Unternehmen

Porsche-Absatz weiter im Sinkflug – China bleibt Sorgenkind

Die Verkaufszahlen bei Porsche sehen weiter mau aus. Insbesondere das China-Geschäft läuft nicht rund. Und auch in anderen Märkten kommen die Sport- und Geländewagen der Schwaben nicht so gut an.
09.10.2025 11:31
Lesezeit: 2 min

Porsche-Absatz weiter im Sinkflug – China bleibt Sorgenkind

Das deutlich schwächelnde China-Geschäft sorgt beim Sport- und Geländewagenbauer Porsche weiterhin für sinkende Absatzzahlen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden gut 212.500 Fahrzeuge verkauft. Das waren rund sechs Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Bereits 2024 war der Absatz der Schwaben um drei Prozent auf rund 310.700 Fahrzeuge gesunken.

In China wurden von Januar bis September knapp 32.200 Wagen ausgeliefert - und damit rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als wesentliche Gründe nannte Porsche die herausfordernden Marktbedingungen und einen intensiven Wettbewerb. Nach früheren Angaben von Vorstandschef Oliver Blume, der auch den Volkswagen-Konzern führt, ist der Markt für teure Luxusprodukte in der Volksrepublik zuletzt förmlich zusammengebrochen. In Deutschland und dem Rest Europas zeigten die Verkaufszahlen ebenfalls nach unten.

Preisgarantien

Mit gut 64.400 Auslieferungen besser lief es in Nordamerika. Das dürfte unter anderem noch daran liegen, dass Porsche wegen der US-Zölle zwischenzeitlich Preisgarantien ausgesprochen hatte. Viele Kunden dürften sich damals noch ein Fahrzeug gesichert haben, bevor diese Regelung nicht mehr galt. Außerdem gab es im Vorjahr Verzögerungen bei der Auslieferung einiger Modelle. Ein Plus verzeichnete der Autohersteller auch in Übersee- und Wachstumsmärkten wie Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Korea.

Vertriebsvorstand Matthias Becker zufolge ist Porsche bei den Auslieferungen im laufenden Jahr weiterhin robust unterwegs. „Das Niveau entspricht unseren Erwartungen, gerade mit Blick auf anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, teilt er mit. Auch in Zukunft erwartet der Manager ein herausforderndes Marktumfeld. Mit den vergangenen Produktentscheidungen reagiere man „auf die weltweit unterschiedlichen Kundenbedürfnisse sowie den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität“. Porsche hatte jüngst angekündigt, wieder stärker auf Verbrenner zu setzen und E-Auto-Pläne zu verschieben.

Neuer E-Macan kommt an

Die Zuffenhausener hatte im vergangenen Jahr mehrere Modellreihen erneuert. Der Kompakt-SUV Macan war das bestverkaufte Modell in den ersten drei Quartalen. Der mehrheitlich zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer lieferte davon fast 64.800 Stück aus – das entspricht einem Plus von 18 Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante.

Bei allen anderen Modellen ging es bergab – unter anderem beim Klassiker 911, dem Panamera und dem vollelektrischen Taycan. Einen Verkaufsknick von 22 Prozent gab es beim bislang auslieferungsstärksten Modell, dem SUV Cayenne. 23,1 Prozent der verkauften Porsche-Fahrzeuge waren reine Stromer.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Künstliche Intelligenz verdrängt Influencer: Generation Z trifft Kaufentscheidungen mit KI
21.02.2026

Künstliche Intelligenz beeinflusst zunehmend, wie junge Konsumenten Informationen bewerten und Kaufentscheidungen treffen. Welche Folgen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarifjahr 2026: Lohnrunden unter wachsendem Druck
21.02.2026

Rund zehn Millionen Beschäftigte verhandeln 2026 neue Tarifverträge, denn in zahlreichen Schlüsselbranchen laufen Entgelttarifverträge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gehaltsverhandlungen: Welche Faktoren entscheiden über den Erfolg?
21.02.2026

Der Spielraum für Gehaltsverhandlungen schrumpft in einem sich beruhigenden Arbeitsmarkt, während die Erwartungen an Vergütung und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leapmotor C10 im Praxistest: Günstiger Elektro-SUV im Tesla-Vergleich
21.02.2026

Der elektrische Leapmotor C10 ist rund sechstausend Euro günstiger als ein Tesla Model Y, die Hybridvariante C10 REEV liegt preislich...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – wie Banken deutsche Gesetze mitschrieben
21.02.2026

Cum-Ex gilt als größter Steuerskandal der deutschen Geschichte. Doch wie konnte es passieren, dass ausgerechnet Banken beim Schreiben der...

DWN
Politik
Politik Cum-Ex-Skandal: Kronzeuge Steck im DWN-Interview – der Betrug, den Politik und Banken gemeinsam möglich machten
21.02.2026

Zehn Milliarden Euro Schaden, tausende Beschuldigte – und bis heute keine politische Verantwortung. Der Cum-Ex-Kronzeuge und Autor Dr....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa reformiert Lkw-Maut 2026: Höhere Tarife und neue CO2-Regeln
21.02.2026

Europas Lkw-Maut wird 2026 umfassend reformiert, viele Staaten erhöhen Tarife und stellen auf CO2-basierte Kilometerabrechnung um. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Abkehr vom Dollar: Trumps Politik treibt Kapital nach Europa
21.02.2026

Jahrelang galt der Dollar als sicherer Hafen und US-Aktien als alternativlos. Doch geopolitische Spannungen, Trumps Handelspolitik und ein...