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Wachstum von mehr als 600 Prozent: Senioren setzen verstärkt auf Cannabis als Medizin

Immer mehr ältere Menschen entdecken Cannabis als Medizin – mit erstaunlichen Wachstumszahlen. Doch die Entwicklung wirft Fragen auf: Welche Chancen bietet medizinisches Cannabis wirklich? Und wie lassen sich die besonderen Bedürfnisse älterer Patienten in einer wirksamen Cannabis-Therapie nachhaltig berücksichtigen?
28.08.2025 17:39
Lesezeit: 2 min
Wachstum von mehr als 600 Prozent: Senioren setzen verstärkt auf Cannabis als Medizin
Eine Mitarbeiterin der Grünhorn-Gruppe hält im Labor Cannabisblüten, im Hintergrund zwei Sprays mit Cannabinoid (Foto: dpa). Foto: Jan Woitas

Cannabis als Medizin: Warum immer mehr Senioren profitieren

Das Klischee, medizinisches Cannabis sei vor allem ein Lifestyle-Thema junger Menschen in Großstädten, hält sich weiterhin. Doch im Hintergrund wächst eine bislang kaum beachtete Patientengruppe: Menschen ab 55 Jahren.

Seit der Teillegalisierung von Cannabis als Medizin im April 2024 verzeichnet die Grünhorn Apotheke in dieser Altersklasse einen Anstieg der Verordnungen um 640 Prozent. Besonders auffällig ist das Wachstum bei den 55- bis 64-Jährigen, das mit 711 Prozent deutlich hervorsticht.

Neue Patientengruppe im Blickfeld

"Bei dieser Altersgruppe dominieren vor allem Indikationen wie chronische Schmerzen, Schlafstörungen und Arthritis", erklärt Dr. Nadine Herwig, Leiterin der Grünhorn Academy. "Immer mehr ältere Patienten betrachten Cannabis als ernsthafte Therapieoption."

Der Bedarf unterscheidet sich von dem jüngerer Patienten deutlich. Oftmals bestehen komplexe Krankheitsbilder mit mehreren Diagnosen, weshalb die Cannabis-Therapie eng an die vorhandene Medikation und altersbedingte Faktoren angepasst werden muss. Gerade für Ältere ist ein Ansatz wichtig, der verschiedene Symptome gleichzeitig lindert und dabei verträglich bleibt – häufig eine Alternative zu einer Vielzahl unterschiedlicher Medikamente. Ärzte greifen zunehmend auf leicht dosierbare Varianten wie Extrakte oder Kapseln zurück, da diese die Atemwege weniger belasten als das Verdampfen von Blüten.

Große Chancen für medizinisches Cannabis

Ein Blick nach Kanada oder in die USA zeigt, in welche Richtung sich der Markt für Cannabis als Medizin entwickeln könnte. Überträgt man die dortigen Nutzungsraten auf Deutschland, könnten mindestens 1,2 Millionen Menschen ab 55 Jahren medizinisches Cannabis anwenden. "Das Potenzial ist enorm, wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die die Versorgung älterer Patienten nachhaltig verbessern kann", betont Nadine Herwig.

Da diese Altersgruppe besondere medizinische Bedürfnisse hat, ist ihre Berücksichtigung in Forschung und Praxis entscheidend. Grünhorn verfolgt das Ziel, eine sichere, individuell abgestimmte Cannabis-Therapie zu ermöglichen und dadurch die Lebensqualität im Alter dauerhaft zu erhöhen.

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