Finanzen

Commerzbank-Aktie: Warnung vor Unicredit-Offerte

Zwischen Übernahmeofferte, politischen Widerständen und milliardenschweren Interessen verschärft sich der Machtkampf um die Commerzbank. Das Frankfurter Geldhaus wehrt sich öffentlich gegen den Vorstoß der italienischen Großbank Unicredit. Wie gefährlich wird die Situation für die Commerzbank-Aktie wirklich?
20.05.2026 16:47
Lesezeit: 1 min
Commerzbank-Aktie: Warnung vor Unicredit-Offerte
Machtkampf um die Commerzbank-Aktie. (Foto: dpa) Foto: Michael Brandt

Commerzbank-Aktie: Commerzbank warnt Anteilseigner vor Risiken bei Unicredit

Die Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001) warnt die Besitzer der Commerzbank-Aktie vor einem Tausch ihrer Wertpapiere in Aktien der Unicredit (ISIN: IT0005239360). Wer seine Commerzbank-Aktie an die italienische Großbank abgebe - und dies zudem unter Wert - gehe erhebliche Risiken ein. Neben den hohen Hürden für eine Umsetzung der Unicredit-Pläne müssten Anteilseigner als künftige Miteigentümer der Mailänder Bank auch deren eigene Probleme tragen, warnte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann auf der Hauptversammlung in Wiesbaden: "etwa ein erhöhtes Exposure gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote notleidender Kredite und ein immer noch signifikantes Russlandgeschäft". Die Unicredit zählt zu den größten weiterhin aktiven Auslandsbanken in Russland.

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile präsentiert. Unicredit-Chef Andrea Orcel bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Damit will die Mailänder Großbank bis zum 16. Juni weitere Papiere einsammeln, ohne ein Pflichtangebot abgeben zu müssen, was wesentlich teurer wäre. Das Angebot kann bis zum 3. Juli verlängert werden.

Nach aktuellen Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Beteiligungen den Kaufpreis gesichert und kommt damit insgesamt auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund, der weiterhin gut 12 Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Mitarbeiter des Instituts.

Commerzbank-Aktie: Kritik am Angebot der Unicredit

"Mit dem vorliegenden Angebot versucht die Unicredit, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den fundamentalen Wert und das Potenzial unserer Bank nicht angemessen widerspiegelt", erklärte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bei der Hauptversammlung. Die Commerzbank stemmt sich mit dem Abbau von 3.000 Jobs, mehr KI-Einsatz sowie ehrgeizigen Gewinn- und Renditezielen bis 2030 gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen Orcels.

"Von Beginn an war der Prozess geprägt von öffentlichem Druck und einer zunehmend aggressiven Vorgehensweise", sagte Orlopp laut Redetext. "Nichtsdestotrotz - und das möchte ich in aller Klarheit betonen: Wir bleiben offen für Gespräche. Sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie zu bieten."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Ölpreis steigt auf 91 Dollar, während Trump erklärt, der Iran werde für US-Todesopfer „um ein Vielfaches zahlen“
20.07.2026

Welche Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten und wo Anleger jetzt genau hinschauen sollten.

DWN
Technologie
Technologie Atem-Biometrie: Wird unser Atem bald zum neuen Passwort?
20.07.2026

Passwörter lassen sich ändern, ein Atemmuster nicht. Forscher wollen Menschen künftig daran erkennen, wie sie ein- und ausatmen, und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Median-Entgelt: Einkommen steigen, doch die Lohnlücke besteht weiter
20.07.2026

Mehr Geld auf dem Gehaltszettel, sinkende Unterschiede zwischen Frauen und Männern und deutliche regionale Abweichungen: Die aktuellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yuan in Afrika: Wie Peking den Kontinent an sein Finanzsystem bindet
20.07.2026

Der Dollar dominiert die Weltwirtschaft, doch in Afrika baut China längst eine alternative Zahlungsroute für den Yuan auf. Was Handel und...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich nach Rückschlag: Aufträge stützen, Analysten bleiben vorsichtiger
20.07.2026

Die Rheinmetall-Aktie ist nach einem turbulenten Juni mit leichten Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Neue Aufträge und volle...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kodano: Polnischer Optikriese nimmt Deutschland ins Visier
20.07.2026

Mehr Filialen, künstliche Intelligenz und Gespräche über gleich drei mögliche Übernahmen: Der polnische Optikkonzern Kodano wächst...

DWN
Politik
Politik Analyse: Wenn Putin verzweifelt, müssen wir seine Reaktion wirklich fürchten
20.07.2026

Der Druck auf Russland wächst militärisch und wirtschaftlich. Die Verluste an der Front sind enorm, die Wirtschaft ächzt unter dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen AliExpress: EU verhängt Rekordstrafe gegen chinesischen Online-Marktplatz
20.07.2026

Gefälschte Markenartikel, unsicheres Spielzeug und fragwürdige Kosmetik beschäftigen Europas Behörden seit Jahren. Nun setzt die EU mit...