Finanzen

EZB vor erster Zinserhöhung seit 2023

Der Ölpreisschock durch den Iran-Krieg treibt die Verbraucherpreise im Euroraum nach oben. Damit wächst der Druck auf die EZB, zu reagieren. Nun dürfte die Zeit des Abwartens vorbei sein.
11.06.2026 09:25
Lesezeit: 1 min
EZB vor erster Zinserhöhung seit 2023
Der Ölpreisschock durch den Iran-Krieg treibt die Inflation. Die EZB dürfte erstmals seit 2023 die Leitzinsen erhöhen. (Bild: ChatGPT)

EZB-Zinsentscheid: Ölpreisschock erhöht den Handlungsdruck

Ölpreisschock, gestiegene Inflation, hohe Benzinpreise: Angesichts der kräftig anziehenden Verbraucherpreise im Euroraum dürfte die EZB die Leitzinsen erstmals seit 2023 anheben. Ihren EZB-Zinsentscheid gibt die Notenbank an diesem Donnerstag um 14.15 Uhr bekannt. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins liegt seit Sommer 2025 bei 2,0 Prozent.

EZB: Krieg triebt Inflation

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone deutlich befeuert. Im Mai lagen die Verbraucherpreise laut Statistikamt Eurostat um 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bereits im April hatte die Teuerung mit 3,0 Prozent ein hohes Niveau erreicht. Die Zielmarke der EZB, die mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum anstrebt, ist damit deutlich überschritten – und der Druck auf die Notenbank wächst.

Der Iran-Krieg hat die Inflation bislang vor allem über den Ölpreis nach oben getrieben und Energie deutlich verteuert. Doch auch die Preise für Dienstleistungen ziehen an. Ökonomen befürchten, dass die Preise auf breiter Front steigen, weil Unternehmen höhere Energie- und Transportkosten an ihre Kunden weitergeben. Zum Vergleich: Noch im Februar lag die Teuerung im Euroraum bei 1,9 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat immer wieder betont, die Notenbank sei bereit zu handeln, falls nötig.

Killen höhere Zinsen die darbende Wirtschaft?

Höhere Leitzinsen der EZB würden Kredite für Verbraucher und Unternehmen verteuern. Das könnte die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen. Zugleich wären höhere Zinsen eine zusätzliche Belastung für die schwache Wirtschaft im Euroraum, die unter den Folgen des Iran-Krieges leidet und im ersten Quartal überraschend schrumpfte.

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