Unternehmen

DAX-Konzerne verzeichnen deutlichen Rückgang bei Gewinnen

Geringere Gewinne, schrumpfende Belegschaften und globale Unsicherheiten: Deutschlands DAX-Konzerne stehen unter Druck. Doch wie widerstandsfähig sind die Börsenriesen wirklich in dieser angespannten Lage?
16.05.2025 08:32
Lesezeit: 2 min
DAX-Konzerne verzeichnen deutlichen Rückgang bei Gewinnen
Börsenhändler beobachten auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse vor der DAX-Kurve ihre Monitore. (Foto: dpa). Foto: Arne Dedert

DAX-Konzerne: Prominente Unternehmen mit sinkenden Erlösen

Deutschlands führende DAX-Konzerne melden rückläufige Gewinne und den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze. Die 40 im DAX gelisteten Börsenkonzerne bekommen zunehmend die wirtschaftliche Abkühlung und den verschärften globalen Konkurrenzdruck zu spüren, wie eine aktuelle EY-Analyse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im ersten Quartal 2025 legte der Gesamtumsatz der DAX-Konzerne – ohne Einbeziehung von Banken – um 3,3 Prozent auf 458,9 Milliarden Euro zu. Dennoch verzeichneten zehn der Konzerne sinkende Erlöse, darunter prominente Namen wie Mercedes-Benz, BMW, Bayer und BASF.

Versicherer stark belastet durch Waldbrände

Bei 16 der DAX-Konzerne fiel der operative Gewinn niedriger aus als im Vorjahr. Besonders betroffen: sämtliche Automobilhersteller sowie die Rückversicherungsriesen Munich Re und Hannover Rück, die hohe Ausgaben infolge der Waldbrände in der Region Los Angeles zu Jahresbeginn schultern mussten.

Insgesamt fiel das operative Ergebnis der DAX-Konzerne vor Steuern und Zinsen (EBIT) im ersten Quartal auf 44,8 Milliarden Euro – ein Minus von 8,1 Prozent gegenüber 48,7 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Personalabbau auf breiter Front

Auch bei der Beschäftigung zeigen die DAX-Konzerne eine negative Entwicklung, wie aus der EY-Analyse hervorgeht. So sank bei 27 berichtenden Unternehmen die Mitarbeiterzahl um 1 Prozent auf 3,17 Millionen – das entspricht einem Abbau von etwa 32.000 Arbeitsplätzen binnen eines Jahres. Trotz schwächelnder Konjunktur, geopolitischer Unsicherheiten und des Zollstreits mit den USA zeigen sich viele DAX-Konzerne bemerkenswert robust, betont Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. Eine klare Mehrheit konnte trotz allem den Umsatz steigern.

Allerdings seien die Folgen der US-Zölle bislang nur begrenzt sichtbar. "Viele Unternehmen haben aus Angst vor höheren Zöllen ihre Lager in den USA gefüllt, und US-Kunden haben Käufe vorgezogen, um günstigere Preise zu sichern." Die tatsächlichen Auswirkungen würden sich erst im zweiten Halbjahr in den Bilanzen der DAX-Konzerne zeigen. Für exportstarke Branchen bleibe die Zollpolitik eine erhebliche Herausforderung.

DAX-Konzerne: Rüstungsbranche boomt, Autoindustrie schwächelt

Einige DAX-Konzerne konnten hingegen stark zulegen: So meldete Rheinmetall ein Umsatzplus von 46 Prozent, MTU Aero Engines steigerte sich um 28 Prozent. Gleichzeitig verzeichneten die im DAX notierten Autobauer bei einem Umsatzrückgang von 2,5 Prozent einen dramatischen Gewinneinbruch von 42 Prozent – ein deutliches Signal für strukturelle Herausforderungen.

Den höchsten operativen Gewinn im ersten Quartal unter den DAX-Konzerne erzielte die Deutsche Telekom mit rund 6,8 Milliarden Euro. Es folgen Allianz mit 4,2 Milliarden Euro und Siemens mit 3,1 Milliarden Euro. Lediglich ein Börsenkonzern im DAX – die Porsche Holding – schloss mit einem operativen Verlust ab.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...