Politik

Insa-Politiker-Ranking: Weidel überholt Söder – Merz bleibt Schlusslicht

Das aktuelle Insa-Politiker-Ranking offenbart deutliche Veränderungen bei den beliebtesten Politikern Deutschlands: Alice Weidel überholt Markus Söder, Friedrich Merz bleibt Schlusslicht. Parallel erreicht die AfD einen Rekordwert bei der Sonntagsfrage. Was bedeuten diese Zahlen für die politische Stimmung in Deutschland?
19.05.2026 11:17
Aktualisiert: 19.05.2026 11:17
Lesezeit: 2 min

Insa-Politiker-Ranking: Alice Weidel zieht an Markus Söder vorbei

Das aktuelle Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Insa sorgt für neue Diskussionen über die Kräfteverhältnisse in Berlin. Im jüngsten Insa-Politiker-Ranking bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 5,0 Punkten zwar an der Spitze, doch besonders der Aufstieg von AfD-Chefin Alice Weidel prägt das neue Politiker-Ranking. Die AfD-Politikerin verbessert sich auf 4,0 Punkte und klettert im Politiker-Ranking von Rang acht auf Platz vier. Damit liegt sie nun vor CSU-Chef Markus Söder, der mit 3,9 Punkten auf Rang fünf zurückfällt.

Hinter Pistorius folgen im Politiker-Ranking Cem Özdemir (Grüne) mit 4,4 Punkten sowie Hendrik Wüst (CDU) mit 4,1 Punkten. Alle drei Spitzenpolitiker konnten im Vergleich zur Vorwoche leicht zulegen. Das Politiker-Ranking zeigt zugleich, wie stark die Bewertungen innerhalb der politischen Lager auseinandergehen. Laut „Bild“ erzielt Weidel bei den eigenen Anhängern einen Spitzenwert von 8,5 Punkten, während sie bei Unterstützern von Union, SPD und Grünen deutlich schlechter abschneidet.

Politiker-Ranking basiert auf Bewertungen zwischen 0 und 10

Die aktuelle Insa-Umfrage basiert auf einer Befragung von 2005 Wahlberechtigten zwischen dem 15. und 18. Mai 2026. Die Teilnehmer sollten laut der Insa-Umfrage die Politiker auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten. „Wie bewerten Sie folgende Politiker auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut)?", lautete die Frage laut dem Magazin von Kettner Edelmetalle.

Im Mittelfeld des Politiker-Ranking konnten vor allem Politikerinnen der Linken zulegen. Heidi Reichinnek verbessert sich auf Platz zehn, Ines Schwerdtner steigt auf Rang zwölf. Schwerdtner äußerte sich zugleich kritisch zur AfD. „Die AfD ist eigentlich eine Partei der Besserverdiener und überhaupt nicht der arbeitenden Menschen“, kritisiert Ines Schwerdtner, Parteivorsitzende der Linken, die AfD.

Friedrich Merz bleibt Schlusslicht im Insa-Politiker-Ranking

Während einige Politiker im Politiker-Ranking zulegen, geraten mehrere CDU- und SPD-Vertreter unter Druck. Julia Klöckner, Carsten Linnemann, Lars Klingbeil und Bärbel Bas verlieren an Zustimmung. Besonders problematisch bleibt die Lage für die Union am unteren Ende des Politiker-Ranking. Jens Spahn erreicht lediglich 2,8 Punkte auf Rang 19, Bundeskanzler Friedrich Merz bleibt mit 2,7 Punkten Schlusslicht.

Parallel zum Politiker-Ranking veröffentlichte Insa auch neue Parteiumfragen. Die AfD steigt in der Erhebung auf 29 Prozent und erreicht damit den höchsten jemals bei Insa gemessenen Wert. Die Union fällt dagegen auf 22 Prozent zurück und erzielt ihren schwächsten Wert seit mehr als vier Jahren. Die SPD kommt nur noch auf 12 Prozent. Gemeinsam erreichen Schwarz-Rot damit lediglich 34 Prozent.

Auch das ZDF-„Politbarometer“ zeigt erhebliche Unterschiede in der Wahrnehmung einzelner Politiker. Dort liegt Weidel mit minus 2,2 Punkten auf dem letzten Platz der Top Ten. Vorletzte ist Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit minus 1,5, davor folgt Friedrich Merz mit minus 1,3. Boris Pistorius bleibt dagegen auch dort die Nummer eins.

Andere Institute sehen die AfD derzeit zwischen 25 und 28 Prozent sowie die Union zwischen 22 und 24 Prozent. Wahlumfragen bleiben allerdings grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet.

Insa-Politiker-Ranking zeigt tiefe Verschiebungen

Das aktuelle Politiker-Ranking macht deutlich, wie stark sich die politische Stimmung in Deutschland verändert. Während Boris Pistorius weiterhin von vielen Bürgern positiv bewertet wird, verliert die Union zunehmend an Rückhalt. Besonders auffällig ist der Aufstieg von Alice Weidel, der parallel zu den steigenden AfD-Umfragewerten verläuft. Gleichzeitig geraten führende CDU-Politiker immer stärker unter Druck. Die Insa-Umfrage zeigt damit nicht nur einzelne Popularitätswerte, sondern deutliche Verschiebungen innerhalb der Parteienlandschaft. Für die Bundesregierung sind diese Zahlen ein Warnsignal. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten sich die politischen Mehrheiten in Deutschland langfristig spürbar verändern und bestehende Machtverhältnisse zunehmend ins Wanken geraten.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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