Wirtschaft

OWZE-Prognose 2024: Minimales Wirtschaftswachstum für Deutschland erwartet

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OWZE) geht von einem minimalen Wirtschaftswachstum für Deutschland aus. Wie geht es weiter?
02.05.2024 14:18
Aktualisiert: 02.05.2024 14:18
Lesezeit: 1 min

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OWZE) hat ihre Wachstumserwartungen für die deutsche Wirtschaft erneut nach unten korrigiert. Die aktuelle Prognose geht nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa von einem minimalen Wachstum von nur 0,2 Prozent für dieses Jahr aus, nachdem die Schätzung im Februar bereits von 0,6 Prozent auf 0,3 Prozent reduziert wurde.

Die OWZE, die ihre neuesten Konjunkturprognosen am Donnerstag in Paris vorstellte, sieht den Hauptgrund für die Wachstumsdämpfung in der Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts, die Umschichtung von 60 Milliarden Euro an ungenutzten Corona-Schutzmitteln in einen Klimafonds zu blockieren. Diese Entscheidung verunsichert laut OWZE die Investoren, insbesondere im Bereich der „grünen“ Investitionen.

Zudem haben hohe Zinsen die Investitionstätigkeit, besonders im Wohnungsbau, spürbar gebremst. Trotz dieser Herausforderungen erwartet die OWZE für 2025 eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in Deutschland auf 1,1 Prozent.

Exportwachstum und nötige Investitionen

Die Organisation prognostiziert zudem für das kommende Jahr ein stabiles Wachstum der deutschen Exporte. Die fallende Inflation und steigende Löhne stärken die Kaufkraft und den privaten Konsum, was der Wirtschaft zugutekommt. Erwartet wird auch, dass private Investitionen dank neuer Lieferketten, fortschreitender Digitalisierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien allmählich zunehmen.

Die OWZE empfiehlt Deutschland, private und öffentliche Investitionen zu steigern, die Verwaltung weiter zu digitalisieren und die Verwaltungslast zu reduzieren. Zudem sollten Flexibilität bei den Steuervorschriften und Effizienz bei öffentlichen Ausgaben verbessert werden, um große Rückstände bei der Infrastruktur zu bewältigen und grüne Investitionen voranzutreiben.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, rät die OWZE zu verstärkten Anreizen für Frauen, ältere Menschen und Geringverdiener sowie zur Verbesserung von Bildung und Ausbildung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Großbritannien: Britischer Premierminister Starmer kündigt Rücktritt an
22.06.2026

Der Einzug seines größten Rivalen ins Parlament kostet Premierminister Keir Starmer das Amt. Der Labour-Chef hatte sich schon in den...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditklemme 2026: Wird Finanzierung zum Problem?
22.06.2026

Nicht der abgelehnte Kredit ist das größte Risiko für Deutschlands Mittelstand – sondern der Antrag, der gar nicht mehr gestellt wird....

DWN
Politik
Politik Auf dem Weg zur Volkspartei? Wie es für die Linke weitergeht
22.06.2026

Neues Spitzenduo, alte Streitfragen und viel Wut auf Schwarz-Rot: Die Linke will mit Protesten Millionen bewegen. Kann sie wirklich zur...

DWN
Politik
Politik Russische Zentralbankchefin auf mysteriöse Weise verschwunden
22.06.2026

Die russische Zentralbankchefin Elvira Nabiullina ist seit fast drei Wochen nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Nun machen...

DWN
Politik
Politik Kliniksterben: Marienhospital insolvent - Jede zweite Klinik vorm Aus
22.06.2026

Marienhospital in Stuttgart vorm Aus: So könnte es jeder zweiten Klinik im Land ergehen. Was der Chef des Krankenhausverbands zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
22.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Politik
Politik Litauen-Brigade: Verteidigungsminister Pistorius hält Verpflichtungen für möglich
22.06.2026

Für die neue Brigade in Litauen setzt die Bundeswehr auf Freiwillige. Doch weil sich nicht genügend Freiwillige für die Litauen-Brigade...

DWN
Politik
Politik Politikerbeleidigung: Merz hat als Kanzler keine Strafanträge gestellt
22.06.2026

Wie reagiert der Bundeskanzler auf Beleidigungen im Netz? Früher als Oppositionsführer stellte Friedrich Merz diverse Strafanzeigen wegen...