Unternehmen

Deutschlands Unternehmen geraten zunehmend ins Straucheln

Zum Jahreswechsel verdichten sich die Signale, dass viele Betriebe weiter unter massivem Druck stehen. Neue Zahlen und Einschätzungen von Experten zeichnen das Bild einer Unternehmenslandschaft, in der sich strukturelle Probleme und aktuelle Belastungen zunehmend bemerkbar machen – mit Folgen, die weit über einzelne Branchen hinausreichen.
12.01.2026 09:29
Aktualisiert: 12.01.2026 09:29
Lesezeit: 1 min

Zum Jahreswechsel hat die Pleitewelle bei deutschen Unternehmen nicht nachgelassen. Die Zahl der bei den Amtsgerichten beantragten Regelinsolvenzen lag im Dezember 15,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Angaben berichtet. Im November hatte die Steigerung nur 5,7 Prozent betragen.

Die Verfahren fließen allerdings erst nach der ersten Entscheidung der zuständigen Insolvenzgerichte in die Statistik ein. Der Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt demnach oft annähernd drei Monate davor. Angaben zum Gesamtjahr legte das Bundesamt nicht vor.

Forderungen geringer

Für den Oktober 2025 wurden 2.108 Unternehmensinsolvenzen gezählt und damit 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro nach 3,8 Milliarden Euro im Oktober 2024. Besonders häufig waren Unternehmen aus den Bereichen Verkehr, Gastgewerbe und Bau betroffen.

Nach Auswertungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist die Zahl der Firmenpleiten 2025 auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen. Die Forscher bezifferten die Zahl vor einigen Tagen auf 17.604. Selbst im Zuge der Finanzkrise 2009 habe die Zahl rund fünf Prozent niedriger gelegen, hieß es. Als Gründe wurden Nachholeffekte aus der Corona-Zeit und die Zinspolitik genannt. Zudem schlage die schwierige wirtschaftliche Entwicklung zu Buche.

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