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Umsatzflaute bei Autozulieferer Mahle: Überprüfung von Verbrenner-Aus gefordert

Werksschließungen nach Umstellung auf Elektromobilität: Der schwäbische Autozulieferer Mahle kämpft mit deutlichem Umsatzrückgang durch schwache Fahrzeugnachfrage und zu langsame Elektromobilitätsanpassung. Auch die Aussichten auf 2025 trüben sich deutlich ein. Forderungen nach Überprüfung vom Verbrenner-Aus in der EU werden laut.
16.01.2025 08:11
Aktualisiert: 16.01.2025 09:11
Lesezeit: 2 min

Hohe Produktionskosten, eine gesunkene Fahrzeugnachfrage und die Umstellung auf Elektromobilität setzen auch Automobilzulieferer Mahle zu. Das Traditionsunternehmen hat seit fast 100 Jahren seinen Hauptsitz in Stuttgart-Bad Cannstatt. Der Großkonzern ist auf fünf Kontinenten präsent und beschäftigt an rund 150 Produktionsstandorten 72.373 Mitarbeiter.

Autozulieferer Mahle 2024 mit deutlichem Umsatzrückgang

Der Umsatz ging 2024 nach einer vorläufigen Berechnung auf 11,7 Milliarden Euro zurück, wie Vorstandschef Arnd Franz in Stuttgart mitteilte. 2023 hatte der Erlös des Stiftungsunternehmens noch gut 12,8 Milliarden Euro betragen. „Alle Automobilhersteller waren bemüht, ihre Kapazitäten den schwierigen Bedingungen anzupassen. Das schlägt dann natürlich auf die Zulieferer durch.“

2024 sei ein sehr anspruchsvolles Jahr gewesen. Die Märkte hätten sich teilweise schwächer entwickelt als erwartet, vor allem in Europa und Nordamerika, sagte Franz. Asien sei vom Umsatzrückgang nicht so stark betroffen gewesen. China habe für Mahle keine Wachstumsimpulse gebracht. Indien und Südamerika hingegen hätten sich positiv entwickelt.

Autozulieferer Mahle bleibt 2024 profitabel

Im vorläufigen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro sind nach den Worten von Franz etwa 300 Millionen Euro enthalten aus Geschäft, von dem man sich getrennt habe. Zum Ergebnis machte er keine konkreten Angaben, betonte aber: „Auch 2024 bleiben wir aus heutiger Sicht profitabel.“

Der Ausblick für das laufende Jahr habe sich in den letzten Wochen noch einmal deutlich eingetrübt. Es sei sehr schwierig, Vorhersagen zu treffen. Die Nachfrage durch die Autohersteller werde weiterhin sehr verhalten sein, und die politische Großwetterlage mache es nicht einfacher.

Zwei Werke bereits geschlossen

Aktuell erwirtschaftet der Zulieferer bereits über 60 Prozent seines Umsatzes unabhängig vom Pkw-Verbrennungsmotor, wie Franz berichtete. Mahle befindet sich gleichfalls wie andere Zulieferer im Umbau – weg vom Verbrenner hin zur Elektromobilität. Vor diesem Hintergrund wurden Ende 2024 wie bereits bekannt die Werke in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) und im österreichischen Mattighofen geschlossen. In den USA soll im ersten Quartal 2025 eine Produktionsstätte in Charleston dicht gemacht werden.

Aktuell gibt es 18 Werke in Deutschland. Ende Juni waren im Inland 9.990 Personen beschäftigt. Vorstandschef Arnd Franz sagte, Mahle habe große Fortschritte gemacht bei der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte. Für die dortigen Beschäftigten gilt eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.

Franz fordert Überprüfung von Verbrenner-Aus in der EU

Zu den sehr strikten CO₂-Zielen in der Europäischen Union sagte der Chef des Automobilzulieferers: „Wir brauchen eine grundsätzliche Überarbeitung der CO₂-Regulierung, die nicht nur die Auspuffemissionen berücksichtigt, sondern eine ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung vorsieht und Platz für Hybridantriebe und fortschrittliche nachhaltige Kraftstoffe lässt.“ Notwendig seien alle Technologien, um CO₂ schon in diesem Jahrzehnt zu reduzieren. „Europa muss sich entscheiden, ob es einen Sonderweg gehen will.“ Ab 2035 soll in der EU ein Verbrennerverbot gelten.

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Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

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