Politik

US-Zölle auf Stahl und Aluminium verdoppelt: Folgen für Deutschland

Donald Trump verdoppelt die Zölle auf Stahl und Aluminium – und riskiert damit eine neue Eskalation im transatlantischen Handelskonflikt. Während die EU eine harte Reaktion vorbereitet, könnten Verbraucher die Konsequenzen bald im Supermarkt oder Autohaus spüren. Auch deutsche Exporteure geraten stärker unter Druck.
04.06.2025 11:36
Lesezeit: 2 min

Verdoppelte US-Zölle auf Stahl und Aluminium greifen ab sofort

Trump verschärft den Kurs in der Zollpolitik: Die Einfuhrabgaben auf Stahl und Aluminium steigen deutlich – mit Folgen für internationale Handelspartner, auch Deutschland.

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verdopplung der Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium ist nun in Kraft. Seit Mitternacht (Ortszeit; 06:01 Uhr MESZ) gilt für Importe in die USA ein Satz von 50 Prozent – zuvor waren es 25 Prozent gewesen. Trump will damit nach eigenen Angaben Handelsungleichgewichte korrigieren und die heimische Industrie stärken.

Ausnahme für Großbritannien

Ausgenommen sind Stahl- und Aluminiumimporte aus Großbritannien, für die laut dem Weißen Haus weiterhin ein Satz von 25 Prozent gilt. Hintergrund ist ein Handelspakt, den die USA mit den Briten abgeschlossen haben.

Trump besiegelte den Schritt mit einer Anordnung, die er am Dienstag unterzeichnete. Die Erhöhung der Zölle dürfte Importe erschweren und zu höheren Preisen führen. Ökonomen erwarten spürbare Auswirkungen für Verbraucherinnen und Verbraucher – etwa beim Kauf von Autos, Küchengeräten oder Konserven.

Deutschland unter den Top-Ten

Die USA waren Stand 2024 nach der EU der weltweit größte Stahlimporteur. Wichtigste Herkunftsländer sind laut US-Regierung Kanada, Brasilien und Mexiko – unter den zehn größten Exporteuren in die USA befindet sich auch Deutschland. Nach Angaben des deutschen Branchenverbands Wirtschaftsvereinigung Stahl sind die USA der wichtigste Absatzmarkt für die europäische Stahlindustrie. Aluminium beziehen die USA vor allem aus Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten, China und Südkorea.

Trump setzt auf Druck

Trump hat bereits zahlreiche Zölle verhängt oder angedroht, um aus seiner Sicht vorteilhaftere Handelsvereinbarungen zu erzwingen. Einige davon wurden juristisch angefochten – die neuen Abgaben auf Stahl und Aluminium sind davon jedoch nicht betroffen.

Wie reagiert Europa?

Unklar ist bislang, wie die EU reagieren wird. Die EU-Kommission hatte Trumps Ankündigung am Wochenende scharf kritisiert und eine Reaktion noch vor dem Sommer in Aussicht gestellt. Als Affront wird das Vorgehen vor allem wegen der zuletzt intensivierten Verhandlungen zur Beilegung des Handelsstreits gewertet.

Nach jüngsten Angaben aus der EU-Kommission liefen die Gespräche allerdings zu Beginn der Woche weiter und wurden als "sehr konstruktiv" beschrieben. Heute ist ein weiteres Treffen zwischen EU-Handelskommissar Maros Sevcovic und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in Paris geplant.

Gegenzölle möglich

Sollte Trump bei den verdoppelten Zöllen bleiben, könnte die EU kurzfristig Gegenzölle verhängen. Die Mitgliedstaaten hatten bereits im April den Weg dafür geebnet. Zusätzliche Abgaben könnten unter anderem US-Produkte wie Jeans, Motorräder, Rindfleisch oder Zitrusfrüchte treffen. Auch Maßnahmen auf Industrie- und Agrargüter wie Autos, Süßkartoffeln und Whiskey werden erwogen.

Intensivere Verhandlungen zwischen der EU und den USA laufen seit der ersten Runde der Zollankündigungen durch Trump. Ursprünglich hatte die EU bereits Mitte April Gegenmaßnahmen beschlossen, diese jedoch ausgesetzt, nachdem Washington eine 90-tägige Atempause eingeräumt hatte. Dieses Zeitfenster sollte eigentlich für Verhandlungen genutzt werden. Die EU hatte bereits mehrfach betont, dass sie entschlossene Maßnahmen gegen US-Zölle einführen wird, sollten die Verhandlungen scheitern.

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