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Rheinmetall-Aktie: Großauftrag für Kamikaze-Drohnen

Während der Ukraine-Krieg immer mehr zu einem Drohnenkrieg wird, rüstet die Bundeswehr ihren Bestand an solchen Waffensystemen auf. Nach den Anbietern Helsing und Stark kommt nun Rheinmetall zum Zug.
23.04.2026 10:29
Lesezeit: 2 min

Rheinmetall-Aktie: Rheinmetall liefert Bundeswehr Kamikaze-Drohnen

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall liefert der Bundeswehr künftig Drohnen, die als «Loitering Munition» über dem Zielgebiet kreisen und sich dann selbstständig auf ein Ziel stürzen. Das Bundeswehr-Beschaffungsamt habe in Koblenz einen entsprechenden Auftrag über 300 Millionen Euro unterzeichnet, teilte die Waffenschmiede in Düsseldorf mit. Wie viele Drohnen das sind, ist geheim. Die Lieferung soll in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen. Hergestellt werden die Flugkörper in Neuss.

Die Bestellung des Modells FV-014 erfolgte innerhalb eines Rahmenvertrags, der informierten Kreisen zufolge ein Volumen von einer Milliarde Euro hat. Insgesamt geht es um eine fünfstellige Anzahl an Drohnen. Die Konkurrenten Stark und Helsing haben ähnliche Rahmenverträge und bereits Aufträge bekommen, Rheinmetall ist hierbei der Nachzügler. Der Panzerbauer und Munitionsfabrikant musste die Drohne erst neu entwickeln und auf den Markt bringen. Die Drohnen sind mit Sprengstoff beladen, außerdem werden sie für Aufklärungszwecke genutzt.

70 Minuten Flugzeit und 100 Kilometer Reichweite

Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich zufrieden. «Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten, mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann», sagte der Manager. Rheinmetall werde das System schon sehr bald im industriellen Maßstab in hohen Stückzahlen produzieren.

Die Drohnen haben den Angaben zufolge eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, ihr Gefechtskopf wiegt inklusive Zündvorrichtung rund vier Kilo. Die Drohne kann bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele beobachten. Das Produkt wird vollständig in der EU produziert.

Die Bundeswehr wertet an der Loitering Munition positiv, dass sie mit diesem Waffentyp schnell reagieren und feindliche Ziele präzise bekämpfen könne. Die Reichweite sei zudem höher als mit Artilleriegranaten.

Software soll kontinuierlich weiterentwickelt werden

Streng genommen sind es gar keine Drohnen, sondern es handelt sich um Munition, da diese Waffensysteme für den einmaligen Gebrauch vorgesehen sind. Sie werden von einem Container aus mit einer Zündvorrichtung nach oben geschossen, entfalten sich in der Luft und fliegen weiter. Eine Landung und erneute Nutzung ist nicht vorgesehen: Ist die Zeit abgelaufen und kein Ziel gefunden, lasse man sie kontrolliert abstürzen, so ein Rheinmetall-Sprecher.

Wichtig bei diesem Waffentyp ist die Software, die immer kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Die Verträge mit den Drohnenlieferanten enthalten Innovationsklauseln, heißt es von der Bundeswehr. Diese Klauseln verpflichten die Hersteller, die Systeme auf dem neuesten Stand zu halten. «Ohne eine solche Klausel könnten die heute gekauften Systeme in wenigen Monaten wirkungslos sein, weil der potenzielle Gegner bereits Gegenmaßnahmen ergriffen hat.»

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