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Schnappt sich BYD die Gläserne Manufaktur in Dresden?

BYD: Der chinesische E-Auto-Marktführer will nach Deutschland – und hat dabei offenbar ein ehemaliges Volkswagen-Werk im Blick.
05.05.2026 12:09
Aktualisiert: 05.05.2026 12:09
Lesezeit: 2 min
Schnappt sich BYD die Gläserne Manufaktur in Dresden?
Chinas E-Auto-Marktführer BYD will offenbar nach Deutschland expandieren und ein VW-Werk in Dresden übernehmen. (Foto: dpa) Foto: Johannes Neudecker

BYD prüft Einstieg in Dresden – VW-Werk im Visier

Mehreren Quellen zufolge erwägt BYD den Kauf des Standorts, in dem einst der "Phaeton" gebaut wurde. Laut Berichten chinesischer Medien, auf die sich unter anderem CarNewsChina und Motor1 beziehen, soll es um genau dieses Werk gehen. Dort wurde die Automobilproduktion von VW Ende 2025 eingestellt - wir berichteten.

Für BYD wäre der Standort ein strategischer Schritt, um seine Präsenz in Europa auszubauen. Das Konzept sieht demnach eine Aufteilung der Flächen vor: Produktion von Elektroautos auf der einen Seite, auf der anderen der Aufbau eines Technologie-Hubs in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen und der Technischen Universität Dresden.

Europa als Ausweichmarkt

Hintergrund der Überlegungen ist eine veränderte Marktdynamik in China. Der Elektroboom dort flaut offenbar ab, der Absatz von BYD, Xiaomi und anderen Herstellern stagniert. BYD selbst verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Einbruch des Nettogewinns um 55 Prozent auf 599 Millionen US-Dollar – deutlich unter den Erwartungen.

Auch der Heimatmarkt entwickelt sich schwächer: Der Absatz sank dort um 16 Prozent. Gleichzeitig wächst das Auslandsgeschäft stark – um 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Doch Europa und die USA bringen Hürden mit sich. Hohe Strafzölle erschweren den Markteintritt. Die Strategie ist daher klar: lokale Produktion aufbauen, Zölle umgehen und gleichzeitig das Qualitätsimage europäischer Fertigung nutzen.

VW dementiert Gespräche

Volkswagen selbst hat die Berichte jedoch zurückgewiesen. Nach Angaben aus Wolfsburg gebe es keine Gespräche oder Informationen über einen Verkauf des Dresdner Werks. Auch BYD habe keinen bestätigten direkten Kontakt aufgenommen.

Der VW-Vorstand um Oliver Blume hatte zwar kürzlich angedeutet, dass gemeinsame Nutzung von Produktionskapazitäten mit chinesischen Herstellern eine „intelligente“ Lösung sein könne, um Überkapazitäten abzubauen. Konkrete Verhandlungen mit BYD seien jedoch nicht bekannt.

Ein Werk mit Symbolkraft

Die Gläserne Manufaktur wurde 2002 auf Initiative von Ferdinand Piëch eröffnet und galt als Symbol für die technologische Stärke des Konzerns. Zunächst wurde dort der Phaeton gefertigt.

Später entwickelte sich der Standort zu einem Zentrum der Elektromobilität mit Modellen wie dem e-Golf und zuletzt dem ID.3. Dennoch verlor das Werk mit einer Jahresproduktion von zuletzt rund 6.000 Einheiten zunehmend an Bedeutung.

Schließung und neue Pläne

Die Produktion wurde im Dezember 2025 eingestellt – als erstes dauerhaft geschlossenes Volkswagen-Werk in Deutschland. Die Schließung gilt als historischer Einschnitt für den Konzern.

Für die Zukunft ist bereits ein Transformationsprojekt geplant: Das Gelände soll zu einem Innovationszentrum für künstliche Intelligenz, Robotik und Mikroelektronik werden. Geplant sind Investitionen von rund 50 Millionen Euro.

Ein möglicher Einstieg von BYD könnte diese Pläne ergänzen und dem Standort zusätzlich eine industrielle Komponente geben.

Offene Entwicklung

Offiziell bestätigt sind die Gespräche bislang nicht, Volkswagen hat zentrale Punkte dementiert. Dennoch zeigt schon das Interesse an der Gläsernen Manufaktur, wie stark sich die Kräfteverhältnisse in der globalen Autoindustrie verschieben.

Ob BYD tatsächlich in Dresden einsteigt oder das Thema ein Gerücht bleibt, ist offen. Klar ist jedoch: Die Symbolik eines möglichen chinesischen Einstiegs in ein ehemaliges Vorzeigewerk von Volkswagen reicht weit über den Standort hinaus.

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