Politik

Energiewende-Pläne: Umweltminister Schneider stoppt Entwurf von Reiche

Im Streit um die Energiewende zeigt sich die Bundesregierung tief gespalten. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zum gebremsten Ausbau der Erneuerbaren Energien strikt ab. Während Reiche den Zubau von Wind- und Solaranlagen stärker an den Netzausbau koppeln will, warnt Schneider vor einem fatalen Stoppschild für den Klimaschutz.
07.05.2026 23:04
Lesezeit: 1 min
Energiewende-Pläne: Umweltminister Schneider stoppt Entwurf von Reiche
Umweltminister Schneider (rechts) blockiert Reiches (links) Plan zur Drosselung erneuerbarer Energien. Was der Koalitionsstreit für Klimaschutz und Energiewende bedeutet (Foto: dpa). Foto: Lilli Förter

Energiewende und Netzausbau: Konflikt um das neue Netzpaket

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat ein umfassendes Netzpaket vorgelegt, das den Zubau von Wind- und Solarparks in überlasteten Gebieten drosseln soll. Ziel ist es, die hohen Kosten für Entschädigungen zu senken, die anfallen, wenn Anlagen aufgrund von Netzengpässen abgeregelt werden müssen. Ihr Vorschlag sieht vor, dass Betreiber in kritischen Regionen künftig nur dann bauen dürfen, wenn sie für zehn Jahre auf Entschädigungszahlungen verzichten. Energieverbände schlagen bereits Alarm, da sie darin eine faktische Aufhebung des gesetzlich verankerten Einspeisevorrangs für grünen Strom sehen.

Schneider fordert Fokus auf Klimaschutz und Energie-Unabhängigkeit

Umweltminister Schneider betonte in Berlin, dass er zwar für Effizienz und Kosteneinsparungen sei, den Ausbau der regenerativen Quellen jedoch keinesfalls ausbremsen werde. Laut Schneider müsse eine weitere Stärkung der Windkraft und Solarenergie das vorrangige Ziel bleiben, um die Energie-Unabhängigkeit Deutschlands zu sichern. Er stellte klar, dass der aktuelle Entwurf des Wirtschaftsministeriums keine geeinte Position der Bundesregierung darstellt. Die SPD kündigte bereits an, sich massiv in die Verhandlungen einzubringen, um den Gesetzentwurf im Sinne des Klimaschutzes grundlegend umzugestalten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 47: Die Woche im Rückblick – KW 42
16.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Analyse: Europa steht geschlossen gegen China, verschärft aber den Konflikt um den Milliardenhaushalt
16.10.2026

Die EU sieht erste Fortschritte im Handelskonflikt mit China. Doch das Defizit wächst weiter, und Brüssel bereitet bereits neue...

DWN
Politik
Politik Deal um Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich haben sich geeinigt
16.10.2026

Deutschland setzt sich dafür ein, dass weiter Neuwagen mit Verbrennungstechnologie zugelassen werden können. Frankreichs Präsident...

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Steigende Zinsen, nervöse Börsen – Chancen für Ihr Kapital
16.10.2026

Das eigene Vermögen soll Sicherheit geben. Doch steigende Zinsen und nervöse Märkte machen derzeit Anlageentscheidungen schwieriger. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF-Warnung: Warum der KI-Boom eine neue Krise auslösen könnte
16.10.2026

Die Weltwirtschaft wächst, doch unter der Oberfläche braut sich eine gefährliche Mischung zusammen: Staaten häufen Rekordschulden an,...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
16.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Politik
Politik Frühstartrente: Bundestag entscheidet über zehn Euro für Kinder
16.10.2026

Mit der Frühstartrente will der Staat Kindern monatlich zehn Euro für ein langfristiges Aktiendepot geben. Wer zuerst von der...

DWN
Politik
Politik Wer ist wer in den Kriegen im Nahen Osten
16.10.2026

Zehn Punkte zu Staaten, Rebellen und politischen Gruppen, die für Kriege, Lieferwege und Energiepreise entscheidend sind.