Wirtschaft

Munich Re: Milliardenschaden durch Waldbrände in Kalifornien

Flammen wüten immer wieder durch Kalifornien – und hinterlassen nicht nur verkohlte Wälder, sondern auch tiefe Spuren in den Bilanzen großer Rückversicherer. Munich Re bekommt die Folgen des Klimawandels damit unmittelbar zu spüren: Ein Quartalsverlust in Milliardenhöhe zeigt, wie verletzlich selbst die globalen Giganten geworden sind. Doch trotz aller Risiken bleibt der Konzern optimistisch – mit Blick auf das gesamte Jahr und auf den US-Markt.
13.05.2025 15:01
Lesezeit: 2 min

Kalifornische Waldbrände kosten Munich Re eine Milliarde

Im Januar gingen Teile der kalifornischen Millionenmetropole Los Angeles in Rauch und Flammen auf. Für den Münchner Dax-Konzern Munich Re ist das ein Großschaden.

Gewinneinbruch durch Naturkatastrophe

Die verheerenden Waldbrände des vergangenen Winters in Kalifornien führen beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re zu einem Gewinneinbruch um fast die Hälfte. Der Nettogewinn im ersten Quartal ist im Vorjahresvergleich um gut 48 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro gesunken, wie der Dax-Konzern mitteilte. Hauptursache war die Naturkatastrophe in Los Angeles, für die das Unternehmen insgesamt mit Kosten in Höhe von ebenfalls 1,1 Milliarden Euro rechnet. Ungeachtet dessen hält der Munich-Re-Vorstand am diesjährigen Gewinnziel von sechs Milliarden Euro fest.

Nordamerika bleibt Hochrisikogebiet

Rückversicherungen sind der Schutz der Versicherer: Erstversicherer wie die Allianz schließen selbst Verträge ab, um sich vor allem gegen immense Kosten durch Naturkatastrophen abzusichern. Nordamerika ist sowohl der Kontinent mit den weltweit höchsten Naturkatastrophenschäden als auch der wichtigste Auslandsmarkt für die Munich Re – daher die nun sehr hohe Belastung. Zudem zählt der Westen der USA zu den Regionen, in denen Klimaforscher und Meteorologen infolge des Klimawandels ein steigendes Risiko langer Trockenperioden – und damit erhöhte Waldbrandgefahr – erkennen.

Schwankungen gehören zum Geschäft

Im ersten Quartal 2024 sei das Ergebnis wegen sehr geringer Schäden außergewöhnlich gut gewesen; diesmal habe es eine erhebliche Belastung gegeben, sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka. "Diese Schwankungen sind normal und gleichen sich in der Regel über die Quartale auch aus."

Weitere Belastungen trüben die Bilanz

Doch die Feuer in Kalifornien waren nicht die einzige Belastung: Das Kapitalanlageergebnis von Munich Re sank im Jahresvergleich von knapp 2,2 auf 1,3 Milliarden Euro, vor allem durch Wertverluste festverzinslicher Wertpapiere. Auch der schwache Dollar wirkte sich negativ aus: Das Währungsergebnis war Anfang 2024 mit 277 Millionen Euro noch positiv und im ersten Quartal dieses Jahres mit minus 506 Millionen Euro negativ. Dass am Ende dennoch ein Quartalsgewinn von gut einer Milliarde Euro blieb, wertete Jurecka als Zeichen der Widerstandskraft des Unternehmens.

Optimistischer Blick nach vorn

Der Ausblick bleibt jedoch optimistisch: Die Munich Re erwartet demnach in den kommenden Monaten weiterhin positive Geschäftsmöglichkeiten, die Ziele für 2025 gelten unverändert. Das Ziel steht wie immer unter Vorbehalt. Auch dabei spielen die USA eine zentrale Rolle: Das Ergebnis der Munich Re hängt unter anderem vom Verlauf der sommerlichen Hurrikansaison im Nordatlantik ab.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...