die EU-Kommission untersucht seit Oktober die chinesischen Subventionspraktiken. Vom Resultat hängt die Entscheidung ab, ob Zölle zum Schutz der EU-Hersteller erhoben werden. Die Untersuchung soll bis November abgeschlossen werden.

2024 dürfte jedes vierte E-Auto in Europa aus China stammen

Chinas Autokonzerne expandieren zurzeit massiv in Europa – allen voran BYD. Der weltweit führende Elektroautobauer trebt Insidern zufolge trotz der schwächelnden Nachfrage in diesem Jahr ein deutliches Absatzplus an. Die chinesischen Elektroautohersteller haben durch die staatlichen Subventionen einen Vorteil im Preiskampf.

In Europa ist 2023 jedes fünfte elektrisch angetriebene Fahrzeug aus dem Reich der Mitte importiert worden, wie die Umwelt-Lobbyorganisation "Transport & Environment" (T&E) in einer neuen Studie ermittelte. Im laufenden Jahr werde der Anteil auf ein Viertel steigen. Die Europäische Union erwägt Strafzölle auf chinesische Autos, um die heimische Branche zu unterstützen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...

DWN
Politik
Politik Neuordnung Pflegeversicherung beschlossen: Regierung bringt Pflegereform auf den Weg
30.09.2026

Die Bundesregierung gibt nach langem Ringen von Union und SPD grünes Licht für die geplante Pflegereform. Das Kabinett beschließt den...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Immobilienberatung: ChatGPT wählt einen Immobilienkredit – sinnvoll oder nicht?
30.09.2026

Ein Wohnungskauf für rund 803.000 Euro, eine hohe Eigenleistung und der Wunsch nach Kindern: Kann ChatGPT bei der Wahl des passenden...

DWN
Finanzen
Finanzen LPKF-Aktie bricht nach Prognosesenkung ein: Verzögerte Aufträge belasten Ausblick
30.09.2026

Die LPKF-Aktie ist am Mittwoch kräftig unter Druck geraten. Der Laserspezialist hat seine Prognose für 2026 deutlich gesenkt, weil sich...

DWN
Politik
Politik Russland erhöht Militärausgaben um 27 Prozent. Putin: Krieg mit Europa wäre kurz
30.09.2026

Medwedew spricht von Angriffen auf deutsche Fabriken. Russland beschlagnahmt deutsches Vermögen. Russische Fluggeräte sorgen an der...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Rally verliert an Schwung vor US-Inflationsdaten
30.09.2026

Der Bitcoin-Kurs hält sich am Mittwochmorgen über 83.000 US-Dollar, doch unter der Oberfläche verliert die jüngste Rally an Kraft....

DWN
Unternehmen
Unternehmen 1627 gegründet: Traditionsbrauerei Wolters wird geschlossen
30.09.2026

Das Brauerei-Sterben geht weiter: Die Wolters-Brauerei in Braunschweig schließt die Tore. Für die Produktionsstätte mit 90 Mitarbeitern...