Finanzen

Goldpreis 2025: Goldhändler Heraeus sagt Rekordjagd voraus

Heraeus erwartet für den Goldpreis 2025 weitere Rekordhochs - gestützt durch Zinssenkungen, den schwächeren Dollar und anhaltende geopolitische Unsicherheiten. Das Handelshaus prognostiziert eine weiterhin starke Nachfrage, insbesondere aus Asien und bei den Notenbanken. Auch die US-Staatsverschuldung könnte den Wert des Edelmetalls weiter antreiben.
10.12.2024 22:15
Aktualisiert: 10.12.2024 22:15
Lesezeit: 2 min

Die US-Wahl hat der Goldpreisentwicklung nicht geholfen. Als sicher war, dass Donald Trump am 20. Januar 2025 erneut ins Weiße Haus einziehen wird, legte der Dollarkurs schlagartig zu - und die bis dahin außergewöhnliche Goldpreisrally fand ihr relativ plötzliches Ende. Doch die Goldpreis-Prognose 2025 vieler Experten sieht deutlich positiver aus, die Edelmetallspezialisten sehen überwiegend einen weiterhin starken Goldpreis, der teilweise viele Prozent über dem Goldpreis aktuell liegt.

Goldpreis 2025 weiterhin bullish

Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, gehört mit seinen Aussichten für den Goldpreis 2025 eher zu den vorsichtigen Experten. Er rechnet damit, dass der Goldpreis im ersten Halbjahr 2025 bei etwa 2.600 Dollar pro Unze liegen. Gegenüber dem Goldpreis aktuell ist das natürlich keine positive Veränderung, die jetzt für einen Goldkauf spricht.

Ganz anders sieht Goldman Sachs die Entwicklung. Die Investmentbank rechnet damit, dass der Goldpreis 2025 auf 3.000 Dollar pro Feinunze steigen könnte. Das wäre der höchste Preis, den das Edelmetall jemals in der Geschichte erreicht hat. Eine ähnliche Prognose gibt nun das Handelshaus Heraeus ab. Demnach wird der Goldpreis auch im kommenden Jahr weiter steigen. „Angesichts zusätzlicher Zinssenkungen und eines voraussichtlich schwächeren Dollars könnte der Preis bis auf 2.950 US-Dollar steigen“, erklärte Henrik Marx, Leiter des Edelmetallhandels, bei der Vorstellung der Edelmetallprognose am Dienstag.

Goldpreis-Rekordhoch auch 2025 wahrscheinlich

Ende Oktober erreichte der Goldpreis bei annähernd 2.790 US-Dollar ein Rekordhoch. Einzelne Preisspitzen oberhalb von 3.000 Dollar im kommenden Jahr wollte Heraeus-Goldfachmann Henrik Marx am Dienstag nicht ausschließen, neue Goldpreis-Allzeithochs sind dürften also auch 2025 regelmäßig zu bejubeln sein - sollten die Prognosen eintreffen. Vieles spricht jedenfalls dafür: Zinssenkungen der Notenbanken beflügeln den Goldpreis. Da das Edelmetall keine Zinsen abwirft, macht es bei einem niedrigen Zinsniveau mehr Sinn in Gold zu investieren. „Auch die Politik des designierten US-Präsidenten Donald Trump dürfte den Goldpreis stützen“, sagt Marx. „Steigende US-Staatsverschuldung wird zu höherer Inflation und einem schwächeren Dollar führen“, was beides den Goldpreis begünstige. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger, da das Edelmetall in Dollar gehandelt wird.

Marx erwartet, dass Notenbanken ihre Goldkäufe im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen werden. Diese Käufe haben den Goldpreis bereits in diesem Jahr nach oben getrieben, könnten aber 2025 etwas geringer ausfallen. Auch die Nachfrage aus Asien dürfte den Preis stützen. „Sollten chinesische Konjunkturmaßnahmen die Wirtschaft ankurbeln, könnte Asien eine solide Grundlage für die Goldnachfrage im Jahr 2025 bilden“, so Marx weiter. Geopolitische Risiken wie der Ukraine-Krieg und Konflikte im Nahen Osten dürften ebenfalls Gold als sichere Anlage weiter attraktiv machen. Marx sieht die positive Haltung Trumps zum Bitcoin jedoch nicht als Bedrohung für den Goldpreis. „Bitcoin und Gold sprechen unterschiedliche Anlegergruppen an“, sagte er. „Sollten die USA eine Bitcoin-Reserve anlegen, würde der Preis für die Kryptowährung steigen, aber der Goldpreis bleibt davon unberührt.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Sandisk bricht um 12 Prozent ein, während sich der Ausverkauf bei Chip-Aktien verschärft title
16.07.2026

Ein turbulenter Handelstag an der Wall Street sorgt für weitreichende Verschiebungen und überraschende Bewegungen bei Einzelwerten.

DWN
Politik
Politik Führungswechsel in Kiew: Proteste überschatten Wahl der neuen ukrainischen Regierung
16.07.2026

Mitten im Abwehrkampf gegen Russland erlebt die Ukraine eine dramatische Regierungsumbildung. Während das Parlament in Kiew mit Serhij...

DWN
Politik
Politik Konflikt im Nahen Osten: Iran signalisiert Verhandlungsbereitschaft trotz neuer Drohungen
16.07.2026

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran erreicht eine neue Rolltreppe der Eskalation. Während Washington den militärischen Druck...

DWN
Politik
Politik EU-Asylreform: Italien blockiert weiter Rücknahmen
16.07.2026

Die neuen EU-Asylregeln sollen eigentlich klären, welcher Mitgliedstaat für Schutzsuchende zuständig ist. Doch ein Bericht der...

DWN
Finanzen
Finanzen Fed-Aktienkäufe: Die Notenbank als letzter Retter der Börse
16.07.2026

Beim nächsten großen Börsencrash könnte die US-Notenbank zu einem Mittel greifen, das bislang als Tabubruch gilt: dem Kauf von...

DWN
Panorama
Panorama Miteinander statt Frust: Wie der Bund das Heimatgefühl vor Ort stärken will
16.07.2026

Geschlossene Läden, fehlende Ärzte und teurer Wohnraum sorgen vielerorts für Frust. Die Bundesregierung will Alltagsproblemen in Stadt...

DWN
Politik
Politik Steuerbetrug: Bundesregierung will härter durchgreifen
16.07.2026

Die Bundesregierung will Steuerkriminalität stärker bekämpfen und Ermittlungen besser bündeln. Finanzminister Lars Klingbeil und...

DWN
Politik
Politik Zivilschutz und Abschreckung: Deutschland stellt sich auf neue Bedrohungslage ein
16.07.2026

Deutschland richtet seine Sicherheitsstrategie stärker auf die Bedrohung durch Russland aus. Außenminister Johann Wadephul fordert ein...