Geely Cityray: Überraschung auf dem SUV-Markt
Geely ist jener chinesische Hersteller, der vor Jahren Volvo und Lotus übernommen und wiederbelebt, Polestar sowie Lynk & Co gegründet hat und zugleich konsequent auch seine eigene Marke Geely weiterentwickelte. Auf dem deutschen Markt positionieren sich Geely-Modelle im mittleren, also nicht im aggressivsten Preissegment. Nach einer jüngsten Preissenkung ist das Modell Cityray aus der Mitte des Angebots nun auf Augenhöhe mit dem meistverkauften chinesischen Konkurrenten Forthing T5 EVO sowie kleineren europäischen Wettbewerbern gerückt.
Wir haben geprüft, was der Cityray für einen Aktionspreis von 27.000 Euro bietet, was etwa 10.000 Euro unter vergleichbar ausgestatteten europäischen Modellen liegt. Ist der Kauf sinnvoll oder handelt es sich lediglich um ein unausgewogenes Gesamtpaket aus Karosserie, Antrieb und Ausstattung zu einem niedrigen Preis?
Beim größeren Starray fiel das Urteil unserer Kollegen vom slowenischen Wirtschaftsportal Casnik Finance gemischt aus. Beim Basismodell störten mehrere Punkte, beim stärkeren Modell mit Zweiliter-Motor etwas weniger. Nun steht der Cityray im Fokus, der im Grunde ein um 16 Zentimeter verkürzter Starray ist mit einer Länge von 4,51 Metern, einem um 69 Liter kleineren, aber weiterhin großzügigen Kofferraum mit 571 Litern beziehungsweise 1.271 Litern bei umgelegter Rückbank, einer etwas kompakteren, aber weiterhin ausreichend geräumigen Kabine vorne und hinten sowie dem gleichen Antrieb mit einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 128 Kilowatt und 174 PS.
- 26.990 Euro beträgt der Aktionspreis des Geely Cityray GK
- 174 PS leistet der 1,5-Liter-Benziner
- 571 Liter fasst der Kofferraum im Grundzustand, 1.271 Liter bei umgelegter Rückbank
- 4,51 Meter misst der Cityray in der Länge, der Radstand beträgt 2,7 Meter
- 20 Zentimeter beträgt die Bodenfreiheit
Im Innenraum wirkt der Cityray etwas weniger hochwertig, mit weniger weichen Materialien, bietet aber dennoch ausreichend Platz, sodass ein durchschnittlicher, auch familiärer Nutzer zufrieden sein dürfte und ein Umstieg auf den Starray nicht notwendig erscheint. Vor allem angesichts des günstigeren Preises ab 27.000 Euro.
Ähnliche Form, ähnliche Kritikpunkte
Optisch sind beide Modelle nahezu identisch. Der Cityray hebt sich durch eine markante Frontpartie und eine Lichtsignatur in Form eines umgekehrten L hervor, während die leicht abfallende Dachlinie eine gewisse Dynamik vermittelt.
Die Ähnlichkeit zum größeren Modell bringt jedoch auch ähnliche Kritikpunkte mit sich. Diese betreffen vor allem die Bedienung des zentralen Displays, das beispielsweise nicht die Namen von Radiosendern, sondern nur Frequenzen anzeigt. Trotz umfangreicher Ausstattung fehlt ein Navigationssystem. Android Auto erfordert eine Installation außerhalb des Play Store aus inoffizieller Quelle, während Apple CarPlay zuverlässig funktioniert. Die Einstellung der Außenspiegel erfolgt über ein Menü, das über eine Taste am Lenkrad aktiviert wird. Ungewöhnlich, aber nach kurzer Eingewöhnung kein gravierendes Problem.
Der Motor ist leistungsstark und beschleunigt in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Gleichzeitig ist er flexibel und ausreichend leise, verzichtet jedoch auf elektrische Unterstützung, was zu einem Verbrauch von 6,5 bis über acht Litern führt. Das Doppelkupplungsgetriebe harmoniert nicht immer optimal mit dem Motor und wirkt gelegentlich etwas unentschlossen.
Im Fahrbetrieb zeigt sich der Cityray insgesamt solide, ausreichend straff, ohne unkomfortabel zu sein. Die Lenkung ist präzise, auch wenn sportliche Ambitionen fehlen. Die Bodenfreiheit von 20 Zentimetern unterstreicht die SUV-Ausrichtung, die naturgemäß nicht ideal für dynamisches Fahren ist. Dies gilt auch für die bequemen, aber seitlich wenig stützenden Vordersitze mit kurzer Sitzfläche. Der Cityray wirkt damit eher sportlich im Design als im Charakter, was bei angepassten Erwartungen kein Nachteil ist.
Geely Cityray: Sehr umfangreiche Serienausstattung
Die Stärke des chinesischen SUV liegt klar im Verhältnis von Preis und Ausstattung. Das Basismodell Cityray 1.5 GK kostet nach Rabatt lediglich 26.990 Euro und bietet dafür bereits nahezu alles, sodass teurere Ausstattungspakete kaum notwendig erscheinen. Für diesen Preis sind LED-Scheinwerfer, elektrisch beheizte und enteisbare Front- und Heckscheiben, ein Panorama-Glasdach mit elektrischem Sonnenschutz sowie elektrisch einstellbare, anklappbare und beheizbare Außenspiegel enthalten.
Das Fahrzeug steht auf 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Im Innenraum finden sich ein beheizbares Lenkrad und Sitze, auch im Fond, bezogen mit angenehm wirkendem Kunstleder, ein solides Audiosystem mit sechs Lautsprechern, eine sehr gute 360-Grad-Kamera, Apple CarPlay, Smartphone-Spiegelung sowie ein integrierter Qualcomm-Chip mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem Speicher.
Noch wichtiger ist die umfangreiche Sicherheitsausstattung. Dazu gehören ein adaptiver Tempomat, ein automatisches Notbremssystem, ein Spurverlassenswarner, Spurhalteassistenten, ein intelligentes Fernlichtsystem, Totwinkelüberwachung, ein System zur Minderung von Auffahrunfällen sowie eine Querverkehrswarnung, die insbesondere im Stadtverkehr und beim Einparken hilfreich ist. Lediglich eine kabellose Ladefunktion für Smartphones fehlt, diese ist erst im deutlich teureren Ausstattungspaket GF für 31.500 Euro verfügbar.
Der Cityray bietet damit insgesamt sehr viel Fahrzeug für den geforderten Preis. Die Kombination ist so attraktiv, dass die genannten Schwächen bei der Bedienung in den Hintergrund treten. In dieser Hinsicht ist an dem chinesischen Modell wenig auszusetzen.

