Immobilien

Wahrzeichen statt Bauruine: Hamburger Unternehmer soll Elbtower fertigstellen

In Hamburg sollte das dritthöchste Gebäude Deutschlands entstehen. Doch im Oktober 2023 stoppten die Arbeiten. Nun soll voraussichtlich der Hamburger Unternehmer Dieter Becken das Signa-Projekt fertigstellen. Der Insolvenzverwalter hat ihm für Verhandlungen Exklusivität zugesagt.
13.12.2024 20:11
Lesezeit: 2 min

Nach mehr als einem Jahr Stillstand deutet sich eine Lösung für den Weiterbau des Hamburger Elbtowers an. Geplant ist der Einstieg des Hamburger Immobilienunternehmers Dieter Becken, in trockenen Tüchern ist die Sache aber nicht. Der Bau des Hochhauses war als Folge des Zusammenbruchs der Benko-Immobiliengruppe gestoppt worden.

Der Insolvenzverwalter Torsten Martini hat nun eine Exklusivvereinbarung mit Becken Development getroffen - das Unternehmen gehört zu einer Holding um den Hamburger Immobilienunternehmer Dieter Becken. Die Vereinbarung hat zur Folge, dass der Insolvenzverwalter ausschließlich mit Becken über einen Verkauf des Elbtowers verhandelt, wie die Kanzlei des Insolvenzverwalters und Becken-Holding mitteilten.

Martini sagte, er freue sich, dass Exklusivität vereinbart worden sei. "Und ich bin zuversichtlich, mit der Investmentgruppe um Dieter Becken den Verkauf abzuschließen." Zuletzt waren mehrere Bieter für den Elbtower gehandelt worden. Interesse wurde auch der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Prio Holding und dem türkischen Bauunternehmen Enka nachgesagt.

Erst fehlte das Geld, dann ruhte der Prachtbau

Der Elbtower war ursprünglich ein Vorhaben der Signa Prime Selection AG des österreichischen Bauunternehmers René Benko. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte das Projekt einst auf den Weg gebracht. 2025 sollte das Hochhaus fertiggestellt werden. Die Kosten waren auf rund 950 Millionen Euro veranschlagt. Ende Oktober 2023 stellte das beauftragte Bauunternehmen Adolf Lupp aus Hessen bei 100 Metern Höhe die Arbeit ein, weil Rechnungen nicht gezahlt worden seien.

Im Januar beantragte schließlich die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG, die Eigentümerin des Elbtower-Grundstücks, Insolvenz. Bei der Projektgesellschaft handelte es sich um eine mittelbare Tochter der ebenfalls insolventen Signa Prime Selection AG. In Hamburg an den Elbbrücken grüßte ei ne Bauruine aus dem Süden in die Hamburger City die fahrenden Fahrzeuge - der halbe Olaf. Die Hamburger nahmen es mit Humor, waren zuversichtlich, dass schon irgendwer der Hamburger Pfeffersäcke sich erbarmt.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte der Elbtower mit mehr als 60 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden - nach dem Commerzbank-Turm und dem Messeturm in Frankfurt. Entworfen wurde das Gebäude vom Büro des britischen Stararchitekten David Chipperfield.

Im Elbtower sollten Büros, Geschäfte, Galerien, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in der 55. Etage untergebracht werden. Ein Hotel der vom Schauspieler Robert De Niro mitgegründeten Nobu-Kette sollte mehrere Etagen des Elbtowers belegen.

Becken will Elbtower in drei Jahren fertigstellen

Becken sagte vor wenigen Tagen, er wolle den Bau innerhalb von drei Jahren fertigstellen. Bis zum Einzug der letzten Mieter solle es höchstens vier Jahre dauern.

Der Hamburger Senat signalisierte Zustimmung, dass Becken den Angaben nach vorschlage, ein Naturkundemuseum der Leibniz-Gemeinschaft in den unteren Geschossen des Hochhauses unterzubringen. Ferner lobte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dass der Elbtower im ausschließlichen Risiko privater Investoren fertiggestellt werden solle.

Das Immobilien- und Investmentunternehmen Becken hat nach eigenen Angaben seinen Hauptsitz in Hamburg und verfügt über Büros in mehreren deutschen Städten. In der Hansestadt hat das Unternehmen mehrere Vorhaben realisiert, darunter das Polizeipräsidium und das große Bürogebäude "Berliner Bogen".

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Trotz der Preisschwankungen von XRP haben Nutzer auf XRP-Staking-Plattformen über 9.000 US-Dollar pro Tag verdient.

Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigen die Kursentwicklung und die Marktstruktur von XRP positive Veränderungen im Kryptowährungsmarkt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft „Ein Albtraum für den Handel“: EU kontert Trumps Strafzoll-Drohungen
19.01.2026

Donald Trump will mit Strafzöllen Druck auf Europa ausüben – doch kann er sich dabei überhaupt einzelne EU-Staaten herauspicken?...

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie fällt kräftig: Was sind die Gründe – und ist das die Chance zum Einstieg?
19.01.2026

Die Novo Nordisk-Aktie startet nach einer starken Aufwärtsrally überraschend schwächer in die neue Börsenwoche. Hinter dem Rücksetzer...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Anleihemarkt in Alarmbereitschaft: Aus Sicht eines Top-Ökonoms wächst das Risiko für Investoren
19.01.2026

Ein dänischer Star-Ökonom schlägt in den USA Alarm: Die Mischung aus aggressiver Finanzpolitik, politischem Druck auf die Notenbank und...

DWN
Finanzen
Finanzen Experten an den US-Börsen: Goldpreis zu hoch – weg aus den USA, kaufen Sie diese Aktien
19.01.2026

Geopolitische Schocks, politische Unberechenbarkeit und dennoch: Die Börsen laufen weiter. Während Gold auf Rekordniveau polarisiert,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF sieht Deutschland 2026 stärker wachsen – Optimismus für Wirtschaft
19.01.2026

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft 2026 stärker wächst als andere G7-Staaten. Damit...

DWN
Panorama
Panorama Putins Angst vor Journalisten: Der Fall eines norwegischen Mediums
19.01.2026

Fünf Journalisten im norwegischen Grenzort Kirkenes geraten ins Visier des Kreml: Russland erklärt ihr Medium zur „unerwünschten...

DWN
Politik
Politik Elektroauto-Kaufprämie: Schneider lockt mit bis zu 6.000 Euro Förderung
19.01.2026

Die Bundesregierung fördert den Kauf oder das Leasing von Elektroautos wieder mit bis zu 6.000 Euro. Umweltminister Carsten Schneider...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Start-up-Finanzierung 2025 steigt wieder – Bayern überholt Berlin
19.01.2026

Deutsche Start-ups profitieren 2025 von einem leichteren Zugang zu Investorengeldern. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY...