Finanzen

Fußball-Weltmeisterschaft: Fünf Aktien, die von der Fußball-Euphorie profitieren könnten

Und was sagen die Analysten zu diesen Aktien? Was sollte man halten, was kaufen, was verkaufen?
09.06.2026 09:23
Lesezeit: 5 min

Fußball-WM als Bühne für globale Marken

Bis zum Beginn der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft bleibt nur noch etwas mehr als eine Woche. Offiziell startet das Turnier am Donnerstag, dem 11. Juni. Gespielt wird an 16 Standorten in den USA, Kanada und Mexiko, wo 48 Nationalmannschaften aus aller Welt antreten.

Das Ereignis bietet auch vielen Marken die Chance, ihre Sichtbarkeit innerhalb eines Monats deutlich zu erhöhen. Davon können auch Aktien profitieren.

Zu den Unternehmen, die besonders profitieren könnten, zählen jene, die mit dem Weltfußballverband Fifa als offizielle Partner oder Sponsoren verbunden sind, schreibt das Portal Kiplinger. Unter den Fifa-Partnern befinden sich multinationale Konzerne, deren Aktien an Börsen gehandelt werden. Deshalb stellt sich die Frage, welche Aktien während des Turniers zusätzlichen Rückenwind erhalten könnten. Einige davon werden im Folgenden vorgestellt. Zugleich wurde geprüft, was Analysten diesen Aktien zutrauen.

Aramco setzt auf die Energie-Kategorie

Der saudische Energieriese Aramco wurde 2024 durch die Unterzeichnung eines Vierjahresvertrags globaler Partner der Fifa, so das slowenische Finanzportal Casnik Finance. Im Rahmen der Partnerschaft, die bis Ende 2027 läuft, erhielt das Unternehmen Exklusivität in der Energiekategorie sowie Sponsoringrechte für mehrere Veranstaltungen. Dazu gehören die diesjährige Fußball-WM und die Frauen-WM im kommenden Jahr.

Amin H. Nasser, Präsident und Vorstandschef von Aramco, sagte bei Abschluss der Partnerschaft: „Mit dieser Partnerschaft wollen wir zur Entwicklung des Fußballs beitragen und die Kraft des Sports nutzen, um weltweit positive Wirkung zu schaffen. Die Partnerschaft spiegelt unsere Ambition wider, die Entwicklung von Gemeinschaften zu ermöglichen, und baut auf unserer Unterstützung des Sports als Plattform für Wachstum auf.“

Die Aktie von Saudi Aramco hat im vergangenen Jahr neun Prozent gewonnen. Seit Jahresbeginn liegt sie 14 Prozent im Plus.

Von 21 Analysten, die die Aramco-Aktie bewertet haben, empfehlen 13 den Kauf, acht raten zum Halten, niemand empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 30,66 saudischen Riyal. Das sind 12 Prozent mehr als der aktuelle Aktienkurs von 27,36 Riyal.

Adidas bleibt eng mit der Fifa verbunden

Die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Sportartikelkonzern Adidas und dem Weltfußballverband Fifa dauert bereits mehr als 50 Jahre. Nach Angaben der Fifa ist Adidas neben der Fußball-Weltmeisterschaft auch bei vielen weiteren Wettbewerben unter ihrem Dach dabei. Dazu gehören die Frauen-WM, die Futsal-WM und die Beachsoccer-WM.

Adidas ist seit 1970 offizieller Lieferant des Spielballs für alle Partien der Fußball-Weltmeisterschaft. Damit wurde der Konzern zu einem der bekanntesten Partner des größten Fußballereignisses der Welt. Seine Rolle reicht allerdings deutlich über die Lieferung von Bällen hinaus, da Adidas auch in zahlreichen Entwicklungsprogrammen präsent ist.

Die Aktie des deutschen Sportkonzerns hat im vergangenen Jahr 24 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn liegt sie ebenfalls leicht im Minus, um 1,4 Prozent.

Was sagen die Analysten? Von 33 Experten, die die Aktie bewertet haben, empfehlen 26 den Kauf, sechs raten zum Halten, einer empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 196 Euro. Das sind rund 18 Prozent mehr als der aktuelle Kurs von 165,70 Euro.

Coca-Cola profitiert von langer WM-Präsenz

Die Zusammenarbeit zwischen Coca-Cola und der Fifa begann bereits 1974. Offizieller Sponsor der Fußball-Weltmeisterschaft wurde der amerikanische Getränkekonzern vier Jahre später. Nach Angaben der Fifa läuft der Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Organisationen bis 2030. Coca-Cola unterstützt eine breite Palette von Wettbewerben unter dem Dach des Weltfußballverbands, darunter Jugend-, Frauen- und Männerturniere.

