Technologie

BMW setzt auf Künstliche Intelligenz: Präzise Qualitätskontrolle durch „GenAI4Q“ im Werk Regensburg

BMW setzt auf Künstliche Intelligenz in der Qualitätskontrolle: Im Werk Regensburg prüft ein neu entwickeltes KI-System jedes Fahrzeug individuell – schneller, präziser und vollständig digital. Mit dem Pilotprojekt „GenAI4Q“ treibt der Autobauer die Transformation zur intelligenten Fabrik konsequent voran.
03.05.2025 15:57
Lesezeit: 2 min

Technologischer Paradigmenwechsel in der Fahrzeugproduktion

Im Verborgenen vollzieht sich derzeit in der bayerischen Industrielandschaft ein stiller, aber weitreichender Wandel: BMW setzt im Werk Regensburg auf Künstliche Intelligenz, um die Qualität seiner Fahrzeuge noch zielgenauer und effizienter zu prüfen. Der bayerische Premium-Autobauer setzt damit einen Meilenstein in der digitalen Transformation seiner Produktionslinien – unter dem Namen „GenAI4Q“ wurde eine Softwarelösung entwickelt, die individuelle Prüfprotokolle für jedes Fahrzeug erstellt.

Individuelle Kontrolle statt starrer Standards

„Unser Tool für Künstliche Intelligenz erstellt für jedes einzelne Fahrzeug einen individuellen Prüfkatalog“, erklärt Rüdiger Römich, der im Werk Regensburg für die Endabnahme verantwortlich ist. Was zunächst technisch klingt, bedeutet in der Praxis: Jedes einzelne Fahrzeug wird nicht mehr nach einem starren Standardplan überprüft, sondern bekommt eine passgenaue Qualitätskontrolle – maßgeschneidert anhand von Ausstattung, Produktionsverlauf und Modellvariante.

Künstliche Intelligenz lernt – und handelt in Echtzeit

Die Grundlage dafür bilden gewaltige Datenmengen. Die KI analysiert laufend sämtliche relevanten Informationen zum Produktionsstatus jedes einzelnen Fahrzeugs – von der Modellvariante über verbaute Komponenten bis hin zu Echtzeitdaten aus der Fertigung. Daraus ergibt sich ein personalisierter Prüfplan, der über eine benutzerfreundliche App auf den Smartphones der Mitarbeiter ausgegeben wird – inklusive Spracherkennung und automatischer Transkription zur standardisierten Dokumentation.

Höchste Flexibilität auf der Linie – Individualisierung auf Industrieniveau

Dass diese Neuerung dringend notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Produktionsrealität in Regensburg: Alle 57 Sekunden verlässt ein Fahrzeug das Werk – jedes davon individuell konfiguriert, viele mit unterschiedlichen Antriebssystemen. Diesel, Hybrid, Elektro – die Vielfalt der Modellvarianten erfordert eine präzise, flexible und gleichzeitig robuste Qualitätskontrolle. Klassische Prüflogiken geraten hier an ihre Grenzen.

Kooperation mit Hightech-Startup: BMW holt externe Expertise ins Haus

Entwickelt wurde die KI-Lösung in enger Zusammenarbeit mit dem Münchner Startup Datagon AI, das sich auf intelligente Datenanalysen spezialisiert hat. Die Kooperation zeigt: BMW öffnet sich gezielt für externe Innovationsquellen, um den technologischen Wandel innerhalb der eigenen Produktion schneller voranzutreiben.

Fazit: BMW bringt Künstliche Intelligenz aus dem Labor auf die Straße

Während viele Industrieunternehmen noch über „Industrie 4.0“ diskutieren, setzt BMW längst konkrete Schritte um – mit einem klaren Fokus auf Effizienz, Fehlerreduktion und Individualisierung. Der Einsatz von KI in der Endkontrolle zeigt, dass Digitalisierung in der Industrie nicht nur ein Schlagwort, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil ist. Für die BMW Group, für den Standort Regensburg – und letztlich für den Kunden.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmenskrise in Deutschland: Großinsolvenzen erreichen neue Höchststände
11.01.2026

Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland verschärft sich spürbar und reicht inzwischen über einzelne Branchen hinaus....

DWN
Finanzen
Finanzen D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld
11.01.2026

Handgeschriebene Botschaften auf alten D-Mark-Scheinen: Was die Bundesbank im vergangenen Jahr zum Umtausch erhielt – und warum ein Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen So lief das Börsenjahr 2025: Edelmetalle im Höhenflug und Krypto unter Druck
11.01.2026

Die Finanzmärkte haben sich zuletzt deutlich auseinanderentwickelt und Anleger vor neue Bewertungsfragen gestellt. Welche Anlageklassen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anlagestrategie: Falsche Prognosen sind besser als keine Prognosen
11.01.2026

Prognosen sind notorisch unzuverlässig – und dennoch unverzichtbar. Ob Wetter, Kapitalmärkte oder Geschichte: Wir wissen, dass...

DWN
Technologie
Technologie Arbeitswelt 50 plus: Wie die KI ältere Arbeitnehmer benachteiligt
11.01.2026

Die KI ist nicht objektiv, sondern lernt aus dem Internet. Dort grassieren Vorurteile - auch gegenüber Arbeitnehmern über 50. Diese...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr in Litauen: Litauens Präsident setzt auf deutsche Brigade ab 2027
11.01.2026

Ab Ende 2027 sollen in Litauen fast 5.000 Bundeswehr-Soldaten die Ostflanke schützen. Für Präsident Nauseda ist das gesetzt, trotz neuer...

DWN
Politik
Politik „America first“: USA steigen aus 66 internationalen Organisationen aus
11.01.2026

Die USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 02: Die wichtigsten Analysen der Woche
11.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 02 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...