Wirtschaft

Deutsche Flugsicherung erhöht Gebühren: Gründe, Auswirkungen und Forderungen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat angekündigt, zum Jahreswechsel die Gebühren für Fluggesellschaften deutlich zu erhöhen. Während Überflüge um 27 Prozent teurer werden, steigen die Kosten für Starts und Landungen sogar um 40 Prozent. Hauptgrund sind EU-Vorgaben, die eine schrittweise Kompensation pandemiebedingter Einnahmeausfälle verlangen. Die Erhöhung trifft Fluggesellschaften und Passagiere gleichermaßen und wirft Fragen nach einer nachhaltigen Finanzierung auf.
27.12.2024 08:45
Lesezeit: 1 min

Die bundeseigene Gesellschaft setze damit lediglich verbindliche EU-Vorgaben um, sagt DFS-Chef Arndt Schoenemann. Diese verlange in einem genau festgelegten Verfahren, die in der Corona-Zeit aufgelaufenen Mindereinnahmen in den Folgejahren wieder hereinzuholen. Pro Flugticket machten die Flugsicherungsgebühren insgesamt maximal sechs Euro aus.

Finanzierungslücke von 1,2 Milliarden Euro bis 2028 schließen

Schoenemann beziffert die Finanzierungslücke auf 1,2 Milliarden Euro. Sie soll bis 2028 stufenweise abgebaut werden. Bereits in den Vorjahren hat die DFS die Gebühren hochgesetzt. Für Starts und Landungen berechnete sie im laufenden Jahr bereits mehr als doppelt so hohe Gebühren wie im Jahr 2020.

Auswirkungen der gestiegenen Gebühren auf Kunden

Der Luftverkehr in Deutschland hat sich im europäischen Vergleich nur sehr langsam von der Corona-Krise erholt. Die Branche macht dafür in erster Linie die hohen staatlich veranlassten Gebühren und Steuern verantwortlich.

Neben den Flugsicherungsgebühren sind das die Luftverkehrssteuer sowie die Luftsicherheitsgebühr, die für die Kontrolle der Passagiere und ihres Handgepäcks erhoben wird. Hier steigt die Obergrenze zum Jahreswechsel von 10 auf 15 Euro pro Passagier. Sämtliche Kosten werden über die Ticketpreise an die Kunden weitergegeben.

DFS kritisiert bestehendes System der Flugsicherungsgebühren

Schoenemann kritisiert das europaweite „ Schönwettersystem“ der Flugsicherungsgebühren. Es funktioniere nur bei stetig steigenden Luftverkehrszahlen. Tatsächlich werde man in Deutschland erst im Jahr 2029 wieder das Vor-Corona-Niveau aus dem Jahr 2019 erreichen.



„ Es wird nicht weniger geflogen, weil die Gebühren so hoch sind“ , sagt der DFS-Chef. „ Vielmehr sind die Gebühren so hoch, weil so wenig geflogen wird und sich so die Kosten auf weniger Flüge verteilen.“

Forderung nach Reformen und staatlicher Unterstützung

Er fordert eine Reform der Finanzierung, an deren Ende der Bund einen Sockelbetrag von bis zu 25 Prozent der DFS-Basiskosten tragen könne. Die Flugsicherung sei schließlich ein wichtiger Teil der kritischen Infrastruktur.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Industriespionage? EU-Kommission will Huawei und ZTE in Mobilfunknetzen verbieten
20.01.2026

Die EU-Kommission erhöht den Druck auf die Mitgliedstaaten: Huawei und ZTE sollen aus europäischen Mobilfunknetzen verschwinden. Dafür...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Gelbes Edelmetall erstmals über 4.700 US-Dollar – Silberpreis ebenfalls mit Allzeithoch
20.01.2026

Ein neues Goldpreis-Rekordhoch: Das gelbe Edelmetall durchbricht eine historische Marke nach der anderen, der Silberpreis zieht mit....

DWN
Technologie
Technologie Energie in unsicheren Zeiten: Was tun, wenn der Blackout in Deutschland kommt?
20.01.2026

Ein Blackout trifft moderne Gesellschaften schneller, als viele glauben. Der Ausfall in Spanien und Portugal Anfang 2025 zeigt, wie rasch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen im Januar besser als erwartet
20.01.2026

Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im Januar deutlich stärker als erwartet – ein Signal, das viele als Hoffnungsschimmer für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte in die USA fallen: Autoindustrie besonders betroffen – wo es Hoffnung gibt
20.01.2026

Deutschlands USA-Exporte geraten unter Druck: Zölle, politische Drohkulissen und neue Unsicherheit im transatlantischen Geschäft treffen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Materialmangel in deutscher Industrie geht zurück – doch Entwarnung bleibt riskant
20.01.2026

Die Materiallage in der deutschen Industrie wirkt deutlich stabiler als noch vor wenigen Monaten. Vor allem die Autoindustrie meldet...

DWN
Panorama
Panorama Verdi-Warnstreik bremst Pendler aus: Wirtschaft warnt vor Folgen
20.01.2026

Der Verdi-Streik trifft Autofahrer genau zum Start in den Tag: Warnstreiks im öffentlichen Dienst sorgen für Sperrungen, Umleitungen und...

DWN
Politik
Politik Putins Bündnisse zerfallen: Iran wird zum Schlüsselrisiko
20.01.2026

Russlands Außenpolitik steckt in der Krise: Verbündete im Nahen Osten und darüber hinaus zweifeln zunehmend am Wert der Partnerschaft...