Ein wichtiger Teil ist auch die Zusammenarbeit von Coca-Cola mit der italienischen Panini-Gruppe, dem Anbieter offiziell lizenzierter Sammlerprodukte einschließlich der Sammelalben.

Die Aktie hat im vergangenen Jahr rund neun Prozent gewonnen. Seit Anfang 2026 stieg sie um 13 Prozent.

Die Mehrheit der Analysten steht bei Coca-Cola auf der Käuferseite. Von insgesamt 27 Analysten empfehlen 22 den Kauf, fünf raten zum Halten. Niemand empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 87,20 Dollar. Das entspricht fast elf Prozent über dem aktuellen Marktpreis von etwa 78 Dollar.

Lenovo liefert Technologie für das Turnier

Die Partnerschaft zwischen dem Technologiekonzern Lenovo und der Fifa wurde 2014 geschlossen. Offiziell vorgestellt wurde sie, wie auf der Lenovo-Website angegeben, bei der jährlichen Veranstaltung Tech World. Die Partnerschaft umfasst die diesjährige Fußball-WM und die Frauen-WM 2027.

Lenovo wird als offizieller Technologiepartner technische Unterstützung für die Durchführung des Turniers bereitstellen. Das Unternehmen bringt Lösungen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Datenzentren, Serverinfrastruktur und Geräte ein. Dazu gehören ThinkPad-Laptops, Tablets und Mobiltelefone der Marke Motorola.

Die Lenovo-Aktie ist im vergangenen Jahr um rund 198 Prozent gestiegen.

Wie bei Coca-Cola steht auch bei Lenovo die Mehrheit der Analysten auf der Käuferseite. Von insgesamt 35 Analysten, die eine Kursprognose abgegeben haben, sehen 30 eine Kaufchance. Fünf empfehlen das Halten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit nicht. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 21,30 Hongkong-Dollar. Das sind fast 20 Prozent weniger als der aktuelle Kurs von rund 26 Hongkong-Dollar.

Visa steht für Zahlungen im Stadion und online

Der amerikanische Kreditkartenkonzern Visa ist bereits seit 2007 Partner der Fifa. Die Zusammenarbeit wurde offiziell bis zu diesem Jahr verlängert, wie die Fifa mitteilt. Visa ist globaler Technologiepartner der Fifa für Zahlungslösungen.

„Unsere Partnerschaft mit der Fifa hat unserer Marke, unseren Kunden und Karteninhabern außergewöhnliche Vorteile gebracht“, sagte Oliver Jenkyn, President Global Markets bei Visa, bei der Verlängerung der Partnerschaft laut Fifa. „Wir freuen uns darauf, unsere langjährige Zusammenarbeit fortzusetzen und bei einem der beliebtesten Sportereignisse der Welt nahtlose Zahlungserlebnisse zu ermöglichen.“

Die Visa-Aktie liegt im vergangenen Jahr um fast zwölf Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn ist sie um fast sieben Prozent gefallen.

Von 46 Analysten, die eine Einschätzung zur Visa-Aktie abgegeben haben, empfehlen 44 den Kauf, zwei raten zum Halten, niemand empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 401 Dollar. Das entspricht etwa 24 Prozent über dem aktuellen Kurs von rund 322 Dollar.

WM-Euphorie ersetzt keine Aktienanalyse

Die Fußball-WM kann Marken zusätzliche Aufmerksamkeit bringen. Für Sponsoren wie Aramco, Adidas, Coca-Cola, Lenovo und Visa ist das Turnier eine globale Bühne. Doch aus Sicht der Anleger reicht Sichtbarkeit allein nicht aus. Entscheidend bleiben Bewertung, Gewinnentwicklung, Marktposition und die Frage, ob der Werbeeffekt tatsächlich in Umsatz und Marge sichtbar wird.

Hierzulande ist vor allem Adidas interessant. Der Konzern steht während der Fußball-WM weltweit im Rampenlicht, kämpft aber zugleich mit einer schwachen Aktienentwicklung. Auch Visa und Coca-Cola zeigen, dass globale Konsummarken von Sportereignissen profitieren können, ohne automatisch ein günstiger Einstieg zu sein. Anleger sollten die Fußball-Euphorie daher als Anlass zur Prüfung verstehen, nicht als Kaufargument.

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