Politik

Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei in Dienst gestellt

Die Bundespolizei verstärkt ihre Drohnenabwehr erheblich. Mit 130 Spezialkräften, KI-gestützten Störsystemen und automatischen Abfangdrohnen will sie Flughäfen, Bahnhöfe und andere kritische Infrastruktur sichern. Bundesinnenminister Dobrindt kündigt zudem ein Drohnenabwehrzentrum an. Die Reform des Luftsicherheitsgesetzes ermöglicht erstmals, dass bei drohenden Unglücksfällen auch die Bundeswehr Drohnen unschädlich machen kann. Die neue Einheit soll Landespolizeien unterstützen und sendet zugleich ein deutliches Signal in Richtung möglicher Gegner.
02.12.2025 15:19
Aktualisiert: 02.12.2025 15:19
Lesezeit: 2 min

Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei: Neue Spezialkräfte starten bundesweit

Die Bundespolizei erweitert ihre Kapazitäten zur Abwehr von Drohnen deutlich. Eine neue Einheit, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen oder abschießen soll, hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jetzt in Dienst gestellt. Sie wird an Flughäfen, in der Hauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst schnell am Einsatzort zu sein.

Laut Bundesinnenministerium soll die neue Einheit rasch auf 130 Spezialkräfte anwachsen. Sie setzt unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen ein.

Die Bundesregierung hat zudem mit der geplanten Reform des Bundespolizeigesetzes und des Luftsicherheitsgesetzes Änderungen auf den Weg gebracht, die der Bundespolizei dort, wo sie ohnehin für die Sicherheit zuständig ist – etwa an Bahnhöfen und Flughäfen – mehr Befugnisse verschaffen.

Außerdem soll die neue Einheit im Rahmen der Amtshilfe die Landespolizeien unterstützen, wenn dies nötig ist und entsprechende Kapazitäten verfügbar sind. Alle Spezialkräfte der Bundespolizei, zu denen nun auch die Drohnenabwehreinheit gehört, unterstehen der in Berlin angesiedelten Bundespolizeidirektion 11. Deren Leiter, Olaf Lindner, erklärte, mit der neuen Einheit sende man eine Botschaft an die deutsche Gesellschaft und "in Richtung unserer Gegner".

Reform des Luftsicherheitsgesetzes

Parallel dazu soll es möglich werden, dass dort, wo die Mittel der Polizei nicht ausreichen und ein schwerer Unglücksfall droht, die Bundeswehr Drohnen unschädlich macht. Bisher sind die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Inland stark begrenzt. Wer unerlaubt Drohnen über Flughäfen oder Kasernen der Bundeswehr fliegen lässt – sei es im Einzelfall wegen Spionage, Sabotage oder einer fehlgeleiteten Aktion eines Hobbypiloten – lässt sich oft nicht ermitteln.

Im Gesetzentwurf zur Änderung des Luftsicherheitsgesetzes heißt es wörtlich: "Seit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine ist ein deutlicher Anstieg der Meldungen über Sichtungen von illegalen unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) über kritischen Infrastrukturen in Deutschland zu verzeichnen." Unter kritischer Infrastruktur fallen etwa Flughäfen, Wasserwerke, Energieversorger und andere Einrichtungen, die für das Funktionieren des Gemeinwesens entscheidend sind.

Abwehrzentrum soll folgen

Dobrindt kündigte auch die Einrichtung eines Drohnenabwehrzentrums an, in dem bundesweite Lagebilder erstellt werden sollen. Details will er mit den Landesinnenministern besprechen. In Bremen beginnt am Mittwoch die Herbstkonferenz der Innenministerinnen und Innenminister von Bund und Ländern.

"Es ist uns gelungen, auch in diesem Jahr bereits Drohnenabwehrtechnik zu beschaffen", sagte Dobrindt. Dafür habe der Haushaltsausschuss des Bundestages für 2025 und 2026 insgesamt über 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, erklärte, allein im begrenzten Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei habe es in diesem Jahr bereits Drohnensichtungen im niedrigen dreistelligen Bereich gegeben.

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