Unternehmen

Neue Verträge: Nach dem KaDeWe sind auch Oberpollinger und Alsterhaus gerettet

Die berühmten Flaggschiffe der deutschen Warenhäuser scheinen nach der Pleite des Immobilien-Hasardeurs René Benko endlich gerettet zu sein. Sowohl das Obepollinger in München als auch das Alsterhaus in Hamburg haben neue Verträge erhalten und können ihre Geschäfte fortführen.
26.07.2024 16:55
Lesezeit: 2 min

Der Fortbestand der zur KaDeWe-Gruppe gehörenden Warenhäuser Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg ist gesichert. Für beide Häuser sei ein neuer Mietvertrag zu marktüblichen Konditionen mit dem Insolvenzverwalter des früheren Eigentümers unterschrieben worden, wurde aus dem Fortgang vertrauten Kreisen bekannt. Die Beschäftigten seien am Vormittag informiert worden.

Stellenabbau in der Verwaltung

Die Einigung geht demnach auch mit einem Stellenabbau einher, der besonders die Verwaltung der KaDeWe-Gruppe trifft. Auch in den Häusern selbst sollen Stellen abgebaut werden. Das betrifft den Informationen zufolge rund 40 Arbeitsplätze von insgesamt rund 1300.

Das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) ist von der Einigung nicht berührt. Hier gibt es schon länger einen Mietvertrag. Die KaDeWe-Gruppe äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu der Einigung.

Central Gruppe übernimmt Geschäftsbetrieb

Die thailändische Central Gruppe hatte im Juni den Geschäftsbetrieb der drei Luxuskaufhäuser in München, Hamburg und Berlin komplett übernommen. Schon vorher hielt sie 50,1 Prozent an der KaDeWe-Gruppe. Der verbleibende Anteil gehörte zum zusammengebrochenen Signa-Firmengeflecht des österreichischen Investors René Benko. Im Januar hatte die KaDeWe-Gruppe Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Geschäftsbetrieb in den Kaufhäusern läuft aber weiter.

Sowohl der Oberpollinger als auch das Alsterhaus in Hamburg fielen in die Insolvenzmasse von Signa. Die Gruppe Central verhandelte deshalb mit dem Insolvenzverwalter über geringere Mieten. Für das KaDeWe in Berlin war das nicht nötig. Das Gebäude hatte Central im April nach Senatsangaben für eine Milliarde Euro selbst übernommen.

Gruppe gehört zu den reichsten Familien Thailands

Die Central Group ist ein Mischkonzern im Besitz der Familie Chirathivat, die zu den reichsten Familien Thailands zählt. Forbes schätzte ihr Vermögen 2023 auf 12,4 Milliarden Dollar (11,4 Mrd. Euro). Die Gruppe mit Sitz in Bangkok betreibt Supermärkte, Kaufhausketten, Hotels und Restaurants. Neben ihren Anteilen an Warenhäusern in Deutschland ist die Central Group im Ausland unter anderem an La Rinascente in Italien, Selfridges in Großbritannien und Globus in der Schweiz beteiligt.

Die Warenhäuser

Der Oberpollinger, 1905 eröffnet, sieht sich heute als Departmentstore, orientiert auch an internationaler Kundschaft. Im 1912 als Warenhaus Hermann Tietz eröffneten Alsterhaus schauten sich 75 Jahre später auch Prince Charles und Lady Diana um. Das 1907, in der Nähe des Kurfürstendamms eröffnete KaDeWe („Kaufhaus des Westens“) in Berlin wurde in der Nachkriegszeit zum Sinnbild für Konsum und Kaufkraft. 728 Millionen Euro Umsatz machten die drei Häuser im Geschäftsjahr 2022/2023 nach Unternehmensangaben. Größter Umsatzbringer ist das KaDeWe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Finanzen
Finanzen Rüstungsaktien: Europas Aufrüstung macht Anleger reich
16.09.2026

Rüstungsaktien haben Anlegern seit Anfang 2025 enorme Gewinne beschert, manche Titel haben ihren Wert nahezu verdoppelt. Trotzdem setzen...

DWN
Politik
Politik Düstere Botschaft aus Kiew: Putin will Krieg führen, bis er stirbt
16.09.2026

Dmytro Kuleba war bis September 2024 Außenminister der Ukraine. Jetzt warnt er Europa vor Illusionen über Russland. Putin werde Krieg...

DWN
Politik
Politik Milliardendefizit Arbeitsagentur: Kommt ein kürzerer Arbeitslosengeld-Bezug?
16.09.2026

Ältere sollen weniger lang Arbeitslosengeld beziehen dürfen - das fordern Wirtschaftsverbände und bestimmte Parteien. Doch Forscher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Onboarding neuer Mitarbeiter: Darauf kommt es an
16.09.2026

Die Vorstellungsgespräche sind geschafft, es wurde sich für einen passenden Bewerber entschieden und dieser hat ebenfalls zugesagt. Damit...

DWN
Politik
Politik Ursula von der Leyen: Fünf Pleiten und zwei Erfolge
16.09.2026

Der Europäer glaubt nicht, dass er durch die EU besser leben wird. Dieses politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Problem ist in...

DWN
Politik
Politik Strafjustiz am Limit: 1,1 Millionen Strafverfahren auf Halde
16.09.2026

Deutschlands Staatsanwaltschaften kommen mit der wachsenden Zahl neuer Fälle kaum noch hinterher. Zur Jahresmitte 2026 lagen bundesweit...

DWN
Politik
Politik Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Umfrage nur zwei Punkte vor SPD
16.09.2026

In wenigen Tagen wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Einer neuen Umfrage zufolge könnte sich ein Erfolg für die SPD...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU will Arbeiten in Europa einfacher machen
16.09.2026

Wer als Europäer in Europa arbeiten will, soll künftig weniger Papierkram und kürzere Wartezeiten haben. Die EU-Kommission will...