Wirtschaft

Arbeitsmarkt: Anteil der berufstätigen Frauen seit 1991 gestiegen

Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung waren in Ostdeutschland mehr Frauen erwerbstätig als im Westen. Mittlerweile hat sich die Quote angeglichen. Allerdings sind im Osten auch die durchschnittlichen Brutto-Durchschnittslöhne weiterhin deutlich geringer.
02.10.2025 07:33
Lesezeit: 1 min
Arbeitsmarkt: Anteil der berufstätigen Frauen seit 1991 gestiegen
In Ostdeutschland stieg der Anteil der erwerbstätigen Frauen von 66 Prozent im Einheitsjahr sogar auf 74,4 Prozent. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

In Ost und West: Mehr Frauen sind erwerbstätig

Im wiedervereinten Deutschland gehen immer mehr Frauen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren einer Erwerbstätigkeit nach. Die gesamtdeutsche Quote ist seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 von 57 Prozent auf 74 Prozent angestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Auch im Osten stieg der Anteil der erwerbstätigen Frauen noch an: von 66 Prozent im Einheitsjahr auf nun 74,4 Prozent. Das sind nur noch 0,3 Punkte mehr als in den westlichen Ländern.

Geblieben ist im Osten der geringere Verdienstabstand zu den Männern: Dieser sogenannte Gender Pay Gap beträgt den Berechnungen zufolge im Osten 5 Prozent, während in den westlichen Bundesländern Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Höhere Löhne im Westen

Allerdings sind im Osten auch die durchschnittlichen Brutto-Durchschnittslöhne weiterhin deutlich geringer. Seit 1990 haben sie sich im Osten zwar mehr als vervierfacht auf 3.973 Euro im Monat. Mit 4.810 Euro gibt es im Westen aber immer noch deutlich mehr Lohn, wenngleich sich die Gehälter seid 1990 nur in etwa verdoppelt haben.

Auch bei der wirtschaftlichen Leistungskraft haben die Ostländer deutlich aufgeholt, aber nicht aufgeschlossen. So steigerte Thüringen sein preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um 163 Prozent deutlich stärker als im Bundesschnitt, der nur 40 Prozent zugelegt hat. Pro Kopf ist die Wirtschaftskraft der östlichen Bundesländer insgesamt um mehr als 130 Prozent gewachsen. Allerdings mussten die Länder auch deutliche Bevölkerungsverluste hinnehmen, während im Westen die Zahl der Menschen seit der Einheit gewachsen ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW-Aktie unter Druck: Der 60-Milliarden-Plan gegen die Absatzkrise
16.02.2026

Es ist eine Summe, die die gesamte Branche aufhorchen lässt: Mit einem neuen 60-Milliarden-Euro-Sparprogramm will VW das Ruder...

DWN
Politik
Politik Europas nukleares Dilemma: Zwischen Paris und Washington
16.02.2026

Wirtschaftlich ist Europa ein Riese, militärisch jedoch – gerade im nuklearen Bereich – noch immer ein Juniorpartner der USA. Kanzler...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI als Jobkiller? Wo Unternehmen zukünftig wieder Personal einstellen
16.02.2026

Mit KI Kosten und Personal sparen scheint für viele Unternehmen die Sparmaßnahme Nummer Eins zu werden – vor allem im Bereich...

DWN
Politik
Politik Europäischer Atomschirm kann die NATO in Stücke sprengen
16.02.2026

In München treiben Frankreich, Großbritannien und Deutschland Gespräche über eine europäische Atomschirm voran, doch der dänische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Leitzins: Warum Moskau jetzt gegen den Markt handelt
16.02.2026

Die russische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer Zinssenkung, obwohl viele Ökonomen davor warnten. Sinkende Inflation trifft...

DWN
Panorama
Panorama Studie: Hunderttausende Jugendliche leiden unter Social-Media-Sucht
16.02.2026

Die digitale Abhängigkeit unter Heranwachsenden erreicht einen neuen Höchststand. Laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit, die der...

DWN
Panorama
Panorama Digitalisierung des Deutschlandtickets: Verkehrsverbände fordern einheitliche Standards
16.02.2026

Die Debatte um die Weiterentwicklung des Deutschlandtickets nimmt an Fahrt auf. Während die Politik zur Erhöhung der Sicherheit für das...

DWN
Politik
Politik Grenzkontrollen verlängert: Bundesinnenminister Dobrindt setzt auf Sicherheit bis September
16.02.2026

Die Bundesregierung hält an der Überwachung der deutschen Staatsgrenzen fest. Wie das Bundesinnenministerium bestätigte, werden die...