Politik

Putin erwägt Steuererhöhungen für Reiche zur Finanzierung des Ukraine-Krieges

Putin plant neue Steuererhöhungen für Reiche und höhere Abgaben auf Dividenden, um den Kriegshaushalt zu finanzieren. Auch die Mehrwertsteuer könnte steigen.
19.09.2025 11:00
Lesezeit: 1 min

Steuererhöhungen in Russland: Luxussteuer und Dividendenerhöhungen im Fokus

Der russische Machthaber Wladimir Putin hat angekündigt, höhere Abgaben für Wohlhabende in Betracht zu ziehen, um den Kriegshaushalt auszugleichen. Russland kämpft im vierten Jahr des Ukraine-Krieges mit steigenden Defiziten. Der Haushaltsentwurf wird am 29. September dem Parlament vorgelegt. Nach Informationen von Reuters prüft die Regierung eine Anhebung der Mehrwertsteuer, um Reserven zu sichern und das Defizit abzufedern.

Putin erklärte bei einem Treffen mit den Fraktionsführern, dass eine Luxussteuer oder höhere Abgaben auf Aktiendividenden in Kriegszeiten gerechtfertigt seien. Gleichwohl mahnte er, vorsichtig vorzugehen. „In den Vereinigten Staaten – ich möchte das nicht politisieren – war es während des Vietnam- und Koreakrieges genau so: Sie haben die Steuern für Menschen mit hohem Einkommen erhöht“, sagte er. Russland hatte bereits 2021 eine progressive Einkommenssteuer eingeführt und die Steuersätze für Spitzenverdiener angehoben. Das Finanzministerium warnte jedoch, dass eine zusätzliche Belastung von Dividenden Kapitalinvestoren abschrecken könnte.

Maßnahmen gegen Ölpreisrisiken

Zusätzlich plant die Regierung eine Reform der Haushaltsregeln, um Einnahmen unabhängiger von Ölpreisschwankungen und westlichen Sanktionen zu machen. Ab 2026 soll die Preisgrenze gesenkt werden, ab der Öleinnahmen in den Reservefonds fließen. Damit will Moskau sicherstellen, dass der Fonds auch bei fallenden Energiepreisen gefüllt bleibt.

Für Deutschland haben diese Schritte geopolitische und wirtschaftliche Konsequenzen. Eine stärkere finanzielle Abschottung Russlands könnte die Wirksamkeit westlicher Sanktionen schwächen und langfristig die Energiepreise auf den Weltmärkten beeinflussen. Deutsche Unternehmen, die indirekt von Rohstoffkosten abhängig sind, könnten dadurch zusätzliche Belastungen spüren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
09.07.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Export: Warum der Westen an billigen Waren aus China erstickt
09.07.2026

China produziert mehr, als die eigene Bevölkerung kaufen kann, und drückt immer aggressiver auf die Weltmärkte. Für Europa wird diese...

DWN
Politik
Politik Durchgepeitschte Reformen: Karlsruhe lässt Koalition trotz Verfahrenskritik gewähren
09.07.2026

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge der Opposition gegen das Gesundheits-Sparpaket und das Heizungsgesetz abgewiesen. Damit...

DWN
Politik
Politik Krise im Rathaus: Wegner immer mehr in der Defensive
09.07.2026

Rund zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus steht der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) massiv unter Druck. Nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen SAP-Aktie: EU-Kartellverfahren beendet - SAP entgeht Millionenstrafe durch Zusagen
09.07.2026

Der Softwarekonzern SAP hat eine drohende EU-Wettbewerbsstrafe in letzter Sekunde abgewendet. Nach Vorwürfen der EU-Kommission, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Showdown in Wolfsburg - Bundesweite Proteste gegen VW-Sparpläne
09.07.2026

Mit einem bundesweiten Aktionstag stemmt sich die IG Metall gegen drohende Werksschließungen und massiven Jobabbau bei Volkswagen....

DWN
Politik
Politik Überraschende Wende: EU-Parlament ebnet Weg für Chatkontrolle
09.07.2026

Das EU-Parlament hat trotz massiver Kritik den Weg frei gemacht, private Chats befristet auf Kindesmissbrauch zu scannen. In einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte trotzen Iran-Krieg: Deutschland überrascht die Märkte
09.07.2026

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die deutschen Exporte legen im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken Geschäfts mit den...