Politik

Donald Trump und Grönland: Sohn Don Jr. auf politisch brisanter Reise

Donald Trump erneuert seinen Anspruch auf Grönland und schickt Sohn Don Jr. auf eine politisch aufgeladene Reise. Die Insel bleibt wegen ihrer strategischen Bedeutung ein zentrales Thema. Gleichzeitig überrascht Trump mit Äußerungen über eine mögliche Vereinigung mit Kanada, die neue Diskussionen entfachen.
07.01.2025 10:54
Aktualisiert: 07.01.2025 10:54
Lesezeit: 2 min

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass sein Sohn Donald Jr. nach Grönland reisen wird. Währenddessen erneuerte er seinen Anspruch auf die dänische Insel in der Arktis. "Mein Sohn Don Jr. und einige Vertreter werden die Reise antreten, um dort die beeindruckenden Landschaften und Attraktionen zu erleben", schrieb Trump auf Truth Social. Dabei ließ er offen, wen er mit den "Vertretern" genau meinte. Der Republikaner fügte hinzu: "Grönland ist ein faszinierender Ort, und die Menschen dort werden enorm profitieren, sobald es Teil unserer Nation wird."

Donald Trump Grönland: Sohn Don Jr. auf Erkundungsreise

Donald Trump Jr., der in den USA oft Don Jr. genannt wird, plant heute seine Ankunft in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. Dies berichteten Fox News und "The Hill". Laut den Berichten handelt es sich um eine private Reise, bei der keine Treffen mit Regierungsvertretern geplant sind. "Als jemand, der gerne die Natur entdeckt, freue ich mich, Grönland zu besuchen, um die Schönheit der Insel zu genießen", zitiert Fox News den Trump-Sohn.

Der 47-Jährige hat bisher keinen offiziellen Posten in der Regierung seines Vaters erhalten. Im Wahlkampf war er jedoch eine wichtige Unterstützung für Donald Trump und gilt als einer seiner engsten Berater. Diese politische Nähe verleiht seiner Grönland-Reise zusätzliche Brisanz. Donald Trump betonte auf Truth Social, dass die USA Grönland vor einer "grausamen Außenwelt" schützen wollen. Die Bewohner der Insel bezeichnete er als "Maga", eine Anspielung auf sein Motto "Make America Great Again".

Grönland: Ein strategisches Interesse

Trump, der am 20. Januar ins Weiße Haus zurückkehrt, erklärte im Dezember: "Für die nationale Sicherheit und die Freiheit der Welt ist es unerlässlich, dass die USA Grönland kontrollieren." Bereits während seiner ersten Amtszeit wollte er Grönland kaufen, ein Vorschlag, der von Dänemark abgelehnt wurde. Dänemark plant nun umfangreiche Investitionen, um die Sicherheit der Insel zu stärken.

Mit etwa 56.000 Einwohnern genießt Grönland weitgehende Autonomie. Durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland, die vermuteten Bodenschätze und einen US-Militärstützpunkt ist die Insel von strategischer Bedeutung. Grönland ist sechsmal so groß wie Deutschland. Dänemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen erklärte im Dezember, dass Dänemark Grönlands Überwachung allein nicht sicherstellen könne. "Es gibt keine konkreten Pläne, aber wir werden mit den USA zusammenarbeiten", sagte er.

Kanada als potenzielles Ziel

Donald Trump hat in letzter Zeit auch verstärkt Interesse an Kanada gezeigt. Öffentlich sprach er wiederholt davon, das Land zum "51. Bundesstaat" der USA zu machen. Auf Truth Social schrieb er kürzlich: "Mit einer Vereinigung von Kanada und den USA würden Zölle wegfallen, Steuern sinken, und Kanada wäre vor russischen und chinesischen Bedrohungen geschützt." Gemeinsam mit den USA könne Kanada eine "großartige Nation" werden, so der Republikaner.

Diese Aussagen fallen in eine Phase politischer Unsicherheit in Kanada. Premierminister Justin Trudeau kündigte am Montag seinen Rücktritt nach mehr als neun Jahren im Amt an. Trump hatte Trudeau häufig spöttisch als "Gouverneur" bezeichnet, ein Begriff für die Staatsoberhäupter der US-Bundesstaaten. Kanada ist flächenmäßig das zweitgrößte Land der Erde, zählt rund 40 Millionen Einwohner und ist Mitglied der Nato sowie der G7.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...

DWN
Politik
Politik Per Haftbefehl gesucht: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland
09.10.2026

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entstehung eines Mega-Reeders stockt: Israel hat ZIM-Übernahme noch nicht genehmigt
09.10.2026

Hapag-Lloyd will mit der Übernahme von ZIM einen der größten Deals seiner Geschichte abschließen. Doch Israel hat dem 4,2 Milliarden...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 46: Die Woche im Rückblick – KW 41
09.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...