Politik

NATO: Geringeres Plus bei Verteidigungsausgaben

Die Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten steigen weiter, doch das Tempo verlangsamt sich. Während Europa und Kanada aufholen wollen, bleibt die Kluft zu den USA groß. Doch reicht der jüngste Anstieg, um neue NATO-Ziele zu erfüllen.
01.09.2025 17:27
Lesezeit: 1 min

USA bleiben führend bei globalen Verteidigungsausgaben

Die europäischen NATO-Staaten und Kanada steigern ihre Verteidigungsausgaben in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Nach aktuellen Schätzungen wird mit einem Anstieg von 15,9 Prozent auf 559 Milliarden US-Dollar (479 Milliarden Euro) gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte der Zuwachs noch bei rund 18,6 Prozent gelegen.

Die europäischen Mitglieder und Kanada liegen damit weiter deutlich hinter den USA. Deren Verteidigungsausgaben dürften sich laut den NATO-Daten in diesem Jahr auf etwa 845 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Anteil der Vereinigten Staaten an den Gesamtausgaben bleibt somit weiterhin überproportional hoch. Ein NATO-Sprecher erklärte jedoch, dass für Deutschland wegen der lange offenen Haushaltslage bislang nur Ausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts berücksichtigt wurden. Diese Differenz könnte sich verringern, wenn der Bundeshaushalt für das laufende Jahr endgültig beschlossen ist und Berlin neue höhere Werte präsentiert.

31 Länder erreichen zwei Prozent

Schon im Juni hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte anhand der von den Mitgliedern übermittelten Angaben erklärt, dass in diesem Jahr mit Ausnahme von Island sämtliche Staaten mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigungsausgaben vorsehen. Damit wird mit einem Jahr Verzögerung das bereits 2014 vereinbarte Ziel realisiert.

Doch ausruhen können sich die NATO-Staaten nicht. Auf dem Gipfel Ende Juni wurde unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump festgelegt, künftig mindestens 3,5 Prozent des nationalen BIP in Verteidigungsausgaben zu investieren. Zusätzlich sollen noch einmal 1,5 Prozent für verteidigungsnahe Posten wie Infrastruktur hinzukommen. Damit soll insgesamt eine Quote von fünf Prozent erreicht werden.

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