Finanzen

Commerzbank-Aktie: Warnung vor Unicredit-Offerte

Zwischen Übernahmeofferte, politischen Widerständen und milliardenschweren Interessen verschärft sich der Machtkampf um die Commerzbank. Das Frankfurter Geldhaus wehrt sich öffentlich gegen den Vorstoß der italienischen Großbank Unicredit. Wie gefährlich wird die Situation für die Commerzbank-Aktie wirklich?
20.05.2026 16:47
Lesezeit: 1 min

Commerzbank-Aktie: Commerzbank warnt Anteilseigner vor Risiken bei Unicredit

Die Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001) warnt die Besitzer der Commerzbank-Aktie vor einem Tausch ihrer Wertpapiere in Aktien der Unicredit (ISIN: IT0005239360). Wer seine Commerzbank-Aktie an die italienische Großbank abgebe - und dies zudem unter Wert - gehe erhebliche Risiken ein. Neben den hohen Hürden für eine Umsetzung der Unicredit-Pläne müssten Anteilseigner als künftige Miteigentümer der Mailänder Bank auch deren eigene Probleme tragen, warnte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann auf der Hauptversammlung in Wiesbaden: "etwa ein erhöhtes Exposure gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote notleidender Kredite und ein immer noch signifikantes Russlandgeschäft". Die Unicredit zählt zu den größten weiterhin aktiven Auslandsbanken in Russland.

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile präsentiert. Unicredit-Chef Andrea Orcel bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Damit will die Mailänder Großbank bis zum 16. Juni weitere Papiere einsammeln, ohne ein Pflichtangebot abgeben zu müssen, was wesentlich teurer wäre. Das Angebot kann bis zum 3. Juli verlängert werden.

Nach aktuellen Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Beteiligungen den Kaufpreis gesichert und kommt damit insgesamt auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund, der weiterhin gut 12 Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Mitarbeiter des Instituts.

Commerzbank-Aktie: Kritik am Angebot der Unicredit

"Mit dem vorliegenden Angebot versucht die Unicredit, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den fundamentalen Wert und das Potenzial unserer Bank nicht angemessen widerspiegelt", erklärte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bei der Hauptversammlung. Die Commerzbank stemmt sich mit dem Abbau von 3.000 Jobs, mehr KI-Einsatz sowie ehrgeizigen Gewinn- und Renditezielen bis 2030 gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen Orcels.

"Von Beginn an war der Prozess geprägt von öffentlichem Druck und einer zunehmend aggressiven Vorgehensweise", sagte Orlopp laut Redetext. "Nichtsdestotrotz - und das möchte ich in aller Klarheit betonen: Wir bleiben offen für Gespräche. Sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie zu bieten."

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