Politik

Fragile Waffenruhe: USA starten Initiative in der Straße von Hormus

Mitten in einer fragilen Waffenruhe planen die USA einen Eingriff in der Straße von Hormus. Ziel ist die Sicherung des Schiffsverkehrs, doch der Iran warnt eindringlich vor Konsequenzen. Kann die Initiative Stabilität bringen oder verschärft sie den Konflikt?
04.05.2026 09:26
Lesezeit: 3 min

Trump: USA planen Hilfe für blockierte Schiffe - Iran reagiert mit Warnung

Die Vereinigten Staaten wollen noch heute eine Initiative beginnen, um Schiffen zu helfen, die infolge der Blockade der Straße von Hormus festliegen. Für den Fall möglicher Störungen der Initiative "Projekt Freiheit" drohte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social damit, entschieden dagegen vorzugehen. Viele Einzelheiten zum Ablauf der Initiative, die am Vormittag (Ortszeit Nahost) starten sollte, ließ Trump allerdings offen. Der Iran reagierte umgehend und warnte die USA vor Maßnahmen in der strategisch bedeutsamen Meerenge.

Vor dem Krieg transportierten Tanker rund ein Fünftel der weltweit gehandelten Mengen an Öl und Flüssiggas durch die Straße von Hormus. Seit Beginn der Kampfhandlungen kontrolliert der Iran die Meerenge und hat den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe weitgehend zum Stillstand gebracht. Die USA wiederum verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch ein diplomatischer Durchbruch ist bislang nicht in Sicht.

Trump begründete seine Initiative damit, dass zahlreiche Länder weltweit die USA gebeten hätten, ihnen bei der Befreiung ihrer Schiffe zu helfen. Die Vereinigten Staaten hätten diesen Staaten mitgeteilt, "dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen blockierten Wasserstraßen herausführen werden", sodass sie ihre Geschäfte ungehindert fortsetzen könnten. Es gehe dabei um Schiffe aus Regionen, die nicht in den Iran-Krieg involviert seien. "Sie sind lediglich neutrale und unschuldige Dritte!" Trump bezeichnete das Vorgehen zudem als "humanitäre Geste". Vielen Schiffen gingen Lebensmittel sowie andere wichtige Güter für gesunde und hygienische Bedingungen an Bord aus.

Bericht: Derzeit keine Begleitung durch US-Kriegsschiffe vorgesehen

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte auf der Plattform X, dass US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Demnach sollen Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Systeme sowie 15.000 Soldaten das "Projekt Freiheit" begleiten. Welche konkreten Aufgaben sie übernehmen sollen, blieb jedoch unklar.

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, dass es bei dem Projekt um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Steuerung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge gehe. Aktuell sehe die Initiative nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Frachter durch die Straße von Hormus eskortieren.

Trumps jüngster Plan ziele darauf ab, Minen aufzuspüren und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, die die Meerenge durchqueren, damit sie Gefahren vermeiden können. Darüber hinaus sollen allgemein die sichersten Routen für die Schifffahrt bestimmt werden, hieß es.

Iran weist Eingreifen der USA zurück

Der Iran untersagte jede Form amerikanischer Einmischung in der Meerenge. Eine solche würde als Verstoß gegen die Waffenruhe gewertet, schrieb der Vorsitzende der Sicherheitskommission im Parlament, Ebrahim Azizi, auf der Plattform X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch "Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert".

Der US-Präsident äußerte sich in seinem Beitrag auch zu den Gesprächen mit dem Iran: "Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten", schrieb er.

Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte sich Trump im Hinblick auf die Verhandlungen mit dem Iran noch skeptisch gezeigt. Der Iran hatte im Zuge der Bemühungen um ein Ende des Kriegs zuletzt einen neuen Vorschlag übermittelt. In einer ersten Reaktion, in der er die Prüfung des iranischen Vorschlags ankündigte, erklärte Trump: Er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sein werde. Gleichzeitig warnte der US-Präsident, es bestehe weiterhin die Möglichkeit, den Iran erneut anzugreifen, sollte sich die iranische Führung aus seiner Sicht falsch verhalten.

Iran: Prüfen US-Reaktion auf unseren Vorschlag

Nach Angaben des iranischen Außenministeriums haben die USA inzwischen auf den iranischen Vorschlag reagiert. Man sei derzeit dabei, diese Antwort zu analysieren, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai iranischen Medien zufolge.

Baghai erklärte laut Nachrichtenagentur Fars zudem, im iranischen 14-Punkte-Plan für ein Kriegsende werde das nukleare Thema ausgeklammert. Irans Atomprogramm und das in der Islamischen Republik angereicherte Uran zählen seit langem zu den zentralen Streitpunkten mit den USA. Berichten zufolge will Teheran dieses Thema erst zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

Weitere Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus

In den Gesprächen mit Teheran drängen die USA seit längerem auch auf eine Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus - bislang jedoch ohne Erfolg. Erst am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) erneut Angriffe auf Schiffe in der Meerenge.

Der Kapitän eines nach Norden fahrenden Massengutfrachters habe einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet, teilte die Behörde auf der Plattform X mit. Der Vorfall ereignete sich demnach elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete hingegen, ein Schiff sei auf Anweisung der iranischen Marine gestoppt worden, um Dokumente zu kontrollieren. Diese Maßnahme sei im Rahmen von Überwachungsprozessen erfolgt. Von einem Angriff war keine Rede.

Später teilte UKTMO mit, erneut sei in der Meerenge ein Schiff attackiert und von "unbekannten Projektilen" getroffen worden. Der Vorfall habe sich am Sonntagabend rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten ereignet. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit gewesen, und es seien keine Umweltschäden gemeldet worden.

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