Wirtschaft

Erneut mehr Aufträge in der Industrie - Experte: mögliche Trendwende

In der deutschen Industrie mehren sich Hinweise auf ein Ende der Schwächephase. Im April haben die Industriebetriebe den zweiten Monat in Folge mehr Aufträge verzeichnet. Analysten sind von dem erneuten Anstieg überrascht.
05.06.2025 14:08
Lesezeit: 2 min
Erneut mehr Aufträge in der Industrie - Experte: mögliche Trendwende
Die positive Entwicklung sei „wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurückzuführen“, teilte Destatis mit. (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

In der deutschen Industrie mehren sich Hinweise auf ein Ende der Schwächephase. Im April haben die Industriebetriebe den zweiten Monat in Folge mehr Aufträge verzeichnet. Im Monatsvergleich legten die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe um 0,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Erneut mehr Aufträge in der Industrie

Der Zuwachs folgt auf einen kräftigen Anstieg im Monat zuvor, als Vorzieheffekte in Reaktion auf die angekündigten US-Zollerhöhungen die Zahl Bestellungen nach oben getrieben hatten.

Analysten wurden von dem erneuten Anstieg überrascht. Sie hatten im April weniger Aufträge erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 1,5 Prozent ausgegangen. Allerdings wurde der Anstieg im März leicht nach unten korrigiert, auf 3,4 Prozent von zuvor 3,6 Prozent.

Im Jahresvergleich fiel die Entwicklung im April ebenfalls besser als erwartet aus. In dieser Betrachtung meldete das Bundesamt einen Anstieg um 4,8 Prozent, während Analysten mit einem Plus von 3,9 Prozent gerechnet hatten.

Experte: mögliche Trendwende

„Hinter diesen fast unscheinbaren Zahlen verbirgt sich möglicherweise eine Trendwende für die Industrie“, kommentierte Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Seiner Einschätzung nach passen die Auftragsdaten zu anderen Indikatoren in jüngster Zeit.

Die positive Entwicklung sei „wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurückzuführen“, teilte Destatis mit. Aufgrund von mehreren Großaufträgen habe es in diesem Bereich einen Anstieg um 21,5 Prozent im Monatsvergleich gegeben.

Außerdem meldet das Bundesamt mehr Aufträge im sogenannten „Sonstigen Fahrzeugbau“, der unter anderem Bestellungen von Flugzeugen und Militärfahrzeuge umfasst. Dagegen habe es einen Dämpfer beim Auftragseingang im Maschinenbau gegeben.

Zudem ist die Zahl der Aufträge aus dem Ausland leicht gesunken, um 0,3 Prozent, wie aus der Mitteilung von Destatis weiter hervorgeht. Dem stehe ein Plus von 2,2 Prozent bei den Aufträgen aus dem Inland gegenüber.

In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums wird auf den weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich verwiesen. Hier seien die Auftragseingänge im Vergleich zur Vorperiode um 0,5 Prozent gestiegen. „Angesichts der anhaltend hohen handelspolitischen Unsicherheit und der weiterhin gedämpften Unternehmensstimmung bleibt jedoch abzuwarten, ob die Industrienachfrage im Verlauf des zweiten Quartals insgesamt weiter zulegen kann“, schreiben Experten des Bundeswirtschaftsministeriums.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen
02.03.2026

Der US-Aktienmarkt schloss am Montag uneinheitlich, während der Rohölpreis einen starken Sprung machte. Investoren wogen die Folgen der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Deutsche kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt europäischen Erdgas-Preis um fast 50 Prozent steigen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der europäischer Erdgas-Preis um fast 50 Prozent nach Produktionsstopp. Analysten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...