Wirtschaft

Kommt das Wirtschaftswachstum wieder? Neue Prognose bietet Lichtblick

Geht es wieder aufwärts für Deutschland? Das ifo Institut blickt optimistischer auf die deutsche Wirtschaft: Neue Regierungsimpulse und überraschend starke Exporte lassen die Prognosen steigen – doch Risiken bleiben.
12.06.2025 11:20
Aktualisiert: 12.06.2025 11:20
Lesezeit: 2 min

ifo hebt Konjunkturprognose für Deutschland an

Das ifo Institut hat seine Konjunkturprognose für Deutschland nach oben angepasst. Die deutsche Wirtschaft soll im Jahr 2025 um 0,3 Prozent und 2026 um 1,5 Prozent zulegen. Gegenüber der Frühjahrsprognose wurden die Wachstumsraten um 0,1 bzw. 0,7 Prozentpunkte erhöht. "Die Krise der deutschen Wirtschaft hat im Winterhalbjahr ihren Tiefpunkt erreicht", sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Ein Grund für den Wachstumsschub sind die angekündigten Fiskalmaßnahmen der neuen Bundesregierung."

Exporte treiben Aufschwung im ersten Quartal

Schon im ersten Quartal 2025 hat die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent kräftig zugelegt. Dies war laut ifo Institut vor allem auf vorgezogene Exporte in die USA zurückzuführen. Aber auch der private Konsum und die Investitionen legten erneut zu. Gleichzeitig besserte sich seit Jahresbeginn die Stimmung unter den Unternehmen. "Der zunehmende Optimismus speist sich vermutlich auch aus der Hoffnung, dass mit der neuen Koalition der wirtschaftspolitische Stillstand endet und es im Handelsstreit mit den USA zu einer Einigung kommen wird", sagt Wollmershäuser.

Fiskalpolitik setzt kräftige Impulse

Die neue Bundesregierung plant eine Ausweitung der Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben sowie Entlastungen durch beschleunigte Abschreibungen, Steuersenkungen, niedrigere Netzentgelte und eine höhere Pendlerpauschale. Die Impulse bewertet das ifo Institut in seiner Konjunkturprognose mit 10 Milliarden Euro im Jahr 2025 und mit 57 Milliarden Euro im Jahr 2026. Dadurch dürfte das Wachstum in diesem Jahr um 0,1 und im kommenden Jahr um 0,7 Prozentpunkte stärker ausfallen.

Handelskonflikte bleiben Unsicherheitsfaktor

Risiken sehen die Konjunkturforscher in der US-Handelspolitik. Die bereits verhängten Importzölle werden – gesetzt den Fall, sie bleiben auf dem jetzigen Niveau – das Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 um 0,1 und im Jahr 2026 um 0,3 Prozentpunkte dämpfen. Bei einer Einigung im Handelskonflikt könnte das Wachstum in Deutschland höher ausfallen, bei einer Eskalation könnte eine erneute Rezession drohen.

Inflation und Arbeitsmarkt im Blick

Die Inflationsrate wird laut ifo Prognose im Jahr 2025 bei 2,1 Prozent und im Jahr 2026 bei 2,0 Prozent liegen. Am Arbeitsmarkt wird mit einer Stabilisierung gerechnet. Die Arbeitslosenquote steigt im Jahr 2025 auf 6,3 Prozent und sinkt im Jahr 2026 leicht auf 6,1 Prozent.

IfW korrigiert Wachstumsprognose leicht nach oben

Auch das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) erhöhte seine Prognose für das kommende Jahr um einen Zehntelprozentpunkt auf 1,6 Prozent. Für das laufende Jahr hoben die Ökonomen ihre Vorhersage von 0,0 auf ebenfalls 0,3 Prozent an. "Die Frühindikatoren bestätigen unsere Einschätzung, dass die Industrie nach zweijähriger Talfahrt nun – auf niedrigem Niveau – ihren Boden gefunden hat", erklärte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths.

Binnenwirtschaft als Wachstumstreiber

Der Grund für die Entwicklung liegt vor allem in der Binnenwirtschaft. "So steigt der private Konsum nach zweijähriger Durststrecke wieder merklich, und auch die Unternehmensinvestitionen drehen nach und nach ins Plus."

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