Politik

IW-Studie: EU-Wahl 2024 - Kluft zwischen Grünen- und AfD-Anhängern

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: 62 Prozent der Deutschen halten die EU-Wahl für wichtig. Besonders groß ist die Zustimmung bei Grünen-Anhängern, während AfD-Anhänger skeptischer sind.
07.06.2024 10:15
Aktualisiert: 07.06.2024 10:15
Lesezeit: 1 min
IW-Studie: EU-Wahl 2024 - Kluft zwischen Grünen- und AfD-Anhängern
Großplakaten von FDP, CDU, SPD und Freien Wählern zur Europawahl (links nach rechts): Die Bedeutung der EU-Wahl wird oft unterschätzt, obwohl über die Hälfte der deutschen Exporte nahezu zollfrei ins EU-Ausland geht und Millionen Arbeitsplätze vom EU-Binnenmarkt abhängen (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

Eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt, dass 62 Prozent der Deutschen die EU-Wahlen als wichtig erachten. Am Sonntag findet in Deutschland die Wahl zum zehnten Europäischen Parlament statt, bei der beinahe 65 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben können, erstmals auch 16- und 17-Jährige.

Die Umfrage, an der rund 5.200 Bundesbürger teilnahmen, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Anhängern verschiedener Parteien. Während 88 Prozent der Grünen-Anhänger die EU-Wahl als wichtig ansehen, sind es bei den AfD-Anhängern lediglich 46 Prozent. Darüber hinaus glauben nur 13 Prozent der AfD-Anhänger, dass sie die Politik der EU mitbestimmen können, verglichen mit 26 Prozent im Durchschnitt aller Befragten.

Mehr als die Hälfte der AfD-Anhänger (53 Prozent) sprechen sich für einen Austritt Deutschlands aus der EU aus, während dieser Meinung insgesamt nur 18 Prozent der Befragten zustimmen.

Die Bedeutung der EU für die deutsche Wirtschaft

Die Studie untersucht auch, wie Informationen die Einstellungen zur EU-Wahl beeinflussen können. Beispielsweise geht über die Hälfte der deutschen Exporte nahezu zollfrei ins EU-Ausland, und mehrere Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen direkt vom EU-Binnenmarkt ab. Personen, die diese Informationen erhielten, bewerteten die EU-Wahl häufiger als wichtig. „Unser Befragungsexperiment zeigt: Die Menschen unterschätzen den wirtschaftlichen Nutzen der EU“, sagt Studienautorin Samina Sultan.

„Für eine gesunde Demokratie ist es wichtig, dass Informationen über komplexe Institutionen wie die EU für jeden verfügbar und verständlich sind“, ergänzt der andere Studienautor Matthias Diermeier.

Die Auswertungen basieren auf der IW-Personenbefragung aus dem Frühjahr 2024, durchgeführt im Auftrag des IW über das Online-Access-Panel von „Bilendi & respondi“. Befragt wurden über 5.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland. Dabei ist die Befragung nach Geschlecht, Alter, Bundesländern und monatlichem Haushaltsnettoeinkommen quotenrepräsentativ.

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Farhad Salmanian

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Farhad Salmanian arbeitet bei den DWN als Online-Redakteur. Er widmet sich den Ressorts Politik und Wirtschaft Deutschlands sowie der EU. Er war bereits unter anderem für die Sender BBC und Radio Free Europe tätig und bringt mehrsprachige Rundfunkexpertise sowie vertiefte Kenntnisse in Analyse, Medienbeobachtung und Recherche mit.

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