Politik

Sabotageakte in der Ostsee: Von Notz fordert entschlossene Reaktion

Sabotageakte in der Ostsee alarmieren die Politik – Grünen-Politiker von Notz fordert besseren Schutz. Es geht um die unklare Zuständigkeit bei hybriden Bedrohungen, wie etwa der Zerstörung von Datenkabeln. Von Notz fordert, dass Deutschland sich besser auf solche Angriffe vorbereitet und Verantwortlichkeiten klarer geregelt werden.
28.11.2024 11:42
Lesezeit: 1 min

Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz mahnt zu verstärktem Schutz vor Sabotage. Dabei verweist er auf beschädigte Datenkabel in der Ostsee.

Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz fordert angesichts der jüngsten Beschädigungen von Datenkabeln in der Ostsee mehr Schutzmaßnahmen und eine klare Strategie zur Abwehr von Sabotageakten. "Wir müssen uns auf diese aggressiveren Methoden unbedingt besser einstellen als bisher", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)". "Und das heißt, wir müssen vor allem klären, wer wofür zuständig ist." Von Notz ist Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags, das für die Aufsicht der Geheimdienste verantwortlich ist.

Unklare Zuständigkeiten begünstigen Sabotage

Von Notz hob hervor, dass Zuständigkeiten im Bereich hybrider Bedrohungen wie Sabotage dringend geklärt werden müssten. Als Beispiel nannte er die Frage, wer verantwortlich ist, wenn ein chinesisches Schiff in der Ostsee mit einem Anker Leitungen beschädigt. "Bisher ist das nicht eindeutig geregelt, da es sich um hybride und nicht klar kriegerische Maßnahmen handelt", erklärte von Notz. Er betonte: "Ich glaube, dass solche und andere Lücken gezielt ausgenutzt werden. Wenn wir uns nicht besser wehren, könnte so etwas bald jeden zweiten Tag passieren."

Von Notz warnte zudem, dass die Zahl der Sabotage- und Spionageakte gegen Deutschland deutlich zugenommen habe.

Schäden und Ermittlungen in der Ostsee

Vor etwa anderthalb Wochen wurden in der Ostsee innerhalb kurzer Zeit Schäden an zwei Kabelverbindungen festgestellt: zwischen dem finnischen Helsinki und Rostock sowie zwischen Schweden und Litauen. Beide Vorfälle ereigneten sich in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Schwedens. Die Ursachen der Beschädigungen sind bislang unklar. Um den Vorfällen nachzugehen, haben Finnland, Schweden und Litauen eine gemeinsame Ermittlungsgruppe gebildet.

In den vergangenen Tagen rückte der chinesische Frachter "Yi Peng 3" ins Zentrum des Interesses. Das Schiff soll zum Zeitpunkt der Kabelbrüche die betroffenen Regionen passiert haben, nachdem es aus einem russischen Hafen ausgelaufen war. Aktuell liegt die "Yi Peng 3" unverändert im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden, während Patrouillenschiffe aus Deutschland und anderen Nato-Staaten die Situation überwachen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Winterzeit, Tankrabatt, Bahnhöfe: Was sich im Oktober ändert
29.09.2026

Die Sommerzeit endet schon wieder und das Alkoholverbot an Bahnhöfen kommt - ein Blick auf die Neuerungen im Oktober.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
29.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Klima-Transformation: Das steckt hinter dem Umbau der Stahlindustrie
29.09.2026

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Die deutsche Stahlindustrie steckt Milliarden in die Produktion von grünen Stahl. Doch die...

DWN
Politik
Politik Fachkräftemangel: Einwanderer 2025 in vielen Berufen unverzichtbar
29.09.2026

Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland hat Wurzeln im Ausland. Besonders in Berufen, in denen händeringend Fachkräfte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreich Staatsverschuldung: Die nächste Gefahr für die Eurozone
29.09.2026

Frankreich galt lange als einer der politischen und wirtschaftlichen Pfeiler der Eurozone. Doch an den Anleihemärkten wächst die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street schließt im Minus, während sich der Anleiheausverkauf fortsetzt
28.09.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Geran-5: Wie die Ukraine auf Russlands schnelle Drohne reagiert
28.09.2026

Russlands schnelle Angriffsdrohnen stellen die ukrainische Luftverteidigung vor ein neues Problem. Während ältere Geran-5-Modelle...

DWN
Politik
Politik Europa schließt Fabriken und träumt von strategischer Autonomie
28.09.2026

Da es keine Antwort auf die heute und jetzt hohen Energiepreise gibt, zu denen auch die Politik der EU beigetragen hat, verkauft Ursula von...