Finanzen

Energiemärkte reagieren: Erdgaspreis fällt nach Iran-Deal

Plötzlich entspannt sich die Lage am Energiemarkt: Der Erdgaspreis fällt deutlich, nachdem im Iran-Konflikt eine Waffenruhe vereinbart wurde. Anleger atmen auf. Doch hinter der kurzfristigen Erleichterung bleiben offene Fragen zur Stabilität und weiteren Entwicklung bestehen.
08.04.2026 11:19
Lesezeit: 2 min
Energiemärkte reagieren: Erdgaspreis fällt nach Iran-Deal
Der Erdgaspreis reagiert auf geopolitische Entspannung. (Foto: dpa)

Nach Waffenstillstand im Iran: Europäischer Erdgaspreis fällt deutlich

Der Erdgaspreis für Europa ist nach der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Konflikt spürbar gesunken. Der Erdgaspreis geriet deutlich unter Druck: Die wichtigsten Future-Kontrakte verloren am Mittwoch bis zu 20 Prozent und verzeichneten damit den stärksten Tagesrückgang seit mehr als zwei Jahren.

An der Börse in Amsterdam fiel der maßgebliche Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zuletzt um 17 Prozent auf 44,13 Euro je Megawattstunde (MWh). Zuvor war der Erdgaspreis seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vor über fünf Wochen auf bis zu 74 Euro gestiegen.

Iran-Deal kurz vor Fristende: Freie Fahrt durch Hormus in Aussicht

Der Iran und die USA verständigten sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe sowie die Öffnung der Straße von Hormus. Laut Teheran ist eine sichere Passage durch Hormus durch Abstimmung mit den eigenen Streitkräften möglich, konkrete Details des Abkommens wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Die fast vollständige Blockade der wichtigen Wasserstraße - über die normalerweise ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases transportiert wird - hatte zuvor die Energiepreise und damit auch den Erdgaspreis kräftig nach oben getrieben. Mit der nun erzielten Waffenruhe gaben auch die Ölpreise deutlich nach. "An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Waffenstillstand verhindere vorerst eine weitere Eskalation und stabilisiere damit auch den Erdgaspreis.

Trotz Waffenruhe: Unsicherheiten beim Erdgaspreis bestehen fort

Grundsätzlich habe sich jedoch wenig verändert, erklärte Tom Marzec-Manser, Europa-Direktor für Gas und Flüssiggas (LNG) beim Beratungsunternehmen Wood Mackenzie. "Abgesehen von den im Golf festsitzenden, beladenen LNG-Tankern - die möglicherweise immer noch Schwierigkeiten haben werden, abzufahren, wenn die Straße nicht wirklich geöffnet ist - ist die Wiederinbetriebnahme von Katars Ras Laffan das Entscheidende", sagte er. Marzec-Manser verweist dabei auf den weltweit größten LNG-Hub, der in den vergangenen Wochen durch Angriffe beschädigt wurde und Einfluss auf den Erdgaspreis hatte.

Der Markt dürfte nun genau verfolgen, welche Schiffe die Passage durch die Straße von Hormus antreten und wie erfolgreich sie dabei sind. Anfang dieser Woche brachen zwei katarische LNG-Tanker ihre Versuche ab, die Wasserstraße zu durchqueren, nachdem ihnen die Genehmigung durch iranische Behörden verweigert worden war.

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