Spielwarenhändler Rofu meldet Insolvenz an und sucht Investor
Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland steckt in einer schweren Krise: Das Traditionsunternehmen aus Rheinland-Pfalz hat nach einem schwachen Weihnachtsgeschäft Insolvenz angemeldet und sucht nun einen Investor. Geplant ist eine Insolvenz in Eigenverwaltung, wie der Spielwarenhändler Rofu mit rund 2.000 Beschäftigten und mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern mitteilte. Zuvor hatte unter anderem die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.
Trotz der angespannten Lage soll der Betrieb stabil weiterlaufen. Nach Unternehmensangaben bleiben die Filialen geöffnet, und auch das Online-Geschäft wird fortgeführt. Für die Beschäftigten gibt es zunächst eine wichtige Zusage: Die Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Damit versucht der Spielwarenhändler Rofu, Zeit für die Sanierung zu gewinnen und die Folgen der Rofu-Insolvenz für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter abzufedern.
Kaufzurückhaltung und Kosten: Warum die Rofu-Pleite ausgelöst wurde
Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde bereits am Montag vom Amtsgericht Idar-Oberstein angeordnet. Als Ursachen nennt das Unternehmen ein schwaches Weihnachtsgeschäft, eine anhaltende Kaufzurückhaltung, gestiegene Kosten und den intensiven Wettbewerb in der Branche. Vor allem die starke Konkurrenz durch den Online-Handel trifft den stationären Handel weiterhin spürbar. Genau diese Gemengelage hat die Rofu-Pleite in Form einer Eigenverwaltung ausgelöst – eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet hatte.
Im Rahmen des Verfahrens bleibt die Geschäftsführung in der Regel im Amt, wird aber durch Sanierungsexperten unterstützt. Beim Spielwarenhändler Rofu soll dieser Weg helfen, die Restrukturierung schneller umzusetzen. Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing von der Restrukturierungsgesellschaft Pluta Management GmbH erklärte, der bereits begonnene Investorenprozess werde fortgesetzt. „Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen.“ Für die Rofu-Insolvenz ist das ein zentraler Baustein – ohne frisches Kapital dürfte die Neuausrichtung kaum gelingen.
Kontrolle im Eigenverwaltungsverfahren: Rofu-Insolvenz unter Aufsicht des Gerichts
Zusätzliche Kontrolle soll durch eine vorläufige Sachwalterin sichergestellt werden: Das Gericht bestellte die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M. von der Kanzlei Schiebe und Collegen. Sie begleitet das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Dhonau sagte der „Bild“: „Das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet dem Unternehmen eine Perspektive für die Zukunft.“ Auch diese Aussage unterstreicht: Die Rofu-Pleite muss nicht automatisch das Ende bedeuten, sondern kann als Sanierungsinstrument genutzt werden.
Konkret betroffen sind nach Angaben aus verschiedenen Berichten 104 Filialen, darunter viele Standorte in Südwestdeutschland. In Baden-Württemberg sind unter anderem Märkte in Weinstadt, Reutlingen, Pforzheim, Bad Saulgau und Tuttlingen genannt. Für die rund 2000 Mitarbeiter – in einer Mitteilung ist auch von 1970 Mitarbeiter die Rede – ist die Ungewissheit dennoch groß.
Hoppstädten-Weiersbach als Zentrale: Spielwarenhändler Rofu seit über 40 Jahren aktiv
Der Spielwarenhändler Rofu sitzt in Hoppstädten-Weiersbach im Kreis Birkenfeld nahe der Grenze zum Saarland und verkauft seit über 40 Jahren Spielwaren wie Puzzles, Schulhefte, Kinderbücher und Gesellschaftsspiele. Gegründet wurde Rofu Kinderland 1984. Das Sortiment umfasst rund 20.000 Artikel – von bekannten Marken bis zu preiswerten Eigenmarken.
Für den Markt ist der Fall ein weiteres Signal, wie stark Konsumzurückhaltung und Kostensteigerungen auf Händler drücken. Begriffe wie DEF, Rofu-Insolvenz und Rofu-Pleite zeigen, wie sehr die Lage auch online diskutiert wird. Entscheidend ist nun, ob der Spielwarenhändler Rofu schnell einen Investor findet und die Sanierung greift.
Spielwarenhändler Rofu vor entscheidenden Wochen
Die Insolvenz in Eigenverwaltung gibt dem Spielwarenhändler Rofu eine Chance, sich neu aufzustellen, ohne den Betrieb sofort zu stoppen. Dass Filialen geöffnet bleiben und die Gehälter über Insolvenzgeld zunächst gesichert sind, stabilisiert die Lage kurzfristig. Doch die Rofu-Insolvenz zeigt auch, wie hart der Wettbewerb im Handel geworden ist – besonders durch Online-Konkurrenz, Kaufzurückhaltung und steigende Kosten. Ob aus der Rofu-Pleite am Ende eine erfolgreiche Sanierung wird, hängt maßgeblich von einem passenden Investor ab. Für Mitarbeiter und Kunden bleibt die Situation angespannt.


