Politik

Schloss Bellevue: Bekommt Deutschland 2027 eine Bundespräsidentin?

Im Jahr 2027 endet die Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier. Kanzler Merz kann sich sehr gut eine Frau für das Amt vorstellen. Warum EU-Chefin Ursula von der Leyen als Bundespräsidentin gehandelt wird.
26.08.2025 14:44
Lesezeit: 1 min
Schloss Bellevue: Bekommt Deutschland 2027 eine Bundespräsidentin?
Bundeskanzler Friedrich Merz: „Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass wir 2027 eine Frau zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zur Bundespräsidentin wählen.“ (Foto: dpa) Foto: Fabian Sommer

Merz kann sich 2027 Bundespräsidentin sehr gut vorstellen

Bundeskanzler Friedrich Merz wirbt dafür, dass 2027 eine Frau zur Bundespräsidentin gewählt wird. Der CDU-Vorsitzende sagte beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin: „Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass wir 2027 eine Frau zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zur Bundespräsidentin wählen. Das wäre gut.“ Merz äußerte sich auf die Frage eines Bürgers hin. Beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung nahmen rund 100.000 Besucher teil, wie das Bundespresseamt mitteilte.

Die zweite und damit letzte Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier endet im März 2027. Dann müssen die Mitglieder des Bundestages und Abgeordnete aus den Länderparlamenten ein neues Staatsoberhaupt wählen.

Merz sagte weiter, es sei seine Entscheidung gewesen, Julia Klöckner zur Wahl als Bundestagspräsidentin vorzuschlagen. „Ich tue alles dafür, damit die Repräsentanz von Frauen auch in den Spitzenämtern unseres Landes verbessert wird.“

EU-Chefin als Bundespräsidentin gehandelt: Wechselt Ursula von der Leyen ins Schloss Bellevue?

Aus Regierungskreisen heißt es, dass der Kanzler die EU-Kommissionschefin als mögliche Bundespräsidentin erwäge, wie der Spiegel am Montag berichtete. Offenbar spricht im Polit-Betrieb manches für ihre Bundespräsidentschaft.

Ob Ursula von der Leyen tatsächlich Bundespräsidentin wird, ist offen. Denn sie müsste ihr Amt als EU-Kommissionspräsidentin nach etwa der Hälfte der Zeit wieder aufgeben. Im Juli 2024 war sie vom EU-Parlament erneut gewählt worden, am 1. Dezember 2024 trat sie mit der neuen Kommission ihre Arbeit an. Ihre Amtszeit geht eigentlich bis zur EU-Wahl 2029.

Während Melanie Amann, die stellvertretende Chefredakteurin des Spiegels, von der Leyen als mögliche Bundespräsidentin gut findet, trägt die Kommissionspräsidentin eine Menge Altlasten mit sich herum. So hat von der Leyen SMS zum Pfizer-Deal wahrscheinlich gelöscht. Obwohl die EU-Kommission wusste, dass diese SMS existieren, bestritt das Gremium zuerst die Existenz der Textnachrichten gegenüber Journalisten der New York Times auf Einsicht klagten.

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