Konzernname vor dem Aus: Deutsche Post AG wird zu DHL AG
Der Name Deutsche Post steht praktisch vor dem Ende. Mehr als drei Jahrzehnte nach der Einführung dieses Firmennamens soll die Hauptversammlung des Bonner Logistikkonzerns am Dienstag beschließen, den Konzernnamen aufzugeben und künftig an der Börse als DHL AG aufzutreten. Die Eintragung ins Handelsregister soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.
Dabei bleibt die Deutsche Post AG zunächst formal im System verankert, rückt aber sichtbar in den Hintergrund der neuen Markenarchitektur.
Von der Bundespost zur globalen Logistikgruppe
Die Deutsche Post AG ging aus der Bundespost hervor, die in den 90er Jahren schrittweise privatisiert wurde. 2002 übernahm das Unternehmen den US-Logistiker DHL. Seitdem hat sich der Fokus des Konzerns zunehmend ins Ausland verschoben.
Das Kürzel DHL steht für die Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn.
DHL dominiert das Auslandsgeschäft
Inzwischen entfällt nur noch etwa ein Fünftel des Konzernumsatzes auf das klassische Inlandsgeschäft, also den Versand von Paketen und Briefen in Deutschland. Andere Bereiche wie das Expressgeschäft mit zeitkritischen Sendungen, die Frachtlogistik und weitere Dienstleistungen haben dem historischen Kerngeschäft zunehmend den Rang abgelaufen.
Dieses reicht in seiner Tradition bis zur Thurn-und-Taxis-Post des 15. Jahrhunderts zurück.
Neue Struktur: Deutsche Post als Tochter
Bereits vor zwei Jahren hatte das Unternehmen den Markennamen von Deutsche Post DHL Group in DHL Group geändert. „Es sollte auch draufstehen, was drin ist“, begründete Konzernchef Tobias Meyer den Schritt. International lasse sich mit DHL stärker auftreten als mit dem Namen Deutsche Post.
Sein Vorgänger Frank Appel hatte eine Umbenennung noch vermieden, um die Belegschaft im Inland nicht zu verunsichern. 2024 wurde lediglich der Außenauftritt angepasst, rechtlich blieb die Struktur unverändert.
Nun folgt der nächste Schritt: Die Deutsche Post AG wird künftig als Tochtergesellschaft innerhalb des Konzerns geführt und verantwortet das nationale Brief- und Paketgeschäft. Bisher war dieser Bereich direkt in die Holding eingebunden und nicht wie andere Sparten als eigenständige Tochter organisiert.
Kaum Widerstand vor Hauptversammlung
Mit der neuen Struktur will der Konzern mehr Klarheit und Transparenz schaffen. Für Postboten und andere Beschäftigte soll sich nach Unternehmensangaben nichts ändern.
Widerstand gegen die Umbenennung wurde im Vorfeld der Hauptversammlung kaum laut. Entsprechend gilt ein deutliches Votum der Aktionäre als wahrscheinlich.

