Finanzen

Meta-Aktie: Konzern streicht 700 Stellen und fokussiert KI

Meta baut radikal um und streicht 700 Stellen, während KI zum Kern der Strategie wird. Die Aktie gerät unter Druck, denn juristische Rückschläge und Rekordinvestitionen belasten den Konzern.
26.03.2026 16:29
Aktualisiert: 26.03.2026 16:29
Lesezeit: 2 min
Meta-Aktie: Konzern streicht 700 Stellen und fokussiert KI
Die Meta-Aktie fällt nach 700 Stellenabbau und KI-Umbau. Juristische Rückschläge und Rekordinvestitionen belasten den Kurs. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Meta-Aktie unter Druck: Konzern baut radikal auf KI um

Meta baut um — und zwar im großen Stil. Rund 700 Stellen strich der Konzern am 25. März, gleichzeitig richtet er ganze Abteilungen auf Künstliche Intelligenz aus. Das Unternehmen zieht Ressourcen aus dem klassischen Social-Media-Geschäft und dem Metaverse ab, um seine KI-Ambitionen für 2026 zu finanzieren.

Stellenabbau und Neuausrichtung

Die Entlassungen betreffen mehrere Bereiche: Facebook, Global Operations, Recruiting, Sales sowie die Reality-Labs-Sparte. Es ist bereits die zweite Entlassungswelle innerhalb weniger Monate — im Januar 2026 strich Meta mehr als 1.000 Stellen allein bei Reality Labs, rund zehn Prozent der Einheit. Trotzdem beschäftigt das Unternehmen weiterhin knapp 79.000 Mitarbeiter weltweit. Ein Teil der Betroffenen erhielt das Angebot, sich intern auf neue Positionen zu bewerben.

Parallel dazu baut Meta eine rund 1.000 Mitarbeiter starke Einheit innerhalb von Reality Labs zu sogenannten "AI-native Pods" um. Klassische Rollenbezeichnungen verschwinden, stattdessen führen Mitarbeiter künftig Titel wie "AI Builder", "AI Pod Lead" oder "AI Org Lead". Ziel ist eine flachere Organisation mit höherer Produktivität in der Entwicklung. Meta betont, dass diese Umstrukturierung formal von den Entlassungen getrennt sei.

Laut einem Leck des Memos an Business Insider werden die Mitarbeiter neu als "AI Builder" bezeichnet und in KI-native "Pods" organisiert. Das Memo beschreibt einen grundlegenden Umbau von Rollen, Titeln und Teamstrukturen innerhalb der 1.000-köpfigen Reality-Labs-Einheit. Ziel ist ein flacheres Organisationsmodell und eine stärkere Fokussierung auf KI, eine Strategie, die CEO Mark Zuckerberg bereits befürwortet hat.

"Unser letztendliches Ziel ist, einen deutlichen Sprung bei der Engineering-Produktivität und der Produktqualität zu erreichen", heißt es im Memo. "Dazu müssen wir grundlegend ändern, wie wir arbeiten, wie wir strukturiert sind und wie wir uns gegenseitig unterstützen."

Zuckerberg erklärte gegenüber Business Insider bereits Anfang des Jahres, dass 2026 das Jahr sei, in dem KI beginnen werde, "dramatisch die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten". Projekte, die früher große Teams erforderten, könnten künftig von einer einzigen, "sehr talentierten" Person umgesetzt werden.

Investitionen in Rekordhöhe: Meta-Aktie unter Beobachtung

Hinter dem Umbau steht ein massives Investitionsprogramm. Für das laufende Geschäftsjahr plant Meta Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar, vor allem für KI-Server und Rechenzentren. Zum Vergleich: Chip-Partner Nvidia meldete zuletzt einen Jahresumsatz von 215,9 Milliarden Dollar, getrieben vor allem durch die Nachfrage nach Rechenzentren großer Kunden wie Meta. Zusätzlich arbeitet Meta mit Arm an neuer AGI-CPU-Technologie, um unabhängiger von externen Chip-Lieferanten zu werden.

Juristische Rückschläge belasten die Meta-Aktie

Ausgerechnet am Tag der Stellenabbau-Ankündigung erlitt der Konzern zwei juristische Niederlagen. Eine Jury in New Mexico verhängte eine Zivilstrafe von 375 Millionen Dollar wegen irreführender Aussagen zur Sicherheit der Plattform für Minderjährige. In Los Angeles sprach ein weiteres Gericht sechs Millionen Dollar Schadensersatz in einem Suchtfall zu — Meta wurde zu 70 Prozent haftbar gemacht. Gegen beide Urteile will das Unternehmen Berufung einlegen.

Die Meta-Aktie notiert derzeit bei 487,70 Euro, ein Minus von 26,80 Euro beziehungsweise 5,21 Prozent. Sie liegt rund zwölf Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn knapp sieben Prozent verloren. Angesichts laufender Rechtsstreitigkeiten, der enormen Investitionslast und des neuen Vergütungsprogramms für Top-Manager, das eine Marktkapitalisierung von neun Billionen Dollar bis 2031 vorsieht — eine Versechsfachung des heutigen Werts — bleibt der Titel unter Druck.

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