Wirtschaft

Bundespräsident Steinmeier: Europa muss Potenzial als Wirtschaftsmacht ausschöpfen

Krieg, Machtverschiebungen und zähe Entscheidungen in der EU belasten die Wirtschaftsmacht Europa. Auf dem Wirtschaftsforum in Madrid fordert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mehr Tempo und Selbstbewusstsein.
27.11.2025 14:27
Lesezeit: 2 min
Bundespräsident Steinmeier: Europa muss Potenzial als Wirtschaftsmacht ausschöpfen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (links) und König Felipe VI. von Spanien eröffnen das Wirtschaftsforum in Madrid (Foto. dpa).

Steinmeier: Potenzial der Wirtschaftsmacht Europa voll ausschöpfen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Europa zu mehr ökonomischem Selbstbewusstsein ermutigt. "Die Europäische Union ist ein mächtiger Wirtschaftsraum", sagte er bei einem deutsch-spanischen Wirtschaftsforum in Madrid. "Wir sind ein Markt mit mehr als 450 Millionen Menschen. Und als solcher haben wir Gewicht und Einfluss, und diesen Einfluss können wir nutzen." Diesen Einfluss könne man nach Ansicht von Bundespräsident Steinmeier noch besser nutzen, wenn die Politik dafür sorge, dass Europa schneller und entscheidungsfähiger werde.

Steinmeier machte auf den Druck aufmerksam, der durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und durch das Infragestellen der Werte einer globalen Ordnung durch die USA auf Europa laste. "Europa muss diesem Druck standhalten", sagte er. "Mehr noch: Nicht nur standhalten, sondern wir müssen ihm etwas entgegensetzen."

Entscheidend sei deshalb, dass Europa selbstbewusst, wettbewerbsfähig und widerstandsfähig bleibe, betonte Bundespräsident Steinmeier. "Dass wir innovativ sind und gleichzeitig schützen, was uns an demokratischen Werten wichtig ist: Fairness, offener Wettbewerb, Zuverlässigkeit, Vertrauen." So könne Wirtschaftsmacht Europa ihre Stärke ausspielen.

Felipe spricht Kooperation bei Infrastruktur und Rüstung an

Der Bundespräsident eröffnete das Forum gemeinsam mit Spaniens König Felipe VI.. Felipe bot Deutschland eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit an, etwa beim Ausbau der Infrastruktur wie der Bahn oder im Rüstungsbereich. Spanien verfüge hier über hervorragende Unternehmen. Zudem habe das Land Deutschland in den vergangenen Jahren geholfen, Rohstoffengpässe zu überbrücken, etwa für den Maschinenbau. Das könne künftig auch auf die Automobilbranche und die Elektromobilität ausgeweitet werden.

Bundespräsident Steinmeier berät mit Regierungschef Sánchez

Bundespräsident Steinmeier traf danach den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zu einem Gespräch. Vor den Beratungen betonten beide die vertrauensvollen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien. "Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Nachricht für Europa. Denn wenn Spanien und Deutschland in Europa zusammenarbeiten, kommt Europa voran", sagte Sánchez.

Man habe keine Probleme aus dem Weg zu räumen, sagte Steinmeier. Beide Länder seien politisch, wirtschaftlich und kulturell eng verbunden. Wegen der veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen müsse man aber dafür sorgen, "dass unsere Kooperation auf all diesen Feldern noch dichter wird".

Staatsbesuch endet im Baskenland

Bundespräsident Steinmeier, der von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet wird, beendet seinen dreitägigen Staatsbesuch in Spanien mit einem Abstecher ins Baskenland. Er wird die Stadt Gernika besuchen und dort der Opfer des deutschen Bombenangriffes vom 26. April 1937 gedenken. Im spanischen Bürgerkrieg bombardierten Flugzeuge der deutschen "Legion Condor" die Kleinstadt und zerstörten sie weitgehend. Hunderte Menschen starben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...