Wirtschaft

JPMorgan-Chef Dimon warnt: Die Party an den US-Börsen ist vorbei – jetzt zählen Waffen statt Aktien

JPMorgan-Chef Jamie Dimon zeichnet ein düsteres Bild der Weltwirtschaft: Er warnt vor einer harten Marktkorrektur, kritisiert die Politik Donald Trumps – und rät, lieber Munition als Kryptowährungen zu horten.
18.11.2025 16:00
Lesezeit: 2 min

US-Börsen: Geopolitische Spannungen, Schulden und Aufrüstung

Jamie Dimon, Vorstandschef von JPMorgan Chase, warnte, dass der US-Aktienmarkt innerhalb der nächsten sechs Monate bis zwei Jahre eine deutliche Korrektur erleben könnte. Er verweist auf zunehmende geopolitische Risiken, übermäßige Staatsausgaben und eine globale Remilitarisierung, die seiner Ansicht nach eine „Atmosphäre der Unsicherheit“ an den Finanzmärkten schaffen. Das berichten die Kollegen von Puls Biznesu. Als Chef der größten Bank der Vereinigten Staaten betonte Dimon, das Risiko eines plötzlichen Kurssturzes sei derzeit höher, als es die Märkte widerspiegelten. In einem Interview mit der BBC erklärte er, zahlreiche Faktoren würden die Unsicherheit verstärken: geopolitische Spannungen, steigende Haushaltsausgaben und weltweite Aufrüstung. „All das schafft Probleme, auf die wir heute keine Antworten haben.“

Dotcom-Blase 2.0? KI als Chance und Risiko zugleich

Dimon wies darauf hin, dass der jüngste Höhenflug an der Wall Street, getrieben durch Investitionen in Künstliche Intelligenz, ihn an die Dotcom-Blase der späten 1990er-Jahre erinnere. Auch die Bank of England habe kürzlich gewarnt, die Bewertungen von Tech-Unternehmen im KI-Sektor könnten „übermäßig aufgebläht“ sein – was das Risiko einer abrupten Korrektur erhöhe. „Künstliche Intelligenz ist eine echte Revolution und wird sich langfristig auszahlen, aber ein Teil des in sie investierten Geldes wird wahrscheinlich verloren gehen“, räumte Dimon ein.

Der JPMorgan-Chef gab zu, er sei „mäßig besorgt“ über die Inflation in den USA, habe jedoch Vertrauen in die Unabhängigkeit der Federal Reserve – trotz der häufigen verbalen Angriffe durch die Regierung von Präsident Donald Trump. „Ich glaube, dass die Fed unabhängig bleibt. Ich bin bereit, Trump beim Wort zu nehmen, dass er sich nicht in die Entscheidungen der Zentralbank einmischen wird“, sagte Dimon mit Blick auf das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und Fed-Chef Jerome Powell. Zugleich betonte er, dass die langfristigen Auswirkungen der amerikanischen Handels-, Fiskal- und Einwanderungspolitik schwer zu beziffern seien, da deren Folgen erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar würden.

Amerika verliert an Glaubwürdigkeit

Dimon erklärte weiter, die Vereinigten Staaten seien auf der internationalen Bühne zu einem „etwas weniger verlässlichen Partner“ geworden. Zugleich habe die Politik der Trump-Regierung Europa in gewisser Weise dazu bewegt, mehr in Verteidigung zu investieren und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Die Welt ist heute gefährlicher. Die Leute reden davon, Kryptowährungen zu horten – und ich sage: Wir sollten Munition, Waffen und Bomben horten“, so Dimon, der auf die Notwendigkeit höherer Sicherheitsausgaben hinwies.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...

DWN
Panorama
Panorama Volvo ebenso verdächtig wie BYD: Polnisches Militär verhängt Verbot für Friedhofsparkplätze
31.10.2026

Das Militär führt Einschränkungen für Autofahrer ein, die rund um Allerheiligen den Parkplatz am Osobowicki-Friedhof in Breslau nutzen...