Politik

Eskalation im Iran-Krieg: Trump erwägt Einsatz von Bodentruppen für Uran-Bergung

Der Konflikt im Iran tritt in eine gefährliche neue Phase ein. Während massive Luftschläge die Hauptstadt Teheran erschüttern, kursieren Berichte über weitreichende Pläne des US-Präsidenten. Donald Trump prüft offenbar den Einsatz von Spezialkräften am Boden, um hochangereichertes Uran direkt aus den Atomanlagen zu bergen – ein Vorhaben, das die militärische Intensität massiv steigern würde.
30.03.2026 13:00
Lesezeit: 3 min

Bericht: Trump prüft Bodeneinsatz zur Uran-Bergung

Trump prüfe zurzeit, wie gefährlich dies für die dafür nötigen Bodentruppen wäre, zitierte die Zeitung US-Beamte. Eine Entscheidung habe der Präsident noch nicht getroffen. Er stehe der Idee aber grundsätzlich offen gegenüber, da ein solcher Militäreinsatz dazu beitragen könnte, sein zentrales Ziel zu erreichen – nämlich den Iran daran zu hindern, jemals eine Atomwaffe herzustellen.

Bevor Israel und die USA bereits im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran geflogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardiert hatten, verfügte das Land nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Für den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent nötig.

Uran in unterirdischen Tunneln vermutet

Nach Einschätzung von IAEA-Chef Rafael Grossi dürfte sich das Uran hauptsächlich in unterirdischen Tunneln und Lagerstätten in den Atomanlagen Isfahan und Natans befinden, die beide von den USA und Israel vergangenes Juni bombardiert worden waren. Trump habe seine Berater dazu ermutigt, den Iran zu drängen, der Übergabe des Materials als Bedingung für ein Kriegsende zuzustimmen, zitierte das «Wall Street Journal» eine nicht genannte Quelle.

Der Iran setzte unterdessen seine Gegenangriffe auf Israel und benachbarte Golfstaaten fort, flankiert von der Huthi-Miliz im Jemen. Israels Armee teilte in der Nacht mit, es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden. Der Iran beschoss den Erzfeind Israel zudem erneut mit Raketen. Berichte über Einschläge oder Verletzte gab es nicht. Auch Kuwait und andere Golfstaaten gerieten ebenfalls wieder unter Beschuss durch den Iran.

Ölpreis steigt

Zugleich hält der Iran weiter faktisch die für den globalen Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus geschlossen. In der Folge steigen die Ölpreise. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent lag am frühen Morgen bei 115,55 Dollar. Seit Beginn des Kriegs hat sie sich um fast 60 Prozent verteuert.

Auf die Frage, ob in den kommenden Tagen ein Waffenruheabkommen erzielt werden könne, das die für den Gas- und Ölmarkt wichtige Straße von Hormus öffnen würde, lehnte es Trump gegenüber der «Financial Times» ab, Details zu nennen. «Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig – wir haben 13.000 Ziele bombardiert – und noch ein paar Tausend Ziele vor uns», wurde er zitiert.

Trump: Würde am liebsten das Öl im Iran nehmen

Trump sagte der «Financial Times» weiter: «Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen.» Über Charg wickelt der Iran etwa 90 Prozent seiner Erdölausfuhren ab. «Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen», sagte Trump der britischen Finanzzeitung und fügte demnach hinzu. «Aber einige dumme Leute in den USA sagen: "Warum tust du das?" Aber das sind dumme Leute.»

Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, schrieb die Zeitung. Ein Angriff auf Charg wäre riskant. Experten warnen, dass US-Soldaten nach Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären.

Trumps Frist läuft in einer Woche ab

Trump hat dem Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des von den USA und Israel begonnenen Krieges zu akzeptieren – andernfalls drohen US-Angriffe auf Irans Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April um 2.00 Uhr MESZ ab. Trotz seiner Drohungen, die iranische Ölförderung einzunehmen, betonte Trump der Zeitung zufolge, dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über pakistanische Vermittler gut vorankämen. Die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei hatten am Sonntag in Islamabad über eine mögliche Deeskalation des Iran-Krieges gesprochen.

Israel will weiter in Südlibanon vordringen

Derweil wies Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Armee an, weiter im Süden des Libanons vorzudringen. Bei einer Lagebesprechung im Norden sagte er, er habe jetzt angeordnet, den von ihm so bezeichneten «bestehenden Sicherheitsstreifen» weiter auszudehnen. Damit solle die Bedrohung durch die mit dem Erzfeind Iran verbündete Hisbollah-Miliz und der Abschuss von Raketen aus diesem Gebiet verhindert werden. «Wir sind entschlossen, die Lage im Norden grundlegend zu verändern», sagte Netanjahu weiter.

Viele Libanesen befürchten eine großangelegte Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des nördlichen Nachbarlandes Israels. Immer wieder geraten auch die Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet zu Israel zwischen die Fronten. Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen wurde ein Blauhelmsoldat getötet. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall in Südlibanon schwer verletzt, teilte die UN-Beobachtermission Unifil mit. Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam.

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