Politik

Russland profitiert von Hormus-Blockade

Weil die Straße von Hormus gesperrt bleibt, sprudeln Russlands Rohstoffexporte. Öl, Gas und Dünger lassen den Rubel rollen.
07.04.2026 15:17
Lesezeit: 2 min
Russland profitiert von Hormus-Blockade
Die Hormus-Blockade treibt Russlands Einnahmen in Milliardenhöhe (Foto: ChatGPT)

Russland profitiert von Hormus-Blockade

Weil die Straße von Hormus gesperrt bleibt, erzielt Russland nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer mit Öl, Gas und Dünger hohe zusätzliche Milliardeneinnahmen. Die Gewinne summieren sich monatlich auf mehr als zehn Milliarden Euro, teilte die Kammer mit. "Russland ist damit der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten", sagt Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Kammer, der Deutschen Presse-Agentur.

Russlands Öl- und Gasexporte steigen massiv

Russland profitiert von den gestiegenen Rohstoffpreisen, weil es alternative Exportrouten nutzt. Das könnte "Russland einen unverhofften Geldsegen in historischem Ausmaß bescheren", erklärt Schepp in Moskau. Bei einem anhaltenden Ölpreis von etwa 100 US-Dollar kann Russland mit einem Plus gegenüber dem Haushaltsplan von 71,8 Milliarden US-Dollar (62,1 Milliarden Euro) pro Jahr rechnen.

Hormus-Blockade sichert Moskau historische Mehreinnahmen

Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg zum Wochenstart auf mehr als 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges.

Steigende Rohstoffpreise belasten deutsche Industrie

Der russische Haushalt hängt zu großen Teilen vom Verkauf von Öl und Gas ab, aktuell sind 59 Dollar je Barrel im Etat veranschlagt. Vor dem Iran-Krieg wies er aufgrund eines Ölpreises unter dem Planwert ein Defizit aus. "Beim aktuellen Preisniveau kann Moskau allein aus Öl und Gas rund 50 Milliarden Dollar Mehreinnahmen pro Jahr generieren", teilte die Kammer weiter mit.

Russlands Einnahmen finanzieren Ukraine-Krieg

Russland nutzt die Rohstoffeinnahmen auch, weil es auf ein Ende der westlichen Sanktionen hofft. Einige in Moskau rechnen bereits mit einem Ölpreis von 200 US-Dollar je Barrel; dann kämen laut der Kammer 350,4 Milliarden US-Dollar zusammen, 247 Milliarden Dollar mehr als im Haushaltsplan vorgesehen.

Düngerpreise drücken auf Landwirtschaftsbetriebe

Beim Dünger könnte Russland in einem mittleren Szenario bis zu 8,9 Milliarden Euro Mehreinnahmen erzielen. Dagegen drohten deutschen Landwirtschaftsbetrieben Mehrkosten pro Hektar Ackerland von 36 bis 145 Euro jährlich, teilte die Kammer weiter mit.

Auslandshandelskammer warnt vor Kostenschock

Die Kammer berechnete auch die Folgen für Deutschland. Allein die deutsche Ölimportrechnung könnte bei 100 US-Dollar je Barrel auf mehr als 60 Milliarden Euro steigen. "Zusammen mit den Gas-Mehrkosten droht der deutschen Industrie ein Kostenschock, der die erhoffte wirtschaftliche Erholung 2026 zunichtemacht", sagt Energieexperte Thomas Baier.

Die Auslandshandelskammer ist mit 750 Mitgliedern nach eigenen Angaben der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland.

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