Politik

Söder an Habeck: "Geh mit Gott, Hauptsache, weit weg" – kommt noch ein Untersuchungsausschuss?

Robert Habeck und Markus Söder werden wohl keine Freunde mehr – auch nicht nach dem Abgang des Grünen-Politikers. CSU-Generalsekretär Martin Huber fordert inzwischen einen Habeck-Untersuchungsausschuss: „Ob Northvolt, Intel oder Wolfspeed, bei Habeck jagte ein Skandal den nächsten.“ Wie geht es weiter mit dem „Pleiten-Minister“?
27.08.2025 13:21
Lesezeit: 2 min

Söder an Habeck: Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg

Bei seiner Rückzugsankündigung hatte der frühere Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gegen CSU-Chef Markus Söder ausgeteilt – nun wehrt sich dieser mit einem Gegenangriff. Er wünsche Habeck „viel Glück außerhalb der Politik“, sagte Söder der Bild und fügte hinzu: „Denn in der Politik war er ja sehr erfolglos.“ Söder sagte an die Adresse Habecks: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“

Habeck hatte am Montag seinen Rückzug aus dem Bundestag angekündigt – und dabei noch einmal scharfe Kritik an Vertreter der Union gerichtet. Über Söder sagte der Grünen-Politiker und ehemalige Wirtschaftsminister: „Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik.“

Habeck an Söder: „Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik.“

Söder stellte daraufhin nun klar: „Ich werde weiterhin mit Freude bayerische Weiß- und fränkische Bratwürste essen.“ Söder und Habeck waren in den vergangenen Jahren in inniger Feindschaft verbunden. Habeck avancierte nicht erst im vergangenen Wahlkampf zum Lieblingsgegner der CSU. Immer wieder überzogen sich die beiden Spitzenpolitiker auch persönlich mit wechselseitigen Vorwürfen und Attacken.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), die Habeck im taz-Interview zu seinem Rückzug aus dem Parlament ebenfalls heftig attackiert hatte, ging auf die Angriffe des Grünen-Politikers nicht direkt ein. „Der vorliegende Fall ist einer von mehreren Mandatsverzichten in dieser Wahlperiode“, ließ sie über einen Sprecher auf Anfrage ausrichten. „Der Mandatsverzicht von Abgeordneten ist ein üblicher parlamentarischer Vorgang, der von der Bundestagspräsidentin nicht kommentiert wird.“

Habeck hatte Klöckner vorgeworfen, sie sei noch nie in der Lage gewesen, Dinge zusammenzuführen. „Sie hat immer nur polarisiert, polemisiert und gespalten.“

Endgültiger Abschied von der Politik?

Ab Oktober plant Habeck eine Gesprächsreihe mit dem Titel „Habeck live“ am Berliner Ensemble, wie bereits zuvor angekündigt worden war. Der taz sagte er: „Ich gebe mein Mandat auf, aber das ist kein Rückzug aus dem politischen Diskurs.“ In seinem Video sagte er, er wolle „für das nächste Jahr rausgehen“, ins Ausland. Außerdem erklärte Habeck, er werde das nächste Jahr an verschiedenen ausländischen Forschungs- und Bildungseinrichtungen forschen, lehren und lernen. Eines davon sei das Dänische Institut für Internationale Studien in Kopenhagen. Habeck bestätigte zudem eine geplante Tätigkeit an der Elite-Universität Berkeley in Kalifornien. Weitere Stationen sollen demnach dazukommen.

Den Grünen wünschte er alles Gute für die Landtagswahlkämpfe 2026. Und fügte noch an: Vielleicht könne er ja auch ein bisschen mithelfen, dass es gute Ergebnisse würden, „wenn Ihr das denn noch wollt“.

CSU-Generalsekretär fordert Habeck-Untersuchungsausschuss

Nach dem angekündigten Rückzug Habecks aus dem Bundestag hat CSU-Generalsekretär Martin Huber seine Forderung nach einem Untersuchungsausschuss zum Umgang des früheren Wirtschaftsministers mit Steuergeldern bekräftigt. „Robert Habeck kann nicht ernsthaft erwarten, dass mit dem Austritt aus dem Bundestag sein Fehlverhalten als Minister vergessen ist“, sagte Huber der DPA. „Ob Northvolt, Intel oder Wolfspeed, bei Habeck jagte ein Skandal den nächsten.“

Huber hatte schon früher einen Untersuchungsausschuss vor allem zur Förderung eines geplanten Fabrikbaus des Batterieherstellers Northvolt in Schleswig-Holstein während der Amtszeit Habecks gefordert. Dafür hatte die staatliche Förderbank KfW rund 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im März meldete das Unternehmen Insolvenz an. Bei Intel und Wolfspeed geht es um gescheiterte Pläne für den Bau von Chipfabriken in Magdeburg und im Saarland.

„Ein Untersuchungsausschuss muss sich damit beschäftigen, wie Habeck Milliarden an Steuergeldern verbrennen konnte“, sagte Huber. Er sei „der schlechteste Wirtschaftsminister aller Zeiten“ gewesen. Für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses reichen die Stimmen von einem Viertel der Bundestagsabgeordneten aus. CDU und CSU sind im Parlament stark genug vertreten, um ihn im Alleingang einzusetzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rekordschlussstände für S&P 500 und Nasdaq, während der Waffenstillstand hält
05.05.2026

Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte aktuell antreiben und warum die Anleger trotz globaler Spannungen optimistisch bleiben.

DWN
Politik
Politik Misstrauensvotum in Rumänien: Prowestliche Regierung stürzt
05.05.2026

Rumäniens Regierung ist nach einem überraschenden Bündnis aus Rechtsextremen und Sozialdemokraten gestürzt. Hinter dem Misstrauensvotum...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht Druck auf Grönland: US-Experte warnt vor Folgen für Europa
05.05.2026

Trump verschiebt die geopolitischen Machtlinien der USA und verbindet den Zugriff auf Grönland mit Energiefragen und Zugeständnissen an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...