Panorama

Krebssterblichkeit in Deutschland sinkt bei Jüngeren und Mittleren

In Deutschland sterben jüngere und mittelalte Menschen deutlich seltener an Krebs als noch vor 20 Jahren, zeigt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts. Trotz des Rückgangs in fast allen Altersgruppen steigt die Gesamtzahl der Krebstodesfälle weiterhin. Die Zahlen wurden zum Weltkrebstag am 4. Februar veröffentlicht.
02.02.2026 14:28
Lesezeit: 2 min

Demnach sind bundesweit 230.400 Menschen im Jahr 2024 an Krebs gestorben - das waren zehn Prozent mehr als im Jahr 2004. "Der Anstieg ist vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen", berichten die Statistiker. Das zeige die sogenannte altersstandardisierte Zahl der Krebstodesfälle: 2024 kamen demnach auf 100.000 Einwohner 273,5 Krebstote. 20 Jahre zuvor waren es noch 322,4.

Bessere Behandlungsmethoden, mehr Früherkennung

Die Sterblichkeit aufgrund von Krebs ging laut Bundesamt in nahezu allen Altersgruppen zurück. "Ursachen für den Rückgang der Sterblichkeit dürften verbesserte Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur Früherkennung und Prävention sein", so das Team Gesundheitsstatistiken.

Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: in den seltenen Fällen, in denen 5- bis 9-Jährige erkranken, und bei Menschen über 90 Jahre. In diesen beiden Altersgruppen war die Zahl der Sterbefälle aufgrund von Krebs etwas höher als 20 Jahre zuvor.

Krebs war auch im Jahr 2024 die zweithäufigste Todesursache

"Krebs ist daher - anteilig betrachtet - auch seltener die Todesursache als früher", führten die Wiesbadener Statistiker aus: "Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an den Todesfällen insgesamt sank von 25,6 Prozent im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024."

Krebs blieb dennoch auch im Jahr 2024 die zweithäufigste Todesursache, nur an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems starben mehr Menschen. Die mit Abstand häufigste krebsbedingte Todesursache war Lungen- und Bronchialkrebs. Er war für ein Fünftel aller krebsbedingten Todesfälle im Jahr 2024 ursächlich (45.100 Todesfälle). Danach folgten Darmkrebs (23.600 Todesfälle), Bauchspeicheldrüsenkrebs (19.500 Todesfälle), Brustkrebs (18.700 Todesfälle) und Prostatakrebs (15.500 Todesfälle).

Weniger Krankenhausbehandlungen

Rund 1,45 Millionen Patientinnen und Patienten wurden im Jahr 2024 wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt, das waren 5,6 Prozent weniger als 2004.

Besonders häufig werden Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren wegen Krebs in Kliniken aufgenommen. Mehr als die Hälfte aller Krebspatienten war 2024 in dieser Altersgruppe. Ein Fünftel der Krebspatienten war 80 Jahre und älter. Nur gut fünf Prozent waren unter 40 Jahre alt.

Sonderfall Darmkrebs: bei jüngeren Menschen häufiger

Wegen Darmkrebs wurden jüngere Menschen im Jahr 2024 häufiger im Krankenhaus behandelt als 20 Jahre zuvor: In den Altersgruppen der 15- bis 44-Jährigen stieg den Angaben zufolge die Zahl der Darmkrebsbehandlungen je 100.000 Einwohner, während sie in den älteren Gruppen zurückging.

Am deutlichsten war der Anstieg bei den 20- bis 24-Jährigen, wo die Zahl der Behandlungsfälle je 100.000 Einwohner von 2,6 im Jahr 2004 auf 3,6 im Jahr 2024 stieg. Unter den 35- bis 39-Jährigen war der Anstieg ebenfalls vergleichsweise hoch - von 21,8 Fällen im Jahr 2004 auf 27,5 Fälle im Jahr 2024.

Zu den Ursachen für diesen Trend äußerte sich das Bundesamt nicht. Experten vermuten als potenzielle Gründe mehr Übergewicht, ungesündere Ernährung und weniger Bewegung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Aktien unter Druck und Renditen steigen an turbulentem Handelstag
09.09.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Ereignisse und überraschenden Kursbewegungen die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Chinas plötzliche Ölwende nach ungewöhnlichem Preisgefälle
09.09.2026

Der Ölpreis steigt nach neuen Spannungen am Persischen Golf. Gleichzeitig erhöht China wieder seine Rohölimporte und exportiert mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
09.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ist Axelera AI Europas Antwort auf Nvidia? Gründer Fabrizio Del Maffeo fürchtet, dass der Kontinent wieder denselben Fehler macht
09.09.2026

Europa mangelt es weder an Forschern, Ingenieuren noch an guten Ideen, meint Fabrizio Del Maffeo. Das Problem entsteht, wenn daraus große...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Carlsberg setzt auf Pepsi: Bier allein reicht nicht mehr
09.09.2026

Bei Carlsberg steht ausgerechnet eine amerikanische Limonade inzwischen vor der eigenen Kernmarke. Pepsi ist zum zweitgrößten Brand des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zollstreit zwischen USA und Kanada eröffnet deutschen Firmen neue Chancen
09.09.2026

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu und zwingt Ottawa zur wirtschaftlichen Neuorientierung. Deutsche Unternehmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gefährliche Mängel: Rund 20 Prozent der Nutzfahrzeuge fallen beim TÜV durch
09.09.2026

Fast 3,9 Millionen Nutzfahrzeuge sind in Deutschland angemeldet. Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen – mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Salus-Aktie: Dieser Börsenstar muss sein Wachstum erst beweisen
09.09.2026

Mehr als 2.000 Prozent Rendite in zehn Jahren, stark steigende Gewinne und eine beeindruckende Übernahmebilanz: Die Salus-Aktie gehört zu